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Havelland Ein richtiger Treffpunkt
Lokales Havelland Ein richtiger Treffpunkt
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00:20 22.12.2015
Karin Schröder (l.) und Heike Wetzel geben die Lebensmittel aus. Quelle: Andreas Kaatz
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Pessin

Kurz vor acht kommt der Lieferwagen – mit Obst und Gemüse, Brot und Brötchen, aber auch Joghurt, abgepackte Wurst und Käse sind in den Kisten auf der Ladefläche. Heike Wetzel hat heute Frühdienst, sie nimmt die Waren in Empfang. Dann beginnt sie damit, im Laden in der Straße der Jugend alles zu sortieren. Sie schaut, ob bei den Mandarinen oder Apfelsinen verdorbene Früchte dabei sind. Die werden aussortiert. Denn wenn die ersten Kunden ab 11 Uhr in die Pessiner Lebensmittelausgabestelle der Nauener Tafel kommen, dann soll alles so aussehen wie in einem normalen Geschäft.

Heike Wetzel wechselt sich beim Frühdienst mit Karin Schröder ab, die dann am nächsten Ausgabetag an der Reihe ist. Die Frauen arbeiten ehrenamtlich in der Ausgabestelle in Pessin und stellen gemeinsam die Warenpakete für die Bedürftigen zusammen. Denn wer zu ihnen kommt, der hat nicht viel an Einkommen zur Verfügung. Hartz IV-Empfänger sind darunter, aber auch Rentner. Auf einer Liste sind sie aufgeführt.„Wer nicht kann, der meldet sich vorher ab“, sagt Karin Schröder. Die Zahl der Empfänger wird zum Tafel-Stammsitz in Nauen gemeldet. Danach richtet sich dann die Menge der Lebensmittel, die geliefert wird.

Wer die Tafel besucht, kann Wünsche äußern, „aber wir haben nicht für alle alles“, sagt Karin Schröder. Eine Frau, die zu den letzten Kunden an diesem Tag zählt, kann sich aber nicht beklagen. Sie verlässt den Laden mit einer vollen Kiste Obst und Gemüse und anderen Dingen. Sie ist froh, dass es diese Möglichkeit gibt, gegen eine kleine Spende so viele Lebensmittel zu erhalten. „Ich komme regelmäßig hierher. Wenn man etwas früher hier ist, kann man mit den Frauen auch noch mal ein Wort wechseln“, sagt sie – und fährt mit ihrem Auto davon. Wenig später geht die Tür auf, ein älterer Mann steht im Raum. „Ich komm nur um Bescheid zu sagen, dass ich Freitag wieder etwas für meine Enkeltochter hole“, meint er. Er ist regelmäßig da, schätzt vor allem, dass man hier auch etwas erfährt. „Man unterhält sich und weiß dann wieder, was so passiert ist“, meint er.

„Es ist ein richtiger Treffpunkt geworden“, bestätigen die beiden Frauen in der Ausgabestelle. Auch außerhalb der beiden Ausgabetage ist der Laden werktags offen. Viele ältere Einwohner, die dort gar keine Lebensmittel haben wollen, dazu auch gar nicht berechtig wären, kommen einfach mal zum Kaffeeklatsch vorbei.

Viele Kunden der Tafel schätzen es auch, wenn es mal etwas Besonderes gibt, wie beispielsweise Fisch. Nach Weihnachten sind voraussichtlich auch wieder Schokoladenweihnachtsmänner im Angebot, die die Supermärkte aus ihren Regalen räumen und der Tafel zur Verfügung stellen.

„Es macht uns Spaß“, begründen die Frauen ihre Motivation, in der Tafel zu arbeiten. „Und man kommt dabei auch mal raus“, sagt Heike Wetzel. Viele Leute, die aus Pessin, Buschow, Zootzen, Ribbeck oder Retzow kommen, kennen sie schon seit Jahren. Einige vertrauen sich ihnen auch an. „Wir sind manchmal wie ein Kummerkasten“, meinte Karin Schröder lächelnd, die einst selber zu den Kunden gehörte – damals, ganz zu Anfang, als die Pessiner Lebensmittelausgabestelle noch im Wohnblock untergebracht war.

Die Weihnachtsfeier, die vor Kurzem wieder stattfand, ist auch für die Beiden ein Höhepunkt. „Das ist wie eine Familie“, sagt Heike Wetzel. Gefreut hatte sie sich über ein besonderes Dankeschön. „Wenn eine Familie mit drei Kindern kommt und uns selbstgebackene Pfefferkuchen schenkt, das ist schon toll“, sagt sie.

Von Andreas Kaatz

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