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Havelland Milchhändler-Pleite hat dramatische Folgen
Lokales Havelland Milchhändler-Pleite hat dramatische Folgen
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20:10 15.03.2018
Betroffen ist auch die Agrargenossenschaft Hohennauen. Quelle: Norbert Stein
Havelland

Kaum hat sich der Milchpreis nach langem Dauertief in den vergangenen Monaten stabilisiert, schlittern viele landwirtschaftliche Betriebe im Havelland in die nächste Katastrophe.

Der Milchgroßhändler Berliner Milcheinfuhr Gesellschaft (B.M.G.) hatte Insolvenz angemeldet und von heute auf morgen den Betrieb eingestellt.

„Mit diesem Unternehmen hatten etwa zehn Betriebe aus dem Havelland Verträge“, sagt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Johannes Funke.

Es habe inzwischen mehrere Krisensitzungen in Betrieben gegeben, in denen über die Konsequenzen und Lösungsvarianten gesprochen worden sei. „Fakt ist, alle müssen finanzielle Verluste hinnehmen.“

Kurzfristig eine Lösung gefunden

Einer der betroffenen Milcherzeuger ist die Gesellschaft Wachower Landwirte (GWL), außerdem auch Betriebe in Tremmen, Selbelang und Hohennauen. Die Wachower produzieren im Jahr allein vier Millionen Kilogramm Milch, alles lief bisher über den Partner BMG.

Der war ein Zwischenhändler, hat die Milch von den Betrieben aufgekauft, abgeholt und an die Molkereien verkauft. „Damit ist es seit Dienstagabend vorbei“, erklärt GWL-Geschäftsführer Uwe Bublitz. „Wir mussten uns überlegen, wie unsere Milch in die Molkereien kommt und haben erstmal eine kurzfristige Lösung gefunden, so dass keine Milch im Gully landet“, ergänzt Bublitz.

Insolvenz war nicht vorhersehbar

Die Insolvenz von BMG sei für die Agrargenossenschaft Hohennauen nicht vorhersehbar gewesen, sagt Vorstandsvorsitzender Peter Wilke. Sie treffe den Betrieb hart. Die Milch sei aber jeden Tag, auch am Mittwoch, abgeholt worden. Daran werde sich auch nichts ändern. „Wir haben eine neue Molkerei als Abnehmer für unsere Milch gefunden.“

Allerdings, so Wilke, sei noch die Milchabrechnung für rund einem Monat offen. Man wolle versuchen, das Geld noch von dem insolventen Unternehmen zu bekommen.

Neue Vertragspartner suchen

Die GWL-Wachow gehört einer Erzeugergemeinschaft mit acht landwirtschaftlichen Betrieben an. Zunächst habe man nach Bekanntwerden der Insolvenz mit den Spediteuren, die bisher im Auftrag von BMG die Milch von den acht Betrieben abgeholt haben, vereinbart, dass es auch weiterhin erfolgen soll.

„Wir müssen aber jetzt neue Vertragspartner suchen oder mit den Molkereien neue Verträge abschließen, so Bublitz.

Sicher ist: Die havelländischen Milchbauern haben im Januar und Februar weit weniger Geld für die Milch von der BMG bekommen, als vereinbart. Die Zahlungsschwierigkeiten hätten auf eine Insolvenz hingedeutet, „nur hat keiner damit gerechnet, dass BMG sofort den Betrieb einstellt“, sagt Johannes Funke.

„Es ist für uns ein richtiger Schlag“, so GWL-Chef Uwe Bublitz.

Von Jens Wegener

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