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Ein Wurzeltisch fürs Wohnzimmer

Holzbau in Wansdorf Ein Wurzeltisch fürs Wohnzimmer

Abgestorbene Äste und Wurzeln sind das Ausgangsmaterial für die Möbel von Nico Netzband und Dennes Lüdicke. Seit drei Jahren bauen sie in einem ehemaligen Schweinestall auf dem alten Gutshof in Wansdorf Lampen, Tische und Regale aus altem Holz. Ihr Material finden sie in heimischen Wäldern.

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Nico Netzband (l.) und Dennes Lüdicke in ihrer Werkstatt.

Quelle: Danilo Hafer

Wansdorf. Auf dem alten Gutshof in Wansdorf, gleich neben dem weithin sichtbaren Schornstein, befindet sich die Werkstatt von Nico Netzband und Dennes Lüdicke. In allen Ecken des ehemaligen Schweinestalls stehen krumme Äste und knochige Wurzeln, die sie auf unzähligen Spaziergängen durch die heimischen Wälder gesammelt haben. Denn diese sind das Ausgangsmaterial für ihre außergewöhnlichen Möbelstücke.

Keine Möbel nach Ikea-Maßstab

Die Idee, abgestorbene Hölzer aufzuarbeiten und daraus Lampen, Tische und Wandregale zu zimmern, hatten Lüdicke, der gelernter Dachdecker ist und Netzband, der zuvor im Fahrradhandel arbeitete, vor knapp drei Jahren. „Ich wollte damals selbst einen Tisch haben, der nicht den gängigen Ikea-Maßen entsprach“, sagt Nico Netzband. Auf einer langen Autofahrt sei den beiden dann die Idee gekommen, eine Wurzel in einen Tisch zu verwandeln. Fortan hielten sie auf Waldspaziergängen Ausschau nach einem geeigneten Stück Holz. Irgendwann wurden sie fündig und verwirklichten ihre Idee von einem Wurzeltisch.

Von der Idee in die Selbstständigkeit

Inzwischen ist aus der Idee ein richtiges Geschäft geworden. Vor knapp eineinhalb Jahren haben sie die Firma Natural Design gegründet und ihre alten Jobs gekündigt. „Durch die Selbstständigkeit können wir einfach Freiheiten genießen, die wir sonst nicht hätten“, sagt Nico Netzband. Auch der Zeitaufwand sei ein Grund für die Selbstständigkeit gewesen. Denn neben dem aufwändigen Schleifprozess nehme die Suche nach den geeigneten Hölzern die meiste Zeit in Anspruch. „Manchmal müssen Kunden schon mehrere Monate warten, weil wir einfach noch nicht das richtige Stück Holz gefunden haben“, sagt Dennes Lüdicke. Denn den beiden sei es wichtig, nur heimische Hölzer zu verwenden, die schon vor einigen Jahren abgestorben sind. Extra Äste abzusägen käme für sie nicht in Frage.

Jedes Stück Holz wird soweit abgeschliffen, dass nur noch das Kernholz übrig bleibt. „Oft ahnt man durch das ganze Moos und den Dreck gar nicht, wie schön das Kernholz eigentlich ist“, sagt Dennes Lüdicke. Jedes Astloch und jeder Spalt wird von den beiden in Handarbeit geschliffen. Bei großen Lampen dauert allein das schon knapp zwei Wochen. Da ist es wenig verwunderlich, dass die beiden nur sehr geringe Stückzahlen herstellen. In der Regel entstehen zwei bis drei Einzelstücke im Monat.

Geschäftspartner und Freunde

Der alte Gutshof sei für die beiden der perfekte Ort zum Arbeiten. „Wir haben ja unsere Kindheit hier verbracht und kennen den Hof schon als die Schweineställe noch in Betrieb waren“, sagt Nico Netzband. Die beiden sind nicht nur Geschäftspartner sondern auch Freunde. „Zwischenmenschlich haben wir in den ersten Jahren der Selbststädnigkeit einfach sehr viel über einander gelernt“, sagt Dennes Lüdicke. Dass sie solange durchhalten würden, hätte den beiden am Anfang niemand geglaubt.

Von Danilo Hafer

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