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Havelland Ein Schatz für Wustermark
Lokales Havelland Ein Schatz für Wustermark
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09:52 22.10.2013
Bürgermeister Holger Schreiber (l.) und Spender Jürgen Hoppe mit dem historischen Dokument. Quelle: Konrad Radon
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Wustermark

Zum Vorschein kam eine auf Ziegenleder geschriebene Schenkungsurkunde über Land aus dem Jahr 1487 von Johann Cicero, Markgraf zu Brandenburg. Darin sind unter anderem der Ort "Wustermarck" sowie die Dörfer "Ferchjeser" und "Kotzern" (Ferchesar und Kotzen im heutigen Amt Nennhausen) erwähnt. "Mit diesem historischen Dokument können wir eine kleine Lücke in der Wustermarker Ortschronik schließen", freute sich der Bürgermeister und versprach, die Original-Urkunde im Panzerschrank zu verstauen und eine Kopie an einem würdigen Platz im Rathaus aufzuhängen.

Finder und Spender des alten Stückes ist der aus Heidelberg stammende Journalist Jürgen Hoppe. Wie er diese Urkunde entdeckte, ist genauso kurios wie spannend. 1983 kaufte er gemeinsam mit seiner Frau in Heidelberg bei einem Antiquitätenhändler einen alten Barockschrank. Der musste restauriert werden, was das Ehepaar schon mit anderen Möbelstücken getan hatte. "Beim Auseinanderbauen entdeckte ich zwischen den beiden sich überlappenden Rückwänden des Schrankes das alte Dokument. Aber weil wir es nicht lesen konnten, und ich auch beruflich noch so stark eingebunden war, verschwand das Ding erstmal in einer Schublade", erzählte Jürgen Hoppe gestern.

Erst Anfang 2013, als er eines Abends auf besagten Schrank blickte, fiel ihm das A4-große Schriftstück wieder ein. "Meine erste Überlegung war: Wer kann diese mittelhochdeutsche oder frühneuhochdeutsche Sprache übersetzen", erinnert sich Hoppe. Er suchte und fand den Archivdirektor der Stadt Dortmund, Thomas Schilp. In mühseliger, stundenlanger Arbeit gelang es beiden, wenigstens einen Absatz des Dokumentes zu entziffern. "Klar war, das es sich um eine Schenkungsurkunde des Markgrafen Cicero handelte. Darin teilte dieser mit, dass acht Personen Land geschenkt bekommen, um sich in der Mark anzusiedeln." Von Jürgen Hoppe befragte Historiker gehen davon aus, dass der Markgraf diese Schenkungen vornahm, um die Neuansiedler als Verteidiger gegen die anrückenden Slaven zu gewinnen. Weil diese Urkunde aber nicht auf Papier sondern auf Ziegenleder geschrieben ist, sei sie nicht für die Neuansiedler selbst gedacht gewesen, vermutet Hoppe. Vielmehr gehe er davon aus, dass Cicero mit diesem Dokument andere Fürsten über seine Entscheidung informiert hat.

Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber ist dieser Punkt relativ egal. Er freut sich über die Urkunde und kündigte an, in der nächsten Auflage der Ortschronik, die 2015 zum 750. Bestehen von Dyrotz erscheinen soll, die Fakten aus dem Dokument einarbeiten zu lassen.

Von Jens Wegener

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