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Ein wilder Garten mit System

Pflanzen aus der ganzen Welt in Leegebrucher Pensionsgarten Ein wilder Garten mit System

Im Garten von Karin und Gerhard Grimm in Leegebruch blühen Bäume, Sträucher, Stauden, Wildblumen und Kräuter aus der ganzen Welt. 40 Jahre lang haben die beiden gelernten Gärtner gesammelt. Hinter dem Wildgartencharakter steckt System und eine Menge Arbeit.

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Klare Linien und Naturstein im Trend

Karin und Gerhard Grimm in ihrem Meer aus Blumen.

Quelle: Enrico Kugler

Leegebruch. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken. Stauden und Äste neigen sich im Wind. Nur ein leises Rauschen und das Gezwitscher der Vögel ist zu hören. Seerosen treiben auf dem Teich, in dem sich Goldfische tummeln. Eine bunte Blütenpracht wächst wild durcheinander und verströmt den Duft des Sommers.

Pflanzen aus der ganzen Welt

Im Garten von Karin und Gerhard Grimm in Leegebruch blühen Bäume, Sträucher, Stauden, Wildblumen und Kräuter aus der ganzen Welt. 40 Jahre lang haben die beiden gelernten Gärtner Pflanzen gesammelt. Neben Agarven und Sukkulenten von den Kanarischen Inseln, die Wasser in ihren Blättern sammeln und so lange Trockenzeiten überstehen können, wachsen Palmen und amerikanische Waldstauden, die in deutschen Gärten bislang nur selten zu finden sind. Der brennende Busch, wie das Rautengewächs Diptam im Volksmund genannt wird, blüht weiß und rosa. Er steht unter Naturschutz und duftet herrlich zitronenartig. Wildobst lädt zum naschen ein. Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Japanische Weinbeeren und die Früchte der Felsenbirne, auch Pralinenbaum genannt, haben schon so manchen Gast verführt. „Ich sehe das immer an den roten Mündern“, lacht Gerhard Grimm und rupft einen überflüssigen Trieb aus dem Boden. Rundbögen sind das selbst ernannte Hobby des 75-Jährigen. Vier Stück hat der Gärtner über die Jahre angelegt. Der Durchgang aus Pfeifenwinde ist besonders beeindruckend. “Den muss ich oft beschneiden, denn die Pfeifenwinde kann bis zu sechs Meter im Jahr wachsen. Mein persönlicher Lieblingsbogen ist der aus Blutbuche.“

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Im Garten von Karin und Gerhard Grimm in Leegebruch blühen Bäume, Sträucher, Stauden, Wildblumen und Kräuter aus der ganzen Welt. 40 Jahre lang haben die beiden gelernten Gärtner gesammelt. Hinter dem Wildgartencharakter steckt System und eine Menge Arbeit.

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Pension Palmenhof in Leegebruch

Seit mittlerweile 21 Jahren betreibt der 75-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Karin die Pension Palmenhof mit insgesamt 44 Betten. Zehn Jahre hat es gedauert, bis das ehemals landwirtschaftlich genutzte Grundstück fertig umgebaut war. „Dass wir einen üppigen Garten anlegen, stand damals außer Frage. Viele Pflanzen haben wir schon seit 40 Jahren“, so Gerhard Grimm. Einige Gewächse, vor allem die aus dem Mittelmeerraum, hat der passionierte Gärtner selbst mit nach Deutschland gebracht. „Auf den Kanarischen Insel wachsen Sukkulenten wie Brennnesseln bei uns. Ich habe sie einfach am Straßenrand aufgesammelt.“ Auch reiselustige Freunde der Grimms brachten den Gärtnern immer wieder exotische Pflanzen mit. Eingegangen ist, dank der guten Pflege, in den ganzen Jahren bisher kaum eine. Tauschgeschäfte mit anderen Pflanzenliebhabern bringen immer wieder Abwechslung in den üppigen Garten. Und zum Geburtstag schenkt sich das Ehepaar keinen Schmuck oder gar Krawatten, sondern natürlich Pflanzen.

Aktion „Offene Gärten“

Seit einigen Jahren beteiligen sich die Grimms an der Aktion „Offene Gärten“. Vier Mal im Jahr öffnen sie für alle Interessierten ihre Pforten. „Die meisten Besucher trinken dann noch einen Kaffee oder essen eine Kleinigkeit in unserem Restaurant mit Blick auf den Seerosenteich“, so der 75-Jährige. Frische Kräuter für das Restaurant müssen übrigens nicht teuer eingekauft werden, sondern können ganz einfach aus dem eigenen Kräuterbeet geholt werden. Thymian, Salbei und Co. wachsen zwischen bunten Fackellilien, Lavendel und verschiedenen Sorten Minze.

Ein wilder Garten mit System

Augenscheinlich sind Farben, Formen und Arten im Garten der Familie Grimm willkürlich angelegt. Doch in Wahrheit steckt hinter dem Wildgartencharakter System und eine Menge Arbeit. „Ich achte darauf, dass ich die Pflanzen nach ihren Bedürfnissen in die Erde bringe. Die eine Art braucht mehr Sonne, die andere wächst erst im Schatten der Bäume richtig gut“, erklärt Gerhard Grimm. Und es gibt immer etwas zu tun. Ist die eine Ecke fertig, kann der 75-Jährige in der nächsten gleich weitermachen. Ende Oktober geht die Arbeit dann richtig los. „Alle Pflanzen, die aus wärmeren Gebieten stammen, würden die kalten Monate im Freien nicht überleben. Sie überwintern in einem hellen Treppenhaus, in dem es kühl, aber nicht frostig ist“, so Grimm. Einige Gewächse bleiben daher auch im Sommer in ihren Töpfen und werden so in die Erde gesetzt. „Ansonsten würden wir das gar nicht schaffen. Jede einzelne Pflanze wieder in einen Topf zu setzen, würde den zeitlichen Rahmen sprengen.“ Das Ehepaar Grimm betreibt die Pension in der Leegebrucher Ringstraße gemeinsam mit Sohn Eckbert Mortensen. Morgens wird das Frühstücksbuffet vorbereitet und der Einkauf erledigt. Die 74-jährige Karin Grimm kümmert sich um Verwaltungsaufgaben, ihr Mann hält die Gebäude und den Hof in Schuss und versorgt die Pflanzen.

Pflege kostet Zeit, aber kein Geld

Im Frühling und Sommer verbringt der Leegebrucher täglich mehrere Stunden mit der Pflege des Gartens. Viel Geld investieren muss er nicht. „Eigentlich hat alles einen Nutzen. Größere Investitionen gibt es kaum.“ Das Regenwasser, das die Dachrinnen der Pension auffangen, wird unterirdisch in den Teich geleitet, Küchenabfälle und Grünschnitt landen auf dem 15 Meter langen Komposthaufen. Bewässert werden die Pflanzen mit Wasser aus dem eigenen Brunnen. Das kann bis zu drei Stunden dauern. Das Geld aus dem Verkauf einiger überschüssiger Pflanzen wird in Dünger, Samen und Insektenschutzmittel investiert.

„Im nächsten Jahr wird unser Sohn die Pension komplett übernehmen. Die Pflege des Gartens bleibt aber natürlich unsere Aufgabe“, sagt Gerhard Grimm und entfernt im Vorbeigehen die verwelkte Blüte einer Hängegeranie.

Von Laura Sander

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