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Havelland Eine Geschichte von Liebe und Vergebung
Lokales Havelland Eine Geschichte von Liebe und Vergebung
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00:17 14.04.2016
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Döberitz

Krieg und Flucht sind auch noch über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein Thema in Europa, wie die Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien, in der Ukraine oder die Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten, die in den letzten Monaten Europa erreicht haben, sichtbar deutlich machen. In den letzten Kriegstagen 1945 erlebte Marion Sehmsdorf (1906 bis 2000) auf einem Gut östlich der Oder das Aufeinandertreffen der zurückgebliebenen deutschen Bewohner und der russischen Soldaten mit der näher rückenden Front.

„Eine Geschichte endete damals recht tragisch für die Beteiligten“, erzählt Eckhardt Sehmsdorf, Sohn der Autorin. „Meine Mutter, die im Krieg selbst zweimal ausgebombt wurde und dreimal flüchten musste, nahm dieses Erlebnis als Grundlage für ihre Erzählung einer Beziehung zwischen einer Deutschen und einem russischen Soldaten. Und sie ließ sie hoffnungsvoller enden.“ So entstand „Zwischen Gestern und Morgen – eine Vision“.

Tragisches Ende einer Geschichte

Als der Premnitzer Wilhelm Schmidt, der mit seinen Recherchen die Regionalgeschichte seiner Heimat Dahme/Mark an Licht bringt, vor etwa zwölf Jahren das Werksverzeichnis des märkischen Kirchenmusikkomponisten Günther Marks erarbeitete, stieß er dabei auf Liednoten zur erwähnten Erzählung mit einem Hinweis auf die Schriftstellerin Marion Sehmsdorf. Ebenso wie Marks’ Flucht nach 1945 endete auch die von Marion Sehmsdorf mit ihrem Mann mit ihrer Familie in der südbrandenburgischen Stadt Dahme. Wilhelm Schmidt machte auch Marion Sehmsdorfs Sohn Eckhardt Sehmsdorf, mit dem er inzwischen befreundet ist, in seiner heutigen Heimat Quedlinburg ausfindig.

Vor einem Jahr lud der am 5. März 2015 gegründete „Förderverein für den Erhalt der Kirche Döberitz“ mit seinem Vorsitzenden Roland Bohm zur ersten Benefizveranstaltung ein. Der Verein sammelt Spenden für die nötigen Arbeiten am Dach und an der Außenfassade der über 250-jährigen Dorfkirche. Am Samstag fand nun, nach mehreren Veranstaltungen, die erste in diesem Jahr statt. Wilhelm Schmidt konnte für die Lesung mit Musik Laurin Katharina Singer, die er vor einiger Zeit kennenlernte, gewinnen. Die seit rund einem Jahr in Mögelin lebende Schauspielerin las Marion Sehmsdorfs Erzählung über Liebe, Verständnis und Vergebung während der 90-minütigen Veranstaltung. Gabriele Knobloch, Leiterin der Kunst- und Musikschule TonArt e.V., arrangierte eine moderne Fassung der von Günther Marks komponierten Leitmelodie und führte sie auf der Violine, gemeinsam mit Musikschüler Matthias Staiger (E-Piano) und Annelie Knobloch (Gesang) zur Lesung erstmals auf.

90 Gäste erleben einen besonderen Nachmittag

Ein besonderes Erlebnis für die rund 90 Gäste, die nach der Veranstaltung noch bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kamen. Und ein besonders berührendes Erlebnis für den anwesenden Eckhardt Sehmsdorf. Wie auch sein Vater ergriff er den Beruf des Pfarrers und lebt heute im beruflichen Ruhestand. Er ist der fünfte von insgesamt neun Kindern. Beruflich bedingt lebte Marion Sehmsdorf mit ihrer Familie an vielen Orten. Mehrere Jahre lebte sie an der Seite ihres Mannes während seiner Tätigkeit als Missionspfarrer in Tansania. Seit Anfang der 90er Jahre war Stein bei Nürnberg ihre letzte Heimat.

info Kontakt zum Förderverein für den Erhalt der Kirche Döberitz e.V. per E-Mail foederverein-kirche-doeberitz@web.de. Spendenkonto bei der Volksbank Rathenow: DE90 1609 1994 0002 0582 00. Laurin Singer und ihre Schauspielkollegin Nataša Rikanović gestalten am 21.April, 18 Uhr, in der Arche Premnitz einen literarischen Theaterabend zum Thema Sterben und Leben.

Von Uwe Hoffmann

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