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Havelland Ein Stückchen vom Buga-Kuchen
Lokales Havelland Ein Stückchen vom Buga-Kuchen
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02:15 31.12.2015
Der japanische Künstler Takayuki Daikoku schuf für den Schlosspark Wagenitz mehrere Skulpturen, die dort während der Bundesgartenschau zu sehen waren. Quelle: Andreas Kaatz
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Amt Friesack

Die Bundesgartenschau im Havelland ist Geschichte. Auch wenn das Osthavelland keinen Buga-Standort vorweisen konnte, so bekam neben Ribbeck und Groß Behnitz auch das Amt Friesack zumindest ein Stückchen vom großen Kuchen ab. Denn dort befinden sich drei der Schlossparks, die Besucher im Rahmen einer ausgewiesenen Tour besuchen konnten: Der Hohenzollernpark in Friesack gehörte ebenso dazu wie auch der Schlosspark in Wagenitz oder der Gutspark Senzke. In letzterem Ort konnten die Besucher zudem alles über die Buga erfahren. Der Fremdenverkehrsverband Havelländisches Luch begrüßte im Fintelmannhaus von Mai bis Oktober vor allem Radtouristen, verteilte Flyer, gab Tipps zu Unterkünften und bot eine Tasse Kaffee an.

Der Fremdenverkehrsverband, der rein ehrenamtlich geführt wird, hatte zudem 2015 Jubiläum. 25 Jahre gibt es ihn mittlerweile. Ein Standbein ist seit jeher die Vermittlung von Gästezimmern in der Region. Immer mehr Fahrradtouristen stellen Anfragen.

Aber nicht nur der Fremdenverkehrsverband hatte Grund zum Feiern in diesem Jahr. 15 Jahre gibt es bereits die Wohnstätte für psychisch kranke Menschen in Friesack, betrieben vom Arbeitersamariterbund. Die Einrichtung im Eichenweg bietet 16 Bewohnern Platz, die dort rund um die Uhr betreut werden. Nach anfänglicher Skepsis haben die Friesacker die Einrichtung und ihre Bewohner voll akzeptiert. Zur großen Feier schaute auch der Landrat vorbei.

Gleich zwei Straßenumbenennungen gab es 2015 in Friesack. Ende März wurde die Straße Zu den Rhingärten in Pfarrer-Albert-Willimsky-Weg umbenannt. Damit wird an einen Geistlichen erinnert, der im Jahre 1925 – damals 35-jährig – die katholische Pfarrstelle in Friesack übernommen hatte. Mit Predigten wandte er sich gegen das Naziregime, starb am 22. Februar 1940 im KZ Sachsenhausen. Darüber hinaus heißt jetzt die Straße Industriegelände Fritz-Kuhnert-Weg. Die Friesacker ehren damit einen Mann, der das musikalische Leben in der Stadt jahrzehntelang mit geprägt hat. Seine Friesacker Hymne „Am Rhin, am Rhin“ kennt dort jeder.

Für die Vietznitzer war 2015 ein Jahr der Extreme. Gleich zu Beginn mussten sie Abschied nehmen von ihrem verstorbenen Ortsvorsteher Frank Matschke. Er war im Dienst von einem Landwirt in Klein Behnitz erschossen worden, als er die 30 Kühe des Mannes beschlagnahmen wollte. Mehr als 100 Menschen erwiesen Matschke am 31. Januar die letzte Ehre. Später im Jahr – Anfang Juni – feierte das 212-Einwohner-Dorf sein 650-jähriges Bestehen sowie den 80. Geburtstag der Feuerwehr. Und damit nicht genug: Die Vietznitzer bewiesen, dass sie auch sonst viel auf die Beine stellen können, wenn sie gemeinsam mit anpacken. So entstand auf dem Gelände der Kita ein neuer Spielplatz mit Spielschiff, Nestschaukel, Sandkasten und Spielhaus. Dazu wurde im August auch das Gelände neu gestaltet und begrünt.

Über ein eigenes Domizil freut sich der Friesacker Karnevalsclub. Seit September steht dem FKC ein Gebäudetrakt in der Vietznitzer Straße in Friesack zur Verfügung, wo die Narren das ganze Jahr über trainieren, aber auch Versammlungen abhalten können. Zuvor erhielt das Haus eine neue Heizung, und auch die Karnevalisten selbst steckten viel Muskelkraft und Geld hinein.

Gebaut wurde aber auch sonst eine Menge in diesem Jahr. So hat sich das Antlitz der Kooperationsschule, die in mehreren Etappen saniert wird, verändert. Die markante Kuppel auf dem Dach, unter der sich früher die Aula befand, ist verschwunden. Seit dem Frühjahr steht das neugestaltete Erdgeschoss mit Eingangsbereich und Cafeteria wieder zur Verfügung, und nach den Oktoberferien konnte das erste Obergeschoss mit Bibliothek und Computerkabinett wieder bezogen werden. 2016 geht es im obersten Geschoss weiter.

Mit viel Grün neugestaltet wurde auch die Berliner Straße in Friesack. 46 Bäume sowie Rosen, Sträucher und Bodendecker wurden gepflanzt, aber auch Bänke aufgestellt. Dazu erhielt die Berliner Straße eine nagelneue Straßenbeleuchtung mit LED-Licht. Des Weiteren wurde in Friesack im Dezember auf dem Grundstück Wasser-/Rhinstraße Richtfest für gleich zwei soziale Häuser gefeiert – unter anderem für eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke.

Voran ging es 2015 auch mit der Pessiner Dorfkirche. So wurde der Innenraum weiter restauriert. Die Wappenrahmen an der Nord- und Südempore haben eine Vergoldung erhalten, wie auch die unter der Decke verlaufenden Bögen. Jetzt wird wieder Geld gesammelt, damit die Restaurierung fortgesetzt werden und der Turm bald einen Treppenaufgang erhalten kann.

In Warsow wurde der erste Abschnitt der Abwassererschließung beendet, der zweite soll im Jahre 2016 folgen. Dafür will der Verband 140 000 Euro bereitstellen.

Von Andreas Kaatz

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