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Havelland Eine Freizeitoase ist entstanden
Lokales Havelland Eine Freizeitoase ist entstanden
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11:21 06.04.2018
Die Mädchen und Jungen von der benachbarten Kita „Kinderland“ wollten ebenfalls sehen, was sich auf dem Gelände des Stadtbades so getan hat. Gelungen ist auch der Saunagarten. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Bis zum Abend des letzten Tages haben die Firmen noch fieberhaft am neuen Eingangsbereich fürs Stadtbad gearbeitet. Zur feierlichen Eröffnung am Mittwoch war dann alles fertig, konnte das Ensemble samt Vorplatz übergeben werden. Ab jetzt gelangen die Gäste zwischen zwei Gebäuden auf die beliebte Freizeitanlage an der Karl-Thon-Straße. Eines der Gebäude ist den Umkleiden und Sanitäranlagen vorbehalten, das andere beherbergt den Wellnessbereich mit Sauna, zu dem auch ein Saunagarten gehört, sowie eine Cafeteria und Küche.

„Das ist schon sehr interessant, was hier so passiert ist“, sagte Irene Desens, die seit 50 Jahren in Nauen wohnt. „Hier habe ich auch damals meine Schwimmprüfung gemacht“, meinte die 68-Jährige. Sie gehörte zu denen, die zur Eröffnung hautnah dabei sein durften, als das symbolische Band durchschnitten wurde. Auch Manuela Klein-Kauk vom Blinden- und Sehbehindertenverband ist begeistert. „Ich finde den großzügigen Eingangsbereich mit der großen Treppe und der Rampe toll.“ Ein Blindenleitsystem ist ebenfalls integriert.

Vor zahlreichen Nauenern sprach Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) von einer „bemerkenswerten Leistung. Die Umgestaltung hat nicht mal ein Jahr gedauert.“ Und dies trotz Unwägbarkeiten, zu denen unter anderem der zusätzliche Abbruch alter Fundamente gehörte, die überraschend aufgetaucht waren, oder auch die Entsorgung von kontaminiertem Boden.

Insgesamt 2,9 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, das von der kommunalen Dienstleistungsgesellschaft Nauen (DLG) begleitet wurde. Deren früherer Chef – der Anfang 2016 überraschend verstorbene Markus Kumer – hatte es damals vorangetrieben. Sein Nachfolger Carsten Zieris brachte das Vorhaben zu Ende. „Es kann sich sehen lassen“, sagte er und geht davon aus, dass künftig noch mehr Menschen das Stadtbad besuchen – auch von weiter her – „wenn sich herum spricht, wie toll es hier ist“. Denn es gibt jetzt nicht nur die Eingangsgebäude, sondern auch die Freifläche wurde umfassend neu gestaltet.

So existiert jetzt ein Fitnesspfad, auf dem man sich an verschiedenen Geräten sportlich betätigen kann. Und den Kindern steht nun ein tolles Holzspielschiff zur Verfügung, auf einem Wasserspielplatz können sie nach Herzenslust herumplanschen und außerdem drei Schaukeln in Besitz nehmen.

Das Besondere: Die Freizeitfläche samt Sauna und Cafeteria ist ganzjährig nutzbar. Dies betonte Bürgermeister Fleischmann. „Der Stadtbadumbau ist eines der Schlüsselprojekte im Rahmen des Programms Soziale Stadt. Damit wird nicht nur das Wohngebiet aufgewertet, sondern es ist ein Gewinn für die ganze Stadt.“ 1,4 Millionen Euro an Fördermitteln von Land und Bund flossen in das Vorhaben.

Dass das Geld gut angelegt ist, davon konnte sich Staatssekretärin Ines Jesse überzeugen. „Mich als Falkenseerin freut es, dass in einer Nachbarkommune so ein tolles Projekt realisiert worden ist. Damit ist ein Treffpunkt für generationsübergreifende Begegnung entstanden“, lobte sie. Andere Kommunen sollten dies als Vorbild nehmen, es sei ein schönes Beispiel für Integration und gesellschaftliche Teilhabe. Bisher habe Nauen schon 3,3 Millionen Euro aus dem Programm Soziale Stadt erhalten.

Am Beginn des Vorhabens stand ein Architektenwettbewerb, den Jan Frechen mit seinem Team gewonnen hatte. Im Wesentlichen wurde der Entwurf auch so umgesetzt. „Es ist schon ein Glücksmoment, dass so gebaut werden konnte, wie es gedacht war.“ Entstanden sei ein neues Stück Stadt – geschwungene Linien, viel Holz und grüne Fassadenelemente, die sich in die Landschaft einfügen.

Geblieben ist aber der Name „Stadtbad Nauen“ – trotz des Namenswettbewerbes. „Für die Nauener bleibt es weiterhin das Stadtbad und die Älteren sprechen sogar immer noch von der Badeanstalt“, begründete Vize-Bürgermeisterin Marion Grigoleit die Entscheidung.

Von Andreas Kaatz

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