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Eine Halle voller Meerschweinchen

Paaren im Glien Eine Halle voller Meerschweinchen

18 Züchter zeigten am Wochenende im MAFZ-Erlebnispark Paaren am Wochenende ihre Zuchterfolge in mehreren Rassen bei der Landesverbandsausstellung der Meerschweinchenfreunde. Die kuschligen Tiere scheinen vor allem bei Frauen beleibt zu sein.

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Angelique Opalka (l.) aus Leipzig züchtet Merino-Meerschweinchen und Katja Uhlmann aus Dresden Tiere der Sorte „English Crested“.

Quelle: Ulrike Gawande

Paaren im Glien. Die Haltung von Meerschweinchen, die ursprünglich aus Südamerika stammen und ihren Namen erhalten haben, weil spanische Seefahrer die kleinen Nagetiere, die mit ihrem Quieken an Schweine erinnern, übers Meer nach Europa gebracht haben, ist das gemeinsame Hobby von Fiona und ihrer Mutter Solvig Hauck. Die beide Berlinerinnen waren am Sonnabend zur großen Meerschweinchenausstellung in den MAFZ-Erlebnispark Paaren gekommen.

Die Preisrichter schauen genau hin

Die Preisrichter schauen genau hin.

Quelle: Ulrike Gawande

18 Züchter aus dem ganzen Bundesgebiet zeigten 162 Tiere bei der Landesverbandsschau, die von den Meerschweinchenfreunden aus Berlin, Brandenburg und Sachsen organisiert worden war. Mehrere Händler boten Equipment für die kleinen, geselligen Tiere an. Auch Haucks waren auf der Suche nach Zubehör für ihre zehn Meerschweinchen, darunter US-Teddys, Rosetten und Glatte. „Wir sind Liebhaber und keine Züchter“, bekräftigte Mutter Hauck. Doch leben die Tiere bei ihnen nicht im Haus, sondern werden ganzjährig in einer großen Freilaufaußenvoliere gehalten. „Das ist die ideale Haltung, aber auch die anspruchsvollere“, so die Berlinerin. Intensiv habe man sich belesen, als die Familie das erste Tier geschenkt bekam, das nicht lange alleine bleiben sollte.

„Meerschweinchen, von denen es 14 Rassen gibt, sind Rudeltiere. Sie alleine zu halten ist Tierquälerei“, erklärte Karin Lettmair, zweite Landesverbandsvorsitzende der Meerschweinchenfreunde, dem 60 Mitglieder angehören. Deutschlandweit sind es 800 Meerschweinchenfreunde. Lettmair kam vor zwölf Jahren zu ihren ersten Tieren, als man der Tochter eine Freude machen wollte. „In einem Zooladen entdeckte ich eines, das ich noch nie gesehen hatte“, erinnerte sich die Berlinerin. Sogenannte Rex-Meerschweinchen. Zuhause informierte sie sich über die possierlichen Tieren, die damals nicht allzu populär waren. „Sie waren fast verschwunden, weil es einen Teddy-Boom gab. Teddys sehen den Rex-Meerschweinchen zum Verwechseln ähnlich.“ Und so stieß sie auf die Internetseite einer Rex-Züchterin, die zu ihrer besten Freundin wurde. Und auch Karin Lettmair begann zu züchten. Wurde sogar Europameisterin mit ihren Tieren.

Heute hat sie 22 Tiere. „Andere haben bis zu 300, aber ich möchte eine persönliche Beziehung zu meinen Tieren haben.“ Dabei verfolgt sie ein besonderes Ziel: Sie möchte nicht nur die Rex-Rasse erhalten, sondern auch die Anerkennung einer neuen Farbe bekommen. Sind sonst Rex-Meerschweinchen in der Farbe Buff, einem Terracottaton, möchte Lettmair ihre Tiere mit der Farbe „creme-weiß mit roten Augen“ anerkennen lassen. Im November soll die Entscheidung darüber fallen. Bei der Schau im Erlebnispark konnten Wertungsrichter und Besucher ihre Zuchterfolge schon bestaunen. Zwölf Rex-Meerschweinchen hatte sie mit ins Havelland gebracht.

Einen besonders weiten Weg hatte Annika Henkel hinter sich. Die wohl bekannteste deutsche Züchterin von Rosetten-Meerschweinchen war mit ihren Tieren aus der Nähe von Mainz angereist. „Im Osten gibt es wenig Käfigschauen“, so das Resümee der Züchterin, die sich seit zehn Jahren den felligen Vierbeinern widmet. „Mein Ziel ist es, die Optik der Rosetten-Meerschweinchen mit ihren typischen Wirbeln zu erhalten.“

Von Ulrike Gawande

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