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Plädoyer für den Industriestandort Premnitz

Kein Blick zurück im Zorn Plädoyer für den Industriestandort Premnitz

Die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik hatte nach Premnitz zu einer Fachtagung geladen, um zu erörtern, wie sich der Industriestandort nach der Wende entwickelt hat. Stargast war der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe, der noch einmal die Premnitzer für ihre Standhaftigkeit lobte.

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Der Abriss der Viskose-Brache ist sichtbarstes Zeichen des Fortschritts in Premnitz.
 

Quelle: Bernd Geske

Premnitz.  Tausende waren vor der Wende am Chemiefaser-Standort Premnitz beschäftigt. Inzwischen gibt es hier noch chemische Produktion – aber nicht nur. Zwischen der Wende und heute liegen schwierige Jahre, es war ein ständiges auf und ab. Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) war zu diesen Zeiten oft in Premnitz. Die Menschen hatten die Reihen geschlossen, sie wollten sich nicht in ihr Schicksal fügen. „Wenn die Menschen hier vor Ort nicht mitgemacht hätten, dann wäre es für den Industriestandort hier das Ende gewesen“, sagte Stolpe am Donnerstag.

Die Gewerkschaft war stark

Er war Gast bei einer Fachveranstaltung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik. „Die Gewerkschaft war stark hier vor Ort“, erinnerte sich Stolpe. „Wir standen vor den Toren und wir standen in der Nacht am Feuer.“ Es hat gemeinsame Großdemonstrationen in Bonn gegeben. „Im Ergebnis kann man heute sagen, der Standort ist ein Industrie-Standort geblieben und es war richtig, dass hier so viele Millionen geflossen sind.“

Erinnerungen an Polyamid 2000

Diese Millionen versickerten mehr als einmal im Sand. Erinnert sei an den Bau des Teppichrecyclingwerkes Polyamid 2000. Ein hochmodernes Unternehmen zur Wiederverwertung von Kunststoffteppichen. Am Ende war die Anlage nicht richtig ausgelegt. Immer wieder stand das Kraftwerk in Frage. Und dann ist da der letzte große Streik – eigentlich war es eine Betriebsbesetzung. Bei der Prefil AG waren zahlreiche Brandschutzauflagen nicht erfüllt, es gab Ärger. Die Prefil-Werker kämpften heldenhaft – und verloren doch.

Der Traum vom Gaskraftwerk

Und es gibt die vielen guten Beispiele. Neue Unternehmen nahmen die Produktion auf, die Viskoseanlage wird zurückgebaut – hier wird ebenfalls ein neues Unternehmen entstehen. Und ganz aufgegeben ist auch noch nicht der Traum, in Premnitz ein Gaskraftwerk zu errichten.

Für Roy Wallenta (Parteilos), Bürgermeister der Stadt Premnitz, war der ständige Einsatz von Manfred Stolpe für Premnitz wegweisend. „Das hat uns das Ziel vor Augen gehalten“, sagte Wallenta.

Manfred Stolpe besuchte Premnitz

Manfred Stolpe besuchte Premnitz.

Quelle: Gartenschläger

Die Sache mit dem Wachstumskern

Sehr viel richtig gemacht also – und die Zukunft? Die liegt in der gemeinsamen Wirtschaftsregion Rathenow, Premnitz, Brandenburg an der Havel. Wohl auch deshalb war Ralf Holzschuher (SPD) aus Brandenburg nach Premnitz gekommen. Er plädierte für möglichst viel Gemeinsamkeit, um irgendwann die Region zum gemeinsamen Regionalen Wachstumskern auszurufen. Das sieht Martin Gorholt kritisch. Der sozialdemokratische Kulturstaatssekretär hatte schon vor Jahren darauf hingewiesen: es fehlen die Voraussetzungen. „Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist aber der gemeinsame Studien- und Ausbildungsgang Augenoptik mit der Technischen Hochschule Brandenburg und der Augenoptikerinnung in Rathenow.“

Und natürlich auch die Autobahnanbindung

Ein Thema, das bei Diskussionen über den Industriestandort Premnitz nie fehlt: Die Autobahnanbindung. Bürgermeister Roy Wallenta und der Premnitzer Stadtverordnete Ralf Tebling (SPD) plädierten für kleine Lösungen und wurden darin von Manfred Stolpe bestärkt. Den Ausbau der Ortsumgehungen Premnitz und Schmerzke und die Ertüchtigung der B 102 ab Fohrde und in Brandenburg/Havel könnten Fortschritte bringen.

Stolpe: Schaut dem Volk aufs Maul

Manfred Stolpe unterstrich aber auch, „dass es schon bald den schnellen Weg zur A 14 bei Stendal gibt“. Er ermutigte die Premnitzer und ihre Kommunalpolitiker weiter zusammenzustehen. Und er gab den Politikern eine Empfehlung mit auf den Weg: „Schauen Sie dem Volk aufs Maul, dann entfernen Sie sich nicht von den Leuten.“

Von Joachim Wilisch

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