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Ein Weltenbummler gastiert im Havelland

Rathenow Ein Weltenbummler gastiert im Havelland

Vor sieben Jahren traf Adam Dillon Optikpark-Biber Havi in den USA. Nun hat er während seiner Weltreise das Maskottchen in Rathenow besucht. Seit März ist der 35-Jährige unterwegs, er hat China, die Mongolei, Russland, die Türkei und viele weitere Länder gesehen. Nach zwei Wochen Auszeit im Westhavelland ist ihm etwas klar geworden.

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Adam Dillon am Rathenower Bahnhof. Von hier aus geht es weiter mit dem Zug nach Dresden und Prag.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Immer mehr Menschen erfüllen sich den Traum einer Weltreise. Sie erkunden die spektakulärsten Orte, fahren in die Wüste, tauchen im Great-Barrier-Riff, fahren mit der Transsibirischen Eisenbahn, besteigen den Eiffelturm oder schießen ein Selfie am Nordkap. Die Liste der sogenannten To-Do’s für einen solchen Trip ist lang, aber wohl auf keiner steht das Havelland als Reiseziel.

Ein Weltenbummler aus dem fernen Montana hat auf seiner Reise rund um den Globus dennoch einen Abstecher in die Region gemacht. Was ihn hierher führte? Optikparkbiber Havi. Im Dezember 2009 hatte Adam Dillon das Maskottchen und zwei Havelländerinnen während ihrer Reise durch die USA getroffen. Nun wollte er sich einmal die Heimat der drei mit eigenen Augen anschauen.

Mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Westen

Ganze 14 Tage hat Adam Dillon im Westhavelland verbracht, eine Art Zwischenstopp bevor er die zweite Hälfte seiner Reise antritt. Im März war der 35-Jährige von Alaska aus, wo er zuletzt lebte, aufgebrochen die Welt zu entdecken. „Ich habe meine Möbel und alles, was nicht in eine Box passte verkauft oder entsorgt und bin los“, erklärt er. Sein erstes Ziel war Südostasien – Thailand, Vietnam, Kambodscha.

Adam Dillon (r) will Land und Leute kennenlernen und erfahren, wie die Menschen leben

Adam Dillon (r.) will Land und Leute kennenlernen und erfahren, wie die Menschen leben. In der Mongolei verbrachte er 14 Tage mit einer Nomadenfamilie.

Quelle: Privat

Von dort fuhr er nach China und dann weiter in die Mongolei, wo er 14 Tage mit einer Nomadenfamilie lebte. Er erfüllte sich einen Traum und fuhr mit der Transsibirischen Eisenbahn Richtung Westen, machte einen Stopp in Tschernobyl, sah sich die Ukraine, Rumänien und Bulgarien an und fuhr schließlich mit dem Zug in jener Nacht nach Istanbul, als das türkische Militär versuchte Präsident Erdogan zu stürzen.

Freundlicher Empfang in der Türkei

„Ein Militär empfing mich dort mit einer Umarmung und dem Satz: ,Willkommen in unserem wunderschönen Land!’“, berichtet Adam Dillon. Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Oktoberfest in Frankfurt/Main wanderte er 170 Kilometer durch die Alpen und landete schließlich in Berlin. „Diese Stadt ist natürlich ein Muss“, so Dillon. Anders als die meisten Reisenden beließ er es aber nicht bei der Hauptstadt. „Ich hatte von diesem magischen Ort unweit von Berlin gehört“, erzählt er mit einem frechen Grinsen. Dieser magische Ort ist natürlich Rathenow.

Was als Scherz gemeint war, hat sich inzwischen als Wahrheit entpuppt, denn nach 14 Tagen in denen er das Westhavelland vor allem mit dem Fahrrad erkundete, ist der US-Amerikaner begeistert: „Das ist der Ort, an dem man eine Familie gründen und Kinder großziehen sollte.“ In gewisser Weise ähnele das Havelland sehr seiner Heimat Montana, wo er in dem 1000-Einwohner-Städtchen Whitehall mit seinen vier Geschwistern aufwuchs – mit dem Unterschied, dass die nächste Metropole hier nicht viele Stunden entfernt ist.

Den Winter will er in Südafrika verbringen

„Es ist hier sehr friedlich, die Menschen sind freundlich, es gibt noch all diese lokalen Geschäfte, Bäckereien, Fleischereien. Es ist sehr leicht miteinander ins Gespräch zu kommen, selbst wenn einige kaum Englisch sprechen, haben sie stets versucht mit mir zu kommunizieren“, erzählt der junge Amerikaner begeistert und fügt hinzu: „Ich glaube, dass es immer weniger Orte wie diesen gibt und dass wir sie viel mehr wertschätzen sollten. Ich komme auf jeden Fall wieder.“

Ungewöhnliche Fortbewegungsmittel zieht Adam Dillon dem Flieger vor

Ungewöhnliche Fortbewegungsmittel zieht Adam Dillon dem Flieger vor.

Quelle: Privat

Jetzt wird er aber erst einmal seine Reise fortsetzen. Sein nächstes Ziel ist Dresden, dann will er weiter nach Prag und nach einem Abstecher in Süddeutschland nach Österreich, Polen, den Balkan, Italien, Spanien und Portugal. Den Winter möchte Adam Dillon in Südafrika und Madagaskar verbringen. Auch Indien, Australien und Neuseeland stehen noch auf seiner Liste.

„Es ist ein Höhepunkt meines Lebens“

Im Frühjahr möchte er nach Europa zurückkehren und durch Skandinavien touren. Was nach einem genauen Plan klingt ist tatsächlich nur eine grobe Route. Er hat nichts gebucht. Nach zwölf Jahren als Projektmanager für ein internationales Bauunternehmen der jeden Schritt im Voraus planen musste und sein Leben komplett der Arbeit widmete, möchte er sich nun auf den Moment konzentrieren.

„Ich sehe gern neue Menschen und neue Orte, ich wollte einfach mal etwas Neues erfahren“, sagt Adam Dillon mit einem entspannten Lächeln. Anfangs habe er nicht gewusst, ob er drei, sechs oder zwölf Monate fortgehen würde. Vier Wochen lang habe er sich selbst davon überzeugen müssen, dass diese Auszeit richtig war. Mittlerweile ist er ein halbes Jahr unterwegs. Des Reisens sei er noch lange nicht überdrüssig, aber inzwischen weiß er, dieser Trip ist das Beste, was er machen konnte. „Es ist ein Höhepunkt meines Lebens und ich werde es nie bereuen.“

Einfach mal los, alles hinter sich lassen und die Welt entdecken

Einfach mal los, alles hinter sich lassen und die Welt entdecken. Adam Dillon sagt: „Das ist ein Höhepunkt meines Lebens.“

Quelle: Privat

Von Christin Schmidt

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