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Havelland Ein Wahlabend wie ein Krimi
Lokales Havelland Ein Wahlabend wie ein Krimi
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09:08 25.04.2016
Bis zum Schluss musste Roger Lewandowski (CDU) bangen und am Ende reichte es doch nicht. Trotzdem fühlt er sich als Sieger. Zu den ersten Gratulanten gehörte Barbara Richstein. Quelle: Holger Kohl
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Havelland

„Ooch neeee“, hallte es bei der CDU-Wahlparty durch den Raum im Nauener Steakhaus „Casa Torro Negro“, als das letzte Wahllokal ausgezählt war. Denn der Kandidat der Christdemokraten Roger Lewandowski lag zwar bei der Landratsstichwahl bis zum Schluss vorn, doch am Ende fehlten ihm ganze 248 Stimmen, um sich komplett als Sieger fühlen zu können. Amt Ende ist wieder eine Landrat-Direktwahl in Brandenburg gescheitert, wenn auch knapp.

Das vorläufige Endergebnis Quelle: MAZ

Der Wahlabend zum Nachlesen.

Für Lewandowski kein Grund zur Trauer: „Ich freue mich riesig, denn ich habe richtig gewonnen. Sechs Prozent sind kein knapper, sondern ein deutlicher Abstand. Das Ergebnis zeigt, dass die CDU in Brandenburg Wahlen gewinnen kann. Ich hoffe, dass der Kreistag das Votum der Bevölkerung in seine Entscheidung einbezieht und das Votum respektiert.“

„Es fühlte sich an wie ein Krimi“

Je mehr sich die Auszählung dem Ende näherte, um so mehr stieg bei Lewandowski der Puls. „Es fühlte sich an wie ein Krimi“, bekannte der Falkenseer, der den Tag über noch gemütlich Ausflüge über Flohmärkte gemacht hatte. Im Gegensatz zur Party vor 14 Tagen verzichtete er diesmal auf die Suppe. „Mir ist schon warm genug“, meinte er. Zwar war der Vorsprung auf Kontrahent Martin Gorholt (SPD) schon recht beruhigend. Doch die geringere Wahlbeteiligung am Sonntag ließ auch ihn erahnen, dass es mit dem Quorum problematisch werden könnte.

Martin Gorholt (rechts) ist vom Wahlausgang enttäuscht Quelle: MAZ

„Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn es geklappt hätte, aber der Wählerwille ist ja klar erkennbar. Ich freue mich über das große Maß an Zustimmung“, so Lewandowski. An absoluten Stimmen habe er mehr als im ersten Wahlgang bekommen. Nun werde wohl am 11. Mai der Kreistag über die Ausschreibung befinden, „auf die ich mich selbstverständlich auch bewerben werde“.

SPD-Kandidat zeigt sich enttäuscht

Für Martin Gorholt indes war es kein schöner Abend: „Ich bin enttäuscht. In den vergangenen Wochen habe ich mich hier sehr im Wahlkampf angestrengt, da kann ich mir nichts vorwerfen. Aber es ist enttäuschend, wenn ich sehe, dass Herr Lewandowski in Rathenow mehr Stimmen hat als ich. Das Votum liegt jetzt beim Kreistag. Ob ich mich bewerbe, kann ich nicht alleine entscheiden. Das besprechen wir im Unterbezirksvorstand.“ Auch Rocco Buchta, Vorsitzender SPD-Kreistagsfraktion, steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: „Das ist schade. Ich hätte mir ein besseres Ergebnis für Martin Gorholt gewünscht. Nun stelle ich fest: Das Quorum ist nicht erreicht, der Kreistag muss den Landrat wählen. Und ich stelle fest: Martin Gorholt hat weniger Stimmen als Roger Lewandowski.“

Der Kreisvorsitzende der havelländischen CDU Dieter Dombrowski spricht von einem tollen Ergebnis. „Dass es knapp wird, was die Wahlbeteiligung angeht, war zu erwarten.“ Doch aus dem Ergebnis erwachse eigentlich auch der Anspruch darauf, „dass wir Roger Lewandowski zum Landrat gewählt kriegen. Ich hoffe nur, dass bei den anderen Fraktionen und auch bei der SPD dieses Verständnis von Fairness anhält. Auf jeden Fall können wir stolz sein.“

Dass das Quorum nicht erreicht wird, zeichnete sich schon früh ab

Das ist auch der CDU-Fraktionschef im Kreistag Michael Koch. Auch er hofft, dass der Kreistag das Votum vom Sonntag respektiert, wie er sagte. „Es ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir den Wählerwillen im Kreistag zu berücksichtigen haben. Wir werden einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten und sind guter Dinge, dass dieser Vorschlag eine Mehrheit finden wird.“ Er kenne jedenfalls keine Argumente, warum man sich diesem Wählervotum im Kreistag entziehen sollte.

Schon früh zeichnete sich am Wahlsonntag im Havelland ab, dass das Erreichen des Quorums bei der Stichwahl um den Landratsposten gefährdet war. Egal ob in Falkensee, Friesack oder Nauen – nur rund 28,75 Prozent aller Wahlbeteiligten traten den Gang zur Wahlurne an. Am Ende verfehlte Lewandowski die Mindeststimmzahl von 20 175 ganz knapp.

Von Andreas Kaatz

Der SPD-Kandidat Ralf Tebling wird der nächste Bürgermeister von Premnitz. Er gewann am Sonntag die Stichwahl mit 53,6 Prozent vor seinem Gegenkandidaten, dem parteilosen Einzelbewerber Felix Burghardt mit 46,4 Prozent. Auch beim ersten Wahlgang am 10. April hatte Tebling mit 40,2 Prozent vor Burghardt (28,4 Prozent) gelegen.

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