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Ein kleiner Stich mit großer Wirkung

Weltblutspendetag am 14. Juni Ein kleiner Stich mit großer Wirkung

Wahre Lebensretter: Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken und Verletzten geholfen werden. Eine Vielzahl von Patienten verdankt ihr Leben fremden Menschen, die ihr Blut freiwillig spenden. Zu wenige Menschen engagieren sich, doch ein Falkenseer Ehepaar geht mit gutem Beispiel voran.

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Vorbilder in Sachen Blutspende: Das Ehepaar Sandra und Peter Wiltberger aus Falkensee.

Quelle: Foto: Melanie Höhn

Falkensee. In den 1980er Jahren, als er noch zur Armee ging, spendete Peter Wiltberger zum ersten Mal Blut. Damals bekam er für seine gute Tat einen freien Nachmittag, heute gibt es Würstchen und Tee zur Belohnung. Auch seine Frau Sandra holte er mit ins Boot, zusammen gehen die beiden regelmäßig vier Mal im Jahr spenden. Inzwischen hat der Wahl-Falkenseer schon 82 Mal sein Blut der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, seine Frau über 50 Mal. Und das, obwohl die beiden erst 47 Jahre alt sind. „Irgendwann hatten wir einen Rhythmus drin und haben ihn immer beibehalten“, sagen sie.

Vielen Menschen fehlt jedoch dieses Engagement, das das Ehepaar Wiltberger schon seit Jahrzehnten pflegt: Lediglich drei Prozent der Bevölkerung geht regelmäßig zu Blutabnahme. Doch alleine in Deutschland werden pro Jahr etwa 15 000 Spenden benötigt, weltweit etwa 107 Millionen. Jeden Tag sind schwerkranke Patienten und Verletzte darauf angewiesen. Mit nur einer Spende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden.

Daran will der heutige internationale Weltblutspendertag erinnern: Er wird zu Ehren des Pioniers der Transfusionsmedizin Karl Landsteiner (1868-1943) an dessen Geburtstag weltweit gefeiert. Unter dem Motto „Thank you for saving my life“ weist der DRK bundesweit bei zahlreichen Terminen auf die Bedeutung der Blutspende hin. Doch nicht nur in Deutschland wird dieser Tag gefeiert: Weltweit engagieren sich am 14. Juni die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK), die Internationale Gesellschaft für Transfusionsmedizin (ISBT) und die Internationale Föderation der Blutspendeorganisationen (FIODS) mit Veranstaltungen. In Berlin werden heute sogar 65 besonders aktive Blutspender bei einem Festakt von DRK-Präsident Rudolf Seiters und DRK-Botschafterin Carmen Nebel geehrt. Sie stehen stellvertretend für die freiwilligen Blutspender in Deutschland: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr etwa 4,6 Millionen Vollblutspenden entnommen.

Peter Wiltberger schaufelt sich immer Zeit für das Blutspenden frei, schiebt auch mal einen Dienst, um an einem bestimmten Tag Blut spenden zu können. Für ihn ist es nicht einfach, Zeit für die Termine finden, denn er arbeitet als Krankenpfleger im Schichtdienst. Doch für ihn und seine Frau ist es eine Herzensangelegenheit. Der gebürtige Sachsen-Anhalter wünscht sich eine feste Einrichtung, zu der man immer hingehen kann, um nicht mehr termingebunden zu sein. Er und seine Frau sind die einzigen in ihrem Bekanntenkreis, die regelmäßig spenden gehen. Im März wurden sie für ihr Engagement vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) ausgezeichnet und sind mächtig stolz darauf.

Die beiden kritisieren, dass viele Menschen das Thema Blutspenden nicht interessiert: „Es geht einfach unter. Aber alle brauchen das Blut früher oder später einmal“, sagt Peter. „Die Wichtigkeit von Blutspenden sollte mehr in die Gesellschaft vordringen, es wird schlecht vermarktet. Eine Imagekampagne wäre toll." Seine Frau Sandra findet, dass man vor allem junge Leute schon früh an das Thema heranführen und es beispielsweise in Schulen ansprechen sollte.

Dem Ehepaar geht es nicht darum, für ihre Blutspende belohnt zu werden. Sie möchten etwas Gutes tun für die Gesellschaft: „Jeder sollte ein bisschen mithelfen, denn man kann Blut nicht synthetisch herstellen“, sagen sie. Und sie wissen auch den regelmäßigen Check vor einer Blutabnahme und die Vorteile bei der Gesundheitskontrolle zu schätzen: Bei jeder Spende wird der Blutdruck kontrolliert, der Hämoglobin- und Cholesterinwert gemessen und das Blut im Labor auf unterschiedliche Krankheitserreger untersucht. Bei drei Vollblutspenden in zwölf Monaten gibt es auch die Möglichkeit, zusätzliche Laborwerte untersuchen zu lassen, die Aufschluss über mögliche Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Störungen der Nierenfunktion geben können. Peter Wiltberger beispielsweise erfuhr durch eine Blutspende, dass seine Blutfette zu hoch sind und stellte sich dementsprechend darauf ein. Um sicherzustellen, dass ihr Hämoglobin-Wert stimmt und ihre Spende angenommen wird, nehmen die beiden sieben Tage vor einem Termin Eisentabletten. Beim Termin selbst sind sie inzwischen routiniert, jedoch ist das Herausziehen der Kanüle für sie immer noch ein bisschen unangenehm. Aber das schreckt die beiden nicht ab, denn sie wissen: Spenden kann leben retten.

Infos und Termine

Mindestens
18 Jahre alt müssen Blutspender sein, bei der ersten Spende sollte ein Alter von 65 nicht überschritten werden. Bis zum 72. Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt, der Gesundheitszustand lässt dies zu. Bei einer ärztlichen Voruntersuchung wird die Eignung zur Blutspende jeweils tagesaktuell beim Termin geprüft. Bis zu sechs Mal innerhalb eines Jahres dürfen Männer spenden, Frauen vier Mal. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen liegen.

Die nächsten Blutspendetermine in der Region:

22. Juni in Falkensee , von 15 Uhr bis 19 Uhr im DRK-Regionalzentrum Falkensee in der Seniorenresidenz, Finkenkruger Str. 90.

23. Juni in Ketzin , von 15 bis 19 Uhr in der Europaschule Ketzin, Am Mühlenweg 16.

25. Juni in Brieselang , von 15.30 bis 19 Uhr in der Robinson-Grundschule in der Karl-Marx-Str. 130.

2. Juli in Schönwalde-Glien , von 16 bis 20 Uhr in der Freiwilligen Feuerwehr Schönwalde, Straße der Jugend 2.

3. Juli in Dallgow-Döberitz , von 13 bis 18 Uhr im Havelpark Dallgow (zweite Etage), Döberitzer Weg 3.

7. Juli in Nauen , von 15 bis 19 Uhr im Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH, Paul-Jerchel-Str. 4.

21. Juli in Falkensee , von 15 bis 19 Uhr in der Schule „Am Akazienhof“ (Förderschule), Poststr. 15 (Neubau).

31. Juli in Wustermark , von 15 bis 18 Uhr in der Grundschule „Otto-Lilienthal“, Hamburger Str. 8.

4. August in Nauen , von 15 bis 19 Uhr im Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH, Paul-Jerchel-Str. 4.

1 4. August in Dallgow-Döberitz , von 13 bis 18 Uhr im Havelpark Dallgow (zweite Etage), Döberitzer Weg 3.

17. August in Falkensee , von 15 bis 19 Uhr im Kulturhaus „Johannes R. Becher“, Havelländer Weg 67.

 

Von Melanie Höhn

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