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Havelland Ein Pazifist und Weinbotschafter
Lokales Havelland Ein Pazifist und Weinbotschafter
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02:15 29.08.2015
Gunther Emmerlich bei einem Konzert im Potsdamer Nikolaisaal mit Sopranistin Jeanne Pascale Schulze. Quelle: Joachim Liebe
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Rathenow

Gunther Emmerlich spricht im MAZ-Interview über sein Ehrenamt als Weinbotschafter, das Havelland, die Buga und den Abschied von der Bühne.

MAZ: Am 2. September sind Sie zu Gast in der Buga-Stadt Rathenow. Haben Sie die Buga in der Havelregion schon besucht?

Gunther Emmerlich: Ja, im Mai hatte ich ein Konzert im Schloss Ribbeck und habe auch das Gelände in Rathenow besucht. Das war sehr, sehr schön und ich freue mich wieder dort zu sein. Solche Geschichten interessieren mich sehr. Ich bin ja unter anderem der musikalische Schirmherr der Landesgartenschau in Sachsen gewesen und habe ich ja auch einen kleinen Garten habe.

Seit 2008 treten Sie nun bereits zum fünften Mal im Havelland auf. Wie gefällt Ihnen die Region?

Emmerlich: Ich mag sie sehr. Es ist eine geschichtsträchtige Gegend mit herrlichen historischen Bauten - wozu die Kirchen natürlich gehören. Von dieser Warte betrachte ich das besonders. Aber es ist auch einfach eine sehr schöne Gegend, in der ich mich sehr wohl fühle.

Sie treten nicht nur an so bedeutenden Orten wie die Semperoper auf, sondern sind – wie jetzt in Rathenow – häufig zu Gast in den Kirchen kleinere Städte. Was reizt Sie daran?

Emmerlich: Mir ist eine kleine, schöne Kirche lieber, als eine große, hässliche. Mal tritt man in einem Dom auf und mal in einer gotischen oder romanischen Dorfkirche, das Entscheidende ist, dass der Raum beflügelt und das Leute das sind, denen es Freude macht. Die Größe des Raumes spielt keine Rolle, ist absolut unwichtig. Man muss überall sein Bestes geben. Für mich ist jede Kirche eine Entdeckung.

Sie haben sich als junger Mann entschieden von der Ingenieurschule zur Hochschule für Musik zu wechseln. Wie kam es dazu?

Emmerlich: Ich habe Musik immer nebenher gemacht, es war mein Hobby. Es gab keinen plötzlichen Urknall. Ich war immer musikalisch unterwegs und haben irgendwann – auch auf Drängen von Freunden und Fachleuten – vorgesungen, um zu erfahren, ob sich es lohnt, diese Stimme der Öffentlichkeit zuzumuten. Sie haben es positiv entschieden und so ist mein Hobby zum Beruf geworden. Das war eine der glücklichsten Entscheidungen meines Lebens.

Wofür schlägt ihr Herz: Volksmusik, Klassik oder Jazz?

Emmerlich: Ich habe in meinem Auto genauso CDs von Eric Clapton wie von Johann Sebastian Bach, Mozart und Joe Cocker. Das hat etwas mit meiner Grundstimmung zu tun, mit der Gegend, durch die ich gerade fahre. Ich bin da nicht festgelegt. Ich bin ein großer Freund der wirklichen Volksmusik, also „Ännchen von Tharau“ und „Im schönsten Wiesengrunde“. Genauso ist das, was ich als Sänger und Musiker tue, ziemlich breit gefächert.

Sie waren und sind noch immer in der ganzen Welt unterwegs. Wo treten sie besonders gern auf, wo haben sie die beeindruckendsten Momente erlebt?

Emmerlich: Da gibt es vieles. In der Ruine der Frauenkirche oder der Ruine, der noch nicht wiederaufgebauten Semperoper gesungen zu haben, das waren sehr beeindruckende Momente. Wenn man so etwas erlebt hat, ist der Weg zum Pazifisten nicht weit.

Sie feiern im September ihren 71. Geburtstag. In ihrem Kalender stehen allein für dieses Jahr 100 Termine, wird Ihnen das nicht manchmal zu viel?

Emmerlich: Das ist aber nicht alles, das ist nur die Spitze des Eisberges. Ich würde das aber alles nicht tun, wenn es mir keine Freude bereiten würde.

Wie halten Sie sich fit, um dieses Pensum zu absolvieren?

Emmerlich: Jeder Auftritt bedeutet natürlich auch Vorbereitung und das ist schon ein Großteil des Fithaltens. Darüber hinaus bin ich jemand der gerne wandert, Tischtennis spielt und solche Dinge.

Tischtennis, Tatsche?

Emmerlich: Ja, da bin ich der Beste unter denen, die es nicht können.

Und Sie sind Weinbotschafter?

Emmerlich: Ja, das ist ein Ehrenamt, was mir sehr viel Freude macht. Es hat mit Kulturgeschichte und Kultur generell zu tun. Weintrinker sind sehr ausgeglichene Menschen, sie werden nicht aggressiv. Wer nicht hin und wieder ein Gläschen Wein trinkt, beraubt sich einer Tankstelle für Lebensfreude. Die Dosis ist entscheidend.

Lesen Sie die Geschichten, die in Klatschspalten über Sie stehen?

Emmerlich: Nein, das habe ich noch nie ernsthaft zur Kenntnis genommen. Ich bin nicht eitel genug um einer solchen Reflexion hinterher zu rennen.

Haben Sie jemals über einen Abschied von der Bühne gedacht?

Emmerlich: Solche Gedanken kommen natürlich. Aber das entscheide nicht ich, sondern der liebe Gott. Irgendwann ist bei jedem Schluss. Solange das Leben Freude macht und die Arbeit auch, solange werde ich das tun und werde versuchen mich einzubringen, im Sinne von Verantwortung übernehmen. Zum Beispiel bin ich Schirmherr der Generalsanierung der Stadtkirche Wittenberg und für viele Orgelprojekte. Man muss in der Zeit, die man hat, auch was tun.

Festliches Konzert am 2. September in Rathenow

Am 2. September tritt Gunther Emmerlich in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow auf.

An seiner Seite sind an diesem Abend Kurt Sandau, Matthias Suschke und Sabina Herzog, um ein festliches Konzert in dem Gotteshaus zu geben.

Kurt Sandau hat sich als Solotrompeter der Staatskapelle Dresden einen Namen gemacht.

Der Berliner Komponist und Organist Matthias Suschke arbeitete bereits für den Berliner Friedrichstadtpalast, das Deutsche Filmorchester Babelsberg, für die ARD, ZDF und Arte und begleitet Emmerlich nun in Rathenow.

Sabina Herzog wird an diesem Abend nicht nur Cello spielen, die Sopranistin wird auch gemeinsam mit Gunther Emmerlich singen.

Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Kartenvorverkauf in der Touristeninfo, Freier Hof 5,  0 33 85/51 02 32


Von Christin Schmidt

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