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Havelland Nitzahn ist der „älteste Ort“ im Havelland
Lokales Havelland Nitzahn ist der „älteste Ort“ im Havelland
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06:51 06.10.2014
Hermann Jäger mit einer Kopie der Urkunde von 992, in der Nitzahn erstmals erwähnt wird. Quelle: B. Geske
Premnitz/Nitzahn

Das Prädikat des ältesten Ortes kann bekanntlich nicht wirklich vergeben werden, denn nur die erste urkundliche Erwähnung kann ein echter Maßstab sein. Und in dieser Beziehung sieht es so aus, als müsste sich das bislang ersterwähnte Milow, dessen Urkunde vom 31. Dezember 1144 ist, vom nicht weit entfernt liegenden Nitzahn überflügeln lassen.

Hermann Jäger, der aus Nitzahn stammt und erst mit 23 Jahren nach Premnitz zog, hat sein Herz noch immer im Ort seiner Geburt. Stets und ständig, mal mehr, mal weniger, hat er sich im Laufe der Jahre mit allen heimatkundlichen Schriftstücken und Druckerzeugnissen befasst, die ihm in die Hände kamen. Dabei ist er vor etwa zwei Jahren auf ein Buch aus dem Jahr 1930 gestoßen, das der seinerzeit sehr renommierte Professor Gustav Reischel über Orte in den damaligen Landkreisen JerichowI und II geschrieben hatte. Er berichtet darin unter anderem auch, dass im Jahr 992 der damalige König Otto III. zwei Orte dem Abt Reginold vom Kloster Memleben übergab und dafür im Tausch von diesem 21Orte erhielt. Das ist beurkundet worden, der damaligen Zeit entsprechend allerdings in lateinischer Sprache.

Der Buchautor Gustav Reischel nennt unter den 21 Orten auch ein Neziuni, dessen Namen er mit Nitzahn übersetzt. Das wiederum hat Hermann Jäger förmlich elektrisiert. Es ist ihm gelungen, die Original-Urkunde ausfindig zu machen, die im Staatsarchiv von Marburg liegt. Von dort wiederum hat er sich eine hochwertige Kopie der Urkunde schicken lassen. Da diese wie erwähnt in Latein abgefasst ist, hat er den Wissenschaftler Uwe Czubatynski vom Domstiftsarchiv in Brandenburg/Havel dazu motiviert, sie ihm in die deutsche Sprache zu übersetzen.

Gegenüberstellung: Milow und Nitzahn

1144 hat Hartwig, Graf von Stade, Domprobst von Bremen und Domherr von Magdeburg, den größten Teil seiner Hausgüter dem Erzstift Magdeburg geschenkt. Milow gehörte dazu.
Kaiser Konrad III. hat am 31.Dezember 1144 das Erbe des Klosters Magdeburg von Hartwig von Stade und dessen Mutter Richardis urkundlich bestätigt. Die Milower wählten 1145 als Gründungsjahr des Ortes.
Am 28. September 992 hat König OttoIII. dem Abt Reginold vom Kloster Memleben zwei Orte überlassen und dafür im Tausch 21 andere Orte erhalten. Das ist mit einer Urkunde bestätigt worden.
Unter den 21 Orten, die Reginold dem König übergab, wird auch das Dorf Neziuni genannt. Dieser Name in lateinischer Sprache wird von Gustav Reischel mit Nitzahn übersetzt.

Uwe Czubatynski wiederum hat dieser Zeitung bestätigt, dass Hermann Jäger die sehr interessante „Ottonische Urkunde“ ausfindig gemacht hat. Einen kleinen Wermutstropfen musste er aber in den süßen Wein der Erkenntnis träufeln. Dass der urkundlich genannte Ort Neziuni tatsächlich identisch mit dem heutigen Nitzahn ist, das könne er nicht bestätigen. „Wirkliche Sicherheit wird sich hier nicht gewinnen lassen“, schränkt Uwe Czubatynski ein. Dafür gebe es in den großen Zeiträumen einfach zu wenige Belege. Angesprochen auf den Buchautor Gustav Reischel, der Neziuni als Nitzahn übersetzt, gibt Czubatynski aber zu, dass jener ein Spezialist und eine „oft zitierte Autorität“ gewesen sei. Also doch weiter alles offen? Letztendlich genau wird man es nicht mehr herausfinden können. Für Hermann Jäger indes ist völlig klar, dass der Ort seiner Geburt der urkundlich ersterwähnte im Havelland ist – Neziuni.

Von Bernd Geske

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