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Ein brennender Zug und viele Verletzte

Feuerwehr-Großübung bei Nauen Ein brennender Zug und viele Verletzte

Fast 100 Akteure proben am Sonnabend in Nauen (Havelland) einen Unfall, bei dem ein Zug brennt und es viele Verletzte gibt. Feuerwehr und DRK-Rettungskräfte üben das Zusammenspiel bei einem Bahnunglück. 26 Statisten aus Oberkrämer machen ihnen ganz schön zu schaffen.

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Feuer löschen, Verletzte bergen: Der Großeinsatz wurde am Sonnabend geübt.

Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke

Nauen. Julia Onigkeit und David Ostwald hat es besonders schwer getroffen. Sie haben versucht, das Feuer im Zug zu löschen und dabei schwerste Verbrennungen im Gesicht und an den Armen erhalten. Immerhin, die beiden waren am Sonnabend nur Statisten, als in Nauen der Feuerwehreinsatz bei einem Zugunfall geprobt wurde.

Die beiden Schein-Verletzten gehören zur Betriebsfeuerwehr Flügge aus Oranienburg. Auch die anderen 24 Statisten kamen aus Oberhavel, darunter die Jugendfeuer Oberkrämer. Schon um 6 Uhr waren sie in Nauen gewesen und wurden für den Einsatz geschminkt. „Realistische Unfalldarstellung“, nennt sich die Arbeit mit Kunstblut und Silikon. Verbrennungen, blutende Platzwunden an der Stirn, offene Brücke – filmreif waren die Statisten auf ihren Einsatz vorbereitet worden.

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Nauen, 30.04.2016 – Brand im Zug bei Nauen und viele Verletzte: Das war das Szenario einer Großübung der Feuerwehren und des DRK im Havelland. Die Rettungskräfte übten das Zusammenspiel bei einem Bahnunglück.

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Um 8.23 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. „Zug brennt. Gleis 81“. Um 8.47 Uhr trafen die ersten Feuerwehrleute am Bahndamm ein. 9.08 Uhr war angesichts der Lage klar: MANV – Massenanfall an Verletzten. Die schrien inzwischen um Hilfe, klopften an Scheiben, husteten im Rauch, den in Nauen eine Nebelmaschine simulierte. Aber es dauerte bis 9.25 Uhr, bis Löschen und Rettung begannen. „Es gab Schwierigkeiten mit der Information zur Freischaltung und Erdung der Leitung“, sagte der Einsatzleiter vor Ort, Jörg Meyer von der Feuerwehr Nauen. „Aber die Sicherheit geht vor.“ Und das bedeutet auszuschließen, dass der Zug unter Strom steht. Er hängt immerhin an einer 15000-Volt-Leitung.

Im wahren Ereignisfall hätten die Verletzten wohl mit Notfallhämmern die Fenster eingeschlagen, aber das wollten die Verantwortlichen der Odeg dann doch nicht antun. Die Eisenbahngesellschaft hatte für die Übung kostenlos den Zug zur Verfügung gestellt.

Als endlich die Türen des Zuges geöffnet werden konnten, kämpften sich die Feuerwehrleute mit Atemschutzmasken durch die Wagen. Frauen und Männer aus Nauen, Börnicke, Markau, Friesack und vom Behandlungsplatz 25 aus dem Amt Friesack waren im Einsatz. Einer der ersten, den sie aus dem Rauch holten war Lukas Döhler. Der Bötzower spielte einen psychisch Kranken, einen Mann, der in Panik verfiel, der auf gutes Zureden nicht einging. Lukas spielte seine Rolle gut. Obwohl es eine Übung war, machte er es den Rettern nicht leicht: Er schlug um sich, krampfte, wollte sich nicht an die Trage binden lassen. Einige Zeit band er vier, fünf Einsatzkräfte, die sich nur mit ihm zu beschäftigen hatten, während andere um Hilfe riefen. Am Ende wurden ihm die Hände auf dem Rücken festgebunden. Eine drastische Maßnahme: „Aber es bestand Gefahr für sich und andere“, erklärte Einsatzleiter Jörg Meyer.

Um 10.10 Uhr waren alle Verletzten aus dem Zug gebracht, die DRK-Rettungskräfte versorgten sie. Der Rollstuhlfahrer war sicher aus dem Zug gehoben worden. Der Herzinfarktpatient allerdings starb neben dem Gleis. Auch wenn es nur eine Übung war, blieb an der Stelle doch ein bisschen Beklemmung zurück.

Zu den Geretteten zählte Julia Onigkeit. „Die Kameraden haben gute Arbeit geleistet“, sagte sie, „sie waren umsichtig und haben sich in den engen Verhältnissen sicher bewegt.“ Die gute Einschätzung aus der Statistensicht teilte auch Kreisbrandmeister Lothar Scheider: „Der Einsatz ist insgesamt gut gelaufen.“ Nun wird er im Detail ausgewertet, manche Kleinigkeit war nicht zufriedenstellend. Zum Beispiel sollte das Feuer nur „fiktiv“ mit Wasser gelöscht werden, etwas nass ist es dann doch im ersten Wagen geworden.

Von Marlies Schnaibel

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