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Ein neuer Pfad für die Heide

Potsdam beschenkt Heinz-Sielmann-Stiftung Ein neuer Pfad für die Heide

Die Stadt Potsdam hat der Heinz-Sielmann-Stiftung zum 100. Geburtstag ihres Gründers Flächen für einen 2,2 Kilometer langen Pfad in die Naturerlebniswelt Döberitzer Heide geschenkt. Ausgebaut wird der Weg mit Mitteln aus dem Stadt-Umland-Wettbewerb.

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Wisente in der Eingewöhnungszone von Sielmanns Naturlandschaft in der Döberitzer Heide beäugen die Besucher.

Quelle: Volker Oelschläger

Potsdam/Döberitzer Heide. Zwischen dem künftigen Wohngebiet auf dem alten Krampnitzer Kasernengelände und dem Naturerlebnisgebiet Döberitzer Heide entsteht ein eigenes Wegenetz. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) übergab am Dienstag die Schenkungsurkunde für 63 000 Quadratmeter entlang einer 2,2 Kilometer langen Trasse an Hannes Petrischak, den Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz der Heinz-Sielmann-Stiftung.

Vom eigentlichen Weg, der dort früher einmal von der Bundesstraße 2 einige 100 Meter nördlich an der Kaserne vorbei tief in die Heide hineinführte, ist heute unter einem in Jahrzehnten gewucherten dichten Grün nichts mehr zu sehen. „Ohne vermessungstechnische Hilfe“ sei der Weg „gar nicht mehr aufzufinden“, sagte Bürgermeister und Kämmerer Burkhard Exner (SPD), der Jakobs auf der Reise in die Heide gemeinsam mit den Dezernentenkollegen für Bau, Bernd Rubelt (parteilos), und Soziales, Mike Schubert (SPD), begleitet hatte.

Anlass des Besuchs war eine Einladung der Stiftung aus Anlass des 100. Geburtstages ihres Gründers Heinz Sielmann. Stadt und Stiftung sind nicht nur gute Nachbarn, sondern verfolgen etwa beim Tourismus auch ähnliche Ziele. Pro Jahr kommen nach Angaben der Stiftung schon heute mehrere 100 000 Besucher in die Heide, genau zählen lasse sich das bei einer Vielzahl von eintrittsfreien Eingängen aber nicht. Im Stadt-Umland-Wettbewerb hatten die Landeshauptstadt, Umlandgemeinden und die Stiftung selbst eine Förderung von insgesamt 21,9 Millionen Euro für gemeinsame Projekte sichern können.

Hannes Petrischak und Peter Nitschke mit der Schenkungsurkunde für 6,3 Hektar Land

Hannes Petrischak und Peter Nitschke mit der Schenkungsurkunde für 6,3 Hektar Land.

Quelle: Volker Oelschläger

Zu den Projekten, die die Stiftung über Mittel aus dem Wettbewerb finanzieren will, zählt neben dem Ausbau der ehemaligen sowjetischen Kommandantur im Norden des Naturparks zum Besucherzentrum unter anderem eine Ertüchtigung vorhandener Wege mit speziellen Spuren für Radfahrer. Derzeit ist auf den Pfaden, Feld- und Waldwegen mit dem Rad oft nur schwer durchzukommen, weil sie je nach Witterung versanden oder verschlammen. Aktuell führen 55 Kilometer Rad- und Wanderwege durch die 3650 Hektar weite Naturlandschaft. 22 Kilometer misst allein der Wanderweg, der wie ein Ring die 1850 Hektar große Kernzone umschließt, in der unter anderem Großtiere wie Wisente, Przewalskipferde und Rothirsche leben.

Der künftige Wanderweg auf der von der Stadt geschenkten Trasse liegt etwa auf halber Strecke zwischen der einstigen Kaserne und dem Ringwanderweg. Der Hauptwanderweg des Naturparks ist in diesem Bereich auf beiden Seiten von dichtem Wald gesäumt. Der neue Pfad hingegen liegt auf einer Seite am Luch und soll schon deshalb landschaftlich reizvoller sein. Ergänzend dazu bauen die Stadt und der für die Kaserne Krampnitz zuständige Entwicklungsträger Potsdam weitere Wege aus.

Der Entwicklungsträger ertüchtigt einen knapp 400 Meter langen Stichweg, der aus der Mitte der Kaserne in die Heide führt und früher als Ausfahrt für Panzer diente. Die Stadt baut einen Wanderweg aus, der von der Kienhorststraße in Fahrland im Norden der Kaserne über die Speckdammbrücke und den künftigen Wanderweg bis zum Ringweg am Rande der Kernzone vorstößt.

Die Döberitzer Heide war schon im 18. Jahrhundert militärischer Übungsplatz. Nach dem Abzug der russischen Truppen 1994 erwarb die Heinz-Sielmann-Stiftung das Gelände mit dem Ziel, die durch die lange militärische Nutzung entstandene Heidelandschaft zu bewahren. In dem Naturschutzgebiet gibt es eine seltene Vielfalt von 5500 Tier- und Pflanzenarten. „Hier können wir sehen, was wir verlieren, wenn wir es nicht schützen“, sagt Petrischak am Dienstag zur Begrüßung.

Von Volker Oelschläger

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