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Einbrecherbande steht in Potsdam vor Gericht

24 Taten vorgeworfen Einbrecherbande steht in Potsdam vor Gericht

Das Landgericht Potsdam hat Anklage erhoben gegen vier Litauer, denen schwerer Bandendiebstahl zur Last gelegt wird. Sie werden verdächtigt, von März 2012 bis Mai 2015 eine lange Serie von Straftaten in Premnitz und anderen Orten begangen zu haben. Ein Mitglied der Bande soll nach eigenen Angaben gezwungen worden sein.

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Die Täter drangen in allen Fällen sehr schnell und zielgerichtet in die Häuser ein.

Quelle: Fotolia

Premnitz/Potsdam. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es eben jene Männer waren, die zu Beginn des vergangenen Jahres das Westhavelland mit einer bis dahin hier nie dagewesenen Einbruchsserie in Atem gehalten haben. Das Landgericht Potsdam hat Anklage erhoben gegen vier litauische Staatsbürger, geboren in den Jahren 1975 bis 1988, denen schwerer Bandendiebstahl zur Last gelegt wird. Sie werden verdächtigt, in der Zeit von März 2012 bis Mai 2015 in Premnitz und anderen Orten in verschiedenen personellen Zusammensetzungen Einbruchsdiebstähle in Wohnungen, Geschäftsräume und Kraftfahrzeuge begangen zu haben.

Teilweise sollen sie als Bande gehandelt haben, manchmal zu mehreren, manchmal auch alleine. Ihnen wird außerdem vorgeworfen, Kraftfahrzeuge gestohlen zu haben, um sie als Tatfahrzeuge zu verwenden. Zum Teil hätten sie dabei gestohlene Kennzeichen benutzt. Die Angeklagten selbst sollen teilweise mit gefälschten Ausweisen agiert haben. Zwei von ihnen sollen versucht haben, einen Fahrkartenautomaten aufzubrechen. Eine Art Höhepunkt der mutmaßlichen Verbrechensserie soll der Überfall auf ein Juweliergeschäft in Havelberg gewesen sein. Zwei der Angeklagten sollen dort Schmuck im Wert von zirka 80 000 Euro erbeutet haben, nachdem sie eine Angestellte des Juweliers mit einer Waffe bedrohten, sie fesselten und knebelten.

Marius P. sagte aus, er habe es nicht freiwillig gemacht

Bei der Verhandlung am Donnerstag ging es noch einmal um diesen Überfall. Der Angeklagte Marijus P. hatte ausgesagt, er habe das nicht freiwillig gemacht. Er sei von anderen Bandenmitgliedern gezwungen worden, vor dem Betreten das Ladens eine Sturmhaube aufzusetzen und dann die Verkäuferin zu fesseln und in Schach zu halten. Die Wertgegenstände eingeräumt habe ein anderer. Bei der Flucht nach der Tat habe er sich in den Kofferraum eines Autos legen müssen. Das Gesicht von Marijus P. war der Polizei auf einem Blitzerfoto aufgefallen. Zunächst hatte er bestritten, jemals ein Fahrzeug gefahren zu sein. Nachdem ihm sein Blitzerfoto vorgelegt worden war, hatte er es zugegeben und auf anderen Fotos weitere mutmaßliche Täter identifiziert.

Der Vorsitzende Richter Olaf Schumacher ließ an Staatsanwaltschaft und Verteidiger eine aktualisierte Schadensliste übergeben. Das waren jeweils zwei Finger dicke gebundene Stapel von A4-Blättern, Urkunden für insgesamt 45 Fälle. Auf einem der nächsten beiden Verhandlungstermine Anfang November werde voraussichtlich die Beweisaufnahme abgeschlossen, teilte er mit. Es würden aber wahrscheinlich noch weitere Termine gebraucht.

September 2015 in Rathenow vier Häuser durchsucht

Die Verteidiger der zwei vorgeführten Angeklagten Mindaugas B. und Zygimantas M. versuchten, das Vorgehen der Polizei als teilweise unkorrekt darzustellen. Im Protokoll sei zu lesen, führten sie an, Marijus P. habe geäußert, nicht aussagen zu wollen. An anderer Stelle sei aber vermerkt worden, er sei zur Aussage bereit gewesen. Sie legten Widerspruch gegen die Verwertung der ihm vorgelegten Fotos ein.

Im September 2015 hatte die Polizei mitgeteilt, dass eine Gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG) mit Unterstützung von Spezialeinheiten und Bereitschaftspolizei in Rathenow vier Gebäude und Grundstücke durchsucht hatte. Dabei seien fünf litauische Staatsangehörige festgenommen worden. Die Beamten stellten bei dieser Aktion über 6000 Euro Bargeld, Sturmhauben, Luftdruck- und Schreckschusswaffen, weitere Ausrüstung sowie einen Audi A6 und einen BMW X6 sicher. Nach den damaligen Erkenntnissen hatte die Bande einen Schaden von rund 350 000 Euro angerichtet.

Von Bernd Geske

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