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Ein See mit Mehrwert

„Zuhause in Falkensee“ Ein See mit Mehrwert

Spaziergänger, Hundebesitzer, Angler und Naturfreunde kommen am Falkenhagener See auf ihre Kosten. Rund um Falkensees Naherholungsgebiet Nummer eins gibt es jedoch noch so viel mehr zu entdecken. Die MAZ war im Rahmen der Serie „Zuhause in...“ auf Spurensuche.

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Horst Zscheile (86) genießt die Idylle am See.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Horst Zscheile lässt seinen Blick über den Falkenhagener See schweifen – für ihn ist die hölzerne Bank am Seeufer der wohl schönste Platz in Falkensee. Regelmäßig radelt der 86-Jährige mit dem Fahrrad zu seinem Lieblingsort. „Ich genieße einfach für eine Weile die Aussicht. Es ist idyllisch.“ Und mit dieser Meinung ist der Falkenseer nicht alleine.

Jogger, Spaziergänger, Hundebesitzer

Besonders an sonnigen Wochenenden ist das grüne Naherholungsgebiet rund um den Falkenhagener See und den kleineren Neuen See hoch frequentiert. Der blaue Himmel spiegelt sich im Wasser, Kinder toben auf dem Spielplatz. Eltern packen üppige Picknickkörbe aus, deren Inhalt auch ohne frisches Grillfleisch köstlich anmutet. Nachdem die Situation auf dem Grillplatz jahrelang immer wieder eskaliert war, reagierte jetzt die Stadt. Säckeweise Müll, Lärm und Brandgefahr gehören mit dem strikten Grillverbot nun der Vergangenheit an. Spaziergänger, Jogger und Hundebesitzer haben ihre Oase zurück. „Wir wohnen direkt am See und gehen täglich mit unseren Hunden hier spazieren. An heißen Tagen dürfen sie dann auch mal planschen“, lacht Anwohnerin Bernadette Falke, die gemeinsam mit Hund Snoopy bis zu den Knien im Wasser steht. Angeleint hat die Falkenseerin ihren Liebling – das ist Pflicht und wird regelmäßig vom Ordnungsamt kontrolliert, das bei der MAZ-Recherche auch prompt um die Ecke biegt.

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Die MAZ-Serie „Zu Hause in...“ führt den Leser rund um den Falkenhagener See – Falkensees Ausflugsziel Nummer eins.Die grüne Idylle ist vor allem für Spaziergänger, Hundehalter und Picknicker ein Ort der Entspannung. Doch das Seegebiet hat noch viel mehr zu bieten. Historische Gebäude, eine moderne Kirche und kreative Köpfe machen das Wohngebiet aus.

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100 Jahre Schwimmvergnügen

Angler säumen die Ufer, verbringen ganze Nächte in der grünen Idylle. „Im See gibt es unter anderem Hechte, Karpfen, Aale und Welse. Ich habe viele Kunden aus Falkensee, aber auch aus Spandau – der wohl größte Fang war ein 1,60 Meter langer Wels“, so Angelexperte André Rathke, der seine Geschäftsräume in der Spandauer Straße hat. Und auch der Badespaß kommt am See nicht zu kurz – obwohl das Baden offiziell gar nicht erlaubt ist. Die Ufer sind so bewachsen, dass Rettungskräften im Notfall nicht reagieren könnten. Trotzdem – an heißen Tagen nutzen viele Besucher vor allem die Ruder- und Tretboote, die es am Steg des Restaurants „Eis Emporio“ stundenweise zu mieten gibt, um sich ins kühle Nass zu stürzen. Und gebadet wurde im Falkenhagener See schließlich schon vor 100 Jahren. 1919 kaufte die Gemeinde den rund 50 Hektar großen See, der seit seiner Ersterwähnung 1375 unter anderem im Besitz des Spandauer Nonnenklosters oder des Herren von Ribbeck gewesen war, und machte den See für die Bevölkerung zugänglich.

In diesem Zuge setzte sich auch die Besiedlung des Sees fort, die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts an der Südseite begonnen hatte. Am Nordufer ließen sich in der 20er Jahren vor allem namhafte Schauspieler, Ärzte und Wissenschaftler nieder. Das wohl berühmteste Haus aus dieser Zeit ist die „Rote Villa“ in der Schönwalder Straße. In das geschichtsträchtige Backsteingebäude, das seinerzeit als Gaststätte und Flaschenbierhandlung diente und lange Zeit leer stand, ist mit neuen Bewohnern Leben eingezogen.

Größte Kirchengemeinde Falkensees

Von jüngerer Bauart, aber nicht minder beeindruckend, ist die 2008 fertiggestellte Heilig-Geist-Kirche in der Brahmsallee. Ihre schlichte, geradlinige Bauweise und die großzügigen Fensterfronten begeistern nicht nur die Besucher der sonntäglichen Gottesdienste, sondern auch Falkensees Kulturinteressierte. „Die Kirche ist offen für alle Falkenseer. Mehrmals im Jahr finden Konzerte oder Theateraufführungen statt – die Akustik ist sehr gut“, sagt Wolfgang Levin, Mitglied des Kirchenrates. Bis zur Fertigstellung der charmanten Kirche war es jedoch ein langer, steiniger Weg. „Durch die Neubautätigkeiten nach der Wende ist die Gemeinde stark gewachsen und die alten Räumlichkeiten aus den 1950er Jahren reichten bei Weitem nicht mehr aus“, so Levin, der ebenfalls im Seegebiet Zuhause ist. Mehrere Entwürfe und viel Hin und Her habe es gegeben, bis das Konsistorium der Finanzierung endlich zustimmte. „2008 konnte die neue Kirche eingeweiht und 2014 der Glockenturm aus Rohbauteilen errichtet werden. Wir haben vieles in Eigenleistung erbaut und haben als Kirchbauverein Konzerte und Trödelmärkte veranstaltet, um etwas zu der Finanzierung beizutragen“, so der 78-Jährige. Mit rund 2400 Mitgliedern, ist die Heilig-Geist-Kirchengemeinde heute die mitgliederstärkste Gemeinde in der Gartenstadt.

Ungewöhnliches und Kreatives

Neben der Madegassischen Botschaft, dem quietschbunten Haus des Vereins Vita Nobilis, in dem pflegebedürftige Senioren ein Zuhause finden, und der „Kita am See“, die vor 50 Jahren eröffnete, hat sich auch Perlenkünstlerin Sabine Waldner im Seegebiet niedergelassen. In ihrer Perlateria fertigt sie Schmuck aus Glasperlen an, die sie unter anderem aus gebrauchten Weinflaschen herstellt. Und auch ihrem Garten sieht man ihre Leidenschaft an. In den Bäumen hängen Windspiele aus azurblauem Glas, in den Boden sind ebenfalls kleine Glassteine eingelassen. Mit Blick auf das ruhige Wasser des Falkenhagener Sees, tummelnde Enten und die grünen Ufer ist es mit der Kreativität eben nicht weit her.

Von Laura Sander

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