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Havelland Einbrecher schlagen im Havelland seltener zu
Lokales Havelland Einbrecher schlagen im Havelland seltener zu
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15:24 21.03.2018
Quelle: dpa-Zentralbild
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Havelland

Vier Morde musste die Polizei im Havelland im Jahr 2017 bearbeiten. Alle wurden aufgeklärt. Was grundsätzlich bei Straftaten an Leib und Leben nicht verwundern muss, sagt Polizeidirektor Peter Meyritz. Zusammen mit dem Leiter der Polizeiinspektion Havelland, Lutz Gündel, stellte er die Kriminalitätsstatistik für die Polizeidirektion West und den Landkreis Havelland vor.

Die gute Nachricht vorneweg. Das Havelland ist keine Gegend, in der man sich besonders unsicher fühlen muss. Das bekräftigt Lutz Gündel. Er belegt es mit Zahlen: „Im Jahr 2017 hatten wir 10096 Kriminalitätsfälle erfasst. Im Jahr davor waren es 10428.“ Bei einer Einwohnerzahl von 159 700 Einwohnern sei das ein ordentlicher Wert.

Bei den vier Morden sah es anders aus. Im Jahr 2016 gab es kein Verbrechen dieser Art im Havelland. Im Jahr 2015 waren es auch vier und in diesem Jahr sind es bereits wieder drei. Dazu zählen die zwei Mordopfer, die nach einem Hausbrand in der Rathenower Goethestraße gefunden wurden und der Mord in Mögelin.

Mord und Totschlag sind grausame Verbrechen – sie machen allerdings nur einen kleinen Teil der Kriminalitätsfälle aus. Normalerweise müssen sich Polizisten im Havelland mit Eigentumsdelikten befassen. Einbruch und Diebstahl. Und hier hatte Lutz Gündel gute Nachrichten.

Die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche ist insbesondere im Osthavelland rund um Falkensee aber auch in Rathenow und Umgebung zurückgegangen. „Wahrscheinlich sind die Leute aufmerksamer und passen besser auf. Viele sichern ihr Eigentum auch besser“, sagte Lutz Gündel.

Zahlen und Fakten

Tatverdächtig waren im Jahr 2017 insgesamt 3674 Personen. 2744 Männer und 930 Frauen. Unter 14 Jahre alt waren 136 Tatverdächtige, im Jugendalter (bis 18 Jahre) waren 302 Verdächtige. Die Gruppe der Heranwachsenden (81 bis 21 Jahre) wird mit 256 beziffert.

Im Vergleich zur Polizeidirektion West steht die Polizeiinspektion gut da, wenn man die Straftaten auf je 1000 000 Einwohner herunterrechnet. Im Polizeidirektionsbezirk wurden 54 390 Fälle erfasst, im Havelland 10 096 Fälle

Vermögensdelikte und Fälschungsdelikte sind in der Region ebenfalls rückläufig. Im Jahr 2017 wurden 1357 gezählt, im Vorjahr waren es noch 1564.

Rückläufig sind auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 77 Fälle stehen für 1017 in der Polizeistatistik gegenüber 90 im Jahr 2016.

Zu den Zahlen 200 Haus- und Wohnungseinbrüche stehen in der Statistik. 155 weniger, als im Jahr 2016. Und für die Stadt Rathenow – einst ein Eldorado für Fahrraddiebe – setzt Gündel noch eine gute Nachricht drauf: 645 Fahrraddiebstähle wurden im Jahr 2016 vermerkt, im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp halb so viele (369). „Es sieht so aus, als ob Täter, die einmal erwischt wurden, nicht wieder zuschlagen“, begründet Gündel diese Entwicklung.

Gefährliche und schwere Körperverletzung – hier sind zumeist Waffen im Spiel – ist ein Delikt, das von 2016 zu 2017 angestiegen ist. Von 194 auf 253 Fälle schraubte sich die Quote nach oben. Dies macht auch den wesentlichen Anteil des Anstiegs bei allen Gewaltstraftaten im vergangenen Jahr aus.

„Zwischen Rathenow und Falkensee gibt es hier kaum Unterschiede“, sagte Lutz Gündel. Es sei anhand der Zahlen nicht nachzuweisen, dass in Rathenow besonders viele Gewaltstraftaten anfallen.

Bei Rauschgiftdelikten verbucht die Polizei im Havelland allerdings ebenfalls höhere Zahlen. 311 Taten waren es 2016, im Folgejahr 351. Allerdings verweist Lutz Gündel in dem Zusammenhang auch auf das Jahr 2915, da waren es sogar 483.

Gewalt gegen Sachen – Sachbeschädigung – spielt in Rathenow eine besondere Rolle. Gerade in der jüngst aufgeflammten Debatte um Ordnung und Sicherheit auf dem Märkischen Platz beklagen Anwohner und Stadtverordnete, dass Jugendliche randalieren und fremdes Eigentum beschädigen. In der Kriminalitätsstatistik, die am Mittwoch vorgestellt wurde, sind diese Fälle nicht erfasst.

„Deswegen haben wir diese Fälle dennoch im Blick“, sagte Gündel. Insbesondere mit Blick auf die Vorfälle am Märkischen Platz stehe die Polizei im ständigen Kontakt mit der Rathenower Stadtverwaltung.

Froh ist Gündel darüber, dass der vor einigen Jahren angekündigte Stellenabbau bei der Polizei so nicht durchgesetzt worden ist. „Es sind rund 25 Stellen, die wir zusätzlich besetzen dürfen“, sagte der Leiter der Polizeiinspektion.

Von Joachim Wilisch

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