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Ein Scheck für Fischbeck

Premnitzer Spendenaktion für das Elbdorf beendet Ein Scheck für Fischbeck

Wer durch Fischbeck fährt, der bekommt einen Eindruck davon, was mit dem Schlagwort der "zerstörerischen Naturgewalt" gemeint ist. Zwar liegt der Bruch des Elbdeiches schon fast anderthalb Monate zurück. Aber die Folgen der Überschwemmung sind noch allgegenwärtig.

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PREMNITZ/FISCHBECK. Fast vor jedem Haus türmen sich Abfallberge. Die Bewohner haben ihr vom Wasser zerstörtes Hab und Gut herausgeschafft und sind mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Und das, so zynisch es klingt, sind noch die glimpflich Davongekommenen. Die also, die eine realistische Chance haben, ihr altes Leben wiederaufzunehmen. Denn dann gibt es noch jene Fälle, in denen nichts mehr zu reparieren, nichts mehr zu retten ist. Häuser, die von den Kräften des Wassers regelrecht entzwei gerissen worden sind. Der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta, der sich gestern in Fischbeck ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe machte, war sichtlich geschockt von dem, was er sah. "Einfach unvorstellbar", sagte er.

Wallenta war nicht aus Neugier gekommen, sondern er hatte einen Auftrag: Seinem Amtskollegen Bodo Ladwig, Bürgermeister der Gemeinde Wust-Fischbeck, überbrachte er einen Scheck in Höhe von 11000 Euro. Das Geld haben Premnitzer Bürger im Rahmen einer Spendenaktion gesammelt, um jener Gemeinde zu helfen, deren Namen nach dem dramatischen Deichbruch vom 9./10. Juni zum Synonym für die Hochwasserkatastrophe geworden ist.

Beim Havelpromenadenfest Mitte Juni sei die Aktion ins Leben gerufen worden, erzählte Wallenta. "Die Hiobsbotschaften aus Fischbeck und Umgebung nahmen kein Ende", erinnerte er sich. Während man in Premnitz friedlich am Havelufer saß und gemütlich feierte, seien in nur 25 Kilometer Luftlinie ganze Existenzen vernichtet worden. In diesem Wissen habe man sich seitens der Stadt zu einer Hilfsaktion entschlossen. Und man habe diese ganz bewusst auf den Ort im Landkreis Stendal abgestimmt und unter das Motto "Premnitz hilft Fischbeck" gestellt. Denn es sei der große Wunsch der Premnitzer gewesen, das Geld nicht auf eines der großen Spendenkonten einzuzahlen, sondern es ganz konkret denjenigen zur Verfügung zu stellen, denen man nachbarschaftlich verbunden sei.

Bodo Ladwig nahm das Geschenk dankbar entgegen. "Jeder Cent wird gebraucht", sagte er. Zwar habe Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag bei ihrem Besuch in Fischbeck versprochen, dass staatliche Hilfsgelder schnell ausgezahlt würden. Aber es sei abzusehen, dass davon nicht alle Schäden beglichen werden können. Denn immerhin seien allein in der Gemeinde Wust-Fischbeck 80 Prozent der Haushalte vom Hochwasser betroffen.

Roy Wallenta ließ sich von Bodo Ladwig auch jene Stelle des Elbdeichs zeigen, die Anfang Juni brach, und von wo das Wasser nicht nur Fischbeck überflutete, sondern auch Wust, Kabelitz, Kamern und diverse andere Orte im Elb-Havel-Winkel. Mittlerweile ist das Wasser weg und der Blick nach Tangermünde geht über eine idyllische Wiesenlandschaft. Ein trügerische Idylle, wie man weiß.

Von Markus Kniebeler

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