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Havelland Eine Hürde fürs Hallenbad genommen
Lokales Havelland Eine Hürde fürs Hallenbad genommen
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00:17 26.03.2017
Das Potsdamer Bad „Blu“ wird in diesen Tagen geflutet, im Mai soll es eröffnen. Die Auswirkungen auf Falkensee sind im Gutachten kaum berücksichtigt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Falkensee

Über den Standort für ein künftiges Hallenbad in Falkensee waren sich die Abgeordneten ziemlich einig: Sie stimmten am Mittwochabend klar für das Areal am Seegefelder Bahnhof. Allerdings kam es zu einer Kampfabstimmung über das weitere Vorgehen. Nämlich darüber, ob es jetzt zügig weitergehen soll und die Stadtverwaltung ein notwendiges Bebauungsplanverfahren starten soll. Das Ja kam durch die Stimmen der SPD, Linke und AFD und einiger Einzelstimmen zustande. Die Grünen hatten sich keinen Fraktionszwang auferlegt und stimmten unterschiedlich.

Dieser Abstimmung war eine fast vierstündige unruhige Debatte über die Konzeptstudie der Kplan AG vorausgegangen. Deren Geschäftsführer Christian Lanzinger hatte die wichtigsten Eckdaten der Studie vorgestellt. Die liegt bereits seit Anfang November öffentlich vor, war in der Steuerungsgruppe für das Bad ausführlich vorgestellt worden. Lanzinger legte nicht nur Zahlen vor, sondern erklärte auch Herangehensweise und Berechnungsprofile, wie etwa das Einzugsgebiet einer Stadt direkt neben einer Millionenmetropole zu bewerten und einzubeziehen ist. So rechnet die Studie mit 134 000 Besuchern pro Jahr, hinzu kämen 43 000 Saunabesucher. Etwa 15 Millionen Euro Investitionskosten sind veranschlagt. Lanzinger zeigte Auswirkungen, die veränderte Eintrittspreise und Besucherzahlen auf den städtischen Zuschuss haben würden. Er verwies auf gut funktionierende Beispiele, brachte Zahlen und Studien hervor. Darunter das Beispiel Kelsterbach im Ballungsraum Frankfurt/Main, die 15 000-Einwohner-Stadt zählt in ihrem Bad mehr als 110 000 Besucher im Jahr. Christian Lanzinger beantwortete stundenlang alle Fragen der Abgeordneten, auch wenn nicht jeder immer mit dem Gehörten zufrieden war.

Die Fragen zielten sowohl aufs Große-Ganze als auch aufs kleinste Detail. Nach der inhaltlichen Ausrichtung und Abgrenzung zu Hennigsdorf, wo für 20 Millionen Euro ein Bad gebaut wird, fragte Ursula Nonnemacher (Grüne). „Sportbad? Freizeitbad? Aktivsportbad? Was denn nun?“, wollte sie wissen. Bäder-Experte Lanzinger versuchte für Falkensee ein Alleinstellungsmerkmal als Aktivsportbad herauszuarbeiten, was aber nicht so überzeugend gelangt. Er plädierte dafür, das klassische 25-Meter-Schwimmbecker „zu attraktivieren“ mit Elementen, die Sport und Spaß zeitgemäß verbinden.

Dann fragten die Abgeordneten dem Mann aus Bayern Löcher in den Bauch: Wassertemperatur in den drei Becken? Wie viel Bahnen für Schulschwimmen zu reservieren seien? Was die Angestellten im Einzelnen verdienen? Ob es ein Bodengutachten gibt? Wie lange die Abschreibung der einzelnen Bereiche ist? Wie ist die Konkurrenzsituation zum privaten Aquafit-Bad in Falkensee? Welchen Höhenunterschied überwindet der Hubboden?

Die Fragestunde zeigte aber auch: Die CDU-Abgeordneten zweifelten erst mal viele Zahlen an. So bezweifelte Sigrid Wucke (CDU) die Saunazahlen, da doch in Falkensee viele eine Privatsauna im Haus hätten. Daniela Zießnitz (CDU) bezweifelte die Personalkosten, die seien ihr zu niedrig. Hans-Peter Pohl (CDU) bezweifelte im Prinzip mal wieder alles: „Die Hennigsdorfer Pläne bestätigen meine Zweifel an den Prognosen für das Falkenseer Bad.“ Die Prognose sei für ihn nicht belastbar, die Zahlen „nicht ehrlich“. Er wolle überhaupt erst einmal grundsätzlich mit den Falkenseern klären, was für ein Bad sie eigentlich wollen. Am Ende stimmte die CDU dagegen, schon jetzt in ein Bebauungsplanverfahren zu starten. Das Areal nördlich des Seegefelder Bahnhofs gehört der Stadt, allerdings herrscht hier noch kein Baurecht. Die Mehrheit der SVV stimmte jedoch für das weitere Vorgehen in Richtung Hallenbad. Die CDU-Fraktion bekräftigte nach der Entscheidung ihre Position, sie fordere weiterhin eine Überarbeitung der Konzeptstudie, der sie „geschönte Zahlen“ vorwirft.

Von Marlies Schnaibel

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