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Havelland Ein großes Herz für Streunerkatzen
Lokales Havelland Ein großes Herz für Streunerkatzen
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13:21 12.01.2018
Vorsichtig beäugt die Katze das Terrain: Sie ist scheu, wie alle Streunerkatzen in der Gartenkolonie.  Quelle: Astrid Wiebe
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Ketzin

Wenn Wolfgang Kutschal frühmorgens das alte Törchen des verwilderten Schrebergartens öffnet, kommen ihm schon die ersten schwarz-weißen und getigerten Samtpfoten entgegen gelaufen. Die Katzen haben die Uhr im Kopf und wissen ganz genau, wann Futterzeit ist. Aus allen Winkeln und Verstecken huschen sie herbei und sammeln sich mit gebührendem Abstand an der Futterstelle, die zwischen Büschen, Bäumen und Gerümpel im hinteren Teil der verlassenen Laube in einer Gartenkolonie in Ketzin an der Havel liegt.

Rührig kümmert sich Wolfgang Kutschal um zahlreiche wilde Katzen. Auf seiner Kleingartenparzelle füttert er sie. Zum Glück bekommt er Unterstützung.

„Normalerweise sind die Tiere zutraulicher, aber wenn Besuch kommt, verhalten sie sich sehr scheu“, sagt Wolfgang Kutschal. In einem Behälter hat der Katzenfreund Büchsenfutter mitgebracht, das er mit warmem Wasser verrührt hat und in zahlreiche Plastik- und Blechnäpfe verteilt. Anschließend kriecht der 67-Jährige auf allen vieren in den mit Wellblech geschützten Unterschlupf und stellt die Näpfe ab. „ Sechs bis acht Katzen kommen hier regelmäßig zum Fressen. Aber anfassen lassen sich die wenigstens, obwohl ich jeden Tag zweimal zum Füttern vorbei komme.“

Alles fing vor über fünf Jahren an, als die damalige Laubenbesitzerin ihren Garten aufgab und damit auch ihre dort lebenden Katzen einfach dem Schicksal überließ. Wolfgang Kutschal, der in der selben Gartenkolonie eine Laube besitzt und schon immer ein großer Katzenfreund war, nahm sich der herrenlosen und – wie sich herausstellte – unkastrierten Tiere an.

Mit Unterstützung des Tierschutzvereins Tierheim Falkensee

„Ich konnte doch nicht einfach wegschauen. Was wäre denn aus den armen Tieren geworden?“, fragt Wolfgang Kutschal. Mit Unterstützung des Tierschutzvereins Tierheim Falkensee und Umgebung wurden die scheuen Katzen eingefangen, von einer Tierärztin kastriert und, nach einer kurzen Zeit der Nachsorge im Gartenhäuschen, von Wolfgang Kutschal, wieder an ihrem gewohnten Platz freigelassen. Seitdem dreht sich der Alltag des ehemaligen Fernfahrers fast ausschließlich um die Versorgung seiner Streuner.

Hilfe für wilde Katzen

Um das Wohl herrenloser Katzen kümmern verschiedene Institutionen in der Region. Eine Auswahl:

Eine kleine Gruppe engagierter Katzenfreunde gründete die Katzenhilfe Kloster Lehnin mit Sitz in Emstal. Die private Interessengemeinschaft versorgt freilebende Katzen an ihren Futterplätzen und kümmert sich um die Kastration möglichst vieler Streuner, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Näheres über die Initiative unter 03382/70 68 82 oder 0179/1179608.

Der Tierschutzverein Tierheim Falkensee und Umgebung, der auch Wolfgang Kutschal in Ketzin unterstützt, sitzt in der Dallgower Straße 104 in 14624 Dallgow-Döberitz und ist zu erreichen unter 03322/8389999 oder 0176/56030670.

Der Verein Tierfreunde im Fläming mit Sitz in Bad Belzig engagiert sich für die Kastration wilder Katzen. „Für die Kastration freilebender Katzen wurden erstmals im Jahre 2013 Fördergelder vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz in Höhe von 1000 Euro zur Verfügung gestellt“, berichtet der Verein. Die Tierfreunde erreicht man unter 033846/40140.

Der Tierschutzverein Brandenburg an der Havel ist in der Caasmannstraße 16 zu finden – zu erreichen unter 03381/304140.

„Zum Krank sein habe ich keine Zeit. Wer soll denn dann die Katzen füttern?“. Die regelmäßige Versorgung seiner Schützlinge liegt dem Ketziner am Herzen und mit der Unterstützung des Tierschutzvereins hat er verlässliche Mitstreiter gefunden. Regelmäßig holt der engagierte Tierfreund Futterspenden in Dallgow-Döberitz ab und bekommt in der Gartenkolonie des Öfteren Besuch von den Tierschützern.

Wissen, wo wilde Katzen leben

„Den Tieren hier geht es gut. Sie sind gesund und werden gut versorgt“, lobt Gabriele Brückner, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereines, die Betreuung der Futterstelle. „Das Füttern ist ein wichtiger Bestandteil unserer Tierschutzarbeit. Denn so können wir auch kontrollieren, welche und wie viele Katzen es hier in der Umgebung gibt und wie es ihnen geht.“

So tauchte vor ein paar Wochen plötzlich ein schwarzer Kater in den Kleingärten auf, der offensichtlich das Leben in einem eigenen Zuhause kannte. Niemand schien den älteren Stubentiger zu vermissen. „Ich konnte ihn ohne Probleme einfangen und für die Kastration und die medizinische Versorgung zum Tierarzt bringen“, erzählt Wolfgang Kutschal. Jetzt ist der alte Kater „Mohrchen“ wieder in der Obhut des Katzenfreundes und wird liebevoll umsorgt. Allerdings ist das Tier vor den Launen der anderen Katzen, die das raue Leben im Freien kennen, nicht sicher und würde sich über ein eigenes Zuhause freuen.

In der kalten Jahreszeit einen warmen Schlafplatz bieten

„Diese Katzen versuchen wir zu vermitteln. Denn die Tiere sind das Leben beim Menschen gewohnt und brauchen ihre Streicheleinheiten und ein warmes Plätzchen“, sagt Gabriele Brückner. Denn bald herrschen wieder Minustemperaturen und das Katzenleben im Freien wird auch für die Streuner, die einiges gewohnt sind, zum Überlebenskampf. Nur mit der verlässlichen Futterversorgung durch engagierte Tierfreunde wie Wolfgang Kutschal und mit ein paar mit Stroh gefüllten Styroporkisten, die den Tieren in der kalten Jahreszeit einen warmen Schlafplatz bieten, haben die Samtpfoten eine Chance über den Winter zu kommen.

Von Astrid Wiebe

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