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Havelland Einblicke in die Schatzkammern der Museen
Lokales Havelland Einblicke in die Schatzkammern der Museen
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08:12 28.10.2013
In der Alten Schule in Ribbeck... Quelle: MAZ
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Havelland

Gabriele Helbig blutet jedes Mal wieder das Herz, wenn sie das Depot des Museums Falkensee betritt. Dort im Hinterhaus lagern in meterhohen Regalen noch hunderte Exponate, die aus Platzmangel nicht in der Ausstellung des Museums gezeigt werden können: Ein Bronzerelief des Kommunisten Friedrich Engels, das einst am heutigen Vicco-von-Bülow-Gymnasium hing, Bierkrüge aus dem Gästehaus der DDR-Staatssicherheit in der Haydnallee und Reste des Geschirrs aus dem "Alten Finkenkrug". Das beliebte Ausflugslokal, das sogar Theodor Fontane in seinen Werken erwähnte, war 1945 einer Panzerfaust zum Opfer gefallen.

In einem weiteren Raum des Depots verbergen sich in unscheinbaren Pappkisten archäologische Schätze: Das Schienbein eines Mammuts, Knochen von Wildpferden, fossile Fische aus dem Falkenhagener See und sogar die Überreste eines Flusspferdes, das sich vor mehr als 100.000 Jahren im Havelland heimisch fühlte.

Das Paarener Stägehaus beteiligte sich erstmals an der Aktion. Quelle: Konrad Radon

Nur selten gewährt das Museum Falkensee seinen Besuchern Einblick in diese Schatzkammer. Am Sonnabend bot der Aktionstag "Feuer und Flamme für unsere Museen" wieder einmal Gelegenheit dazu. Die Veranstaltung fand bereits zum vierten Mal statt, 13 Museen beteiligten sich, drei davon zum ersten Mal: das Stägehaus in Paaren im Glien, wo im historischen Stampfbutterfass Butter hergestellt wurde, das Heimathaus Friesack und der Schwedenturm in Wagenitz.

"Wir haben uns in der Vergangenheit zwar schon am Museumstag und am Tag des offenen Denkmals beteiligt, aber es gab am Turm noch nie eine Veranstaltung im Dunkeln", erzählt Regine Born, die Vorsitzende des Wagenitzer Heimatvereins. Als die Sonne untergegangen war, wurden rund um den Schwedenturm - ein freistehender Küchenbau aus dem Jahr 1571, der in seiner Form in Deutschland einzigartig ist - die Fackeln entzündet. Anke Breitenbücher spukte als Butterhexe mit Holzpantinen, Besen und angeklebter Warze umher. Das Kostüm der Laienschauspielerin, die mit der Theatergruppe "Die Wagesäcke" schon des Öfteren auf der Bühne stand, war dabei derart gut gewählt, dass sie bei der Generalprobe wenige Tage zuvor selbst von Bekannten im Dorf nicht erkannt worden war.

Die Butterhexe... Quelle: MAZ

Viel los war auch in Ribbeck. In der Alten Schule konnten Besucher eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit unternehmen. "Das sieht ja aus wie in meinem früheren Klassenzimmer", rief ein älterer Mann, als er den Raum betrat. Seine beiden Enkel konnten hingegen mit Schiefertafel und Griffel nicht mehr viel anfangen. "Guck mal, ein Tablet-PC", meinte einer von ihnen. Später probierten sie auf der Tafel zu schreiben. Ihr Fazit: "Total unpraktisch! Es dauert ewig, es quietscht und man hat nur einen begrenzten Raum zur Verfügung."

Bis zu 80 Schüler seien vor hundert Jahren in dem kleinen Klassenraum unterrichtet worden, berichtete Axel Koziol, der Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins, der die Alte Schule betreibt. Er erzählte den Anwesenden von Ernst Seiffert, der von 1890 bis 1911 in der Ribbecker Schule unterrichtete, und neben an, wo sich heute das Restaurant befindet, wohnte. "Auf dem Land wollte eigentlich niemand gerne Lehrer sein", sagte Axel Koziol. "Die Verhältnisse waren beengt, der Verdienst gering. Außerdem war man abhängig vom Schulpatron, dem Ribbecker Gutsherrn."

Von Philip Häfner

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