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Eine Million Besucher im Havelland erwartet

Tourismus Eine Million Besucher im Havelland erwartet

Manchmal kann auch Rückschritt Fortschritt bedeuten. 1,1 Millionen Touristen besuchten vergangenes Jahr die Tourismusregion Havelland, auch dank der Bundesgartenschau. Für das laufende Jahr wäre Ines Kias, Geschäftsführerin des Tourismusverbands, schon zufrieden, wenn erneut die Marke von einer Million übertroffen würde. Das wäre immer noch mehr als 2014.

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Das Schloss Ribbeck ist ein beliebtes Ausflugsziel im Havelland.

Quelle: Andreas Kaatz

Havelland. 1,1 Millionen Touristen besuchten im vergangenen Jahr die Tourismusregion Havelland, auch dank der Bundesgartenschau in der Havelregion. Für das laufende Jahr wäre Ines Kias, die Geschäftsführerin des Tourismusverbands, schon zufrieden, wenn erneut die Marke von einer Million übertroffen werden würde. „Wir dürfen uns nicht an 2015 orientieren, als in der Region die Buga stattgefunden hat. Aber wenn wir in diesem Jahr über dem Wert von 2014 liegen, dann hat die Bundesgartenschau auch nachhaltig etwas gebracht“, sagt sie. Rückschritt als Fortschritt sozusagen.

Die Stimmung unter den touristischen Anbietern sei durchweg optimistisch, berichtete Kias am Dienstag anlässlich eines Besuchs des Bundestagesabgeordneten Sebastian Steineke (CDU) im Havelland. Allerdings sei es noch zu früh für verlässliche Aussagen zu den Besucherzahlen, weil bislang erst die Ergebnisse aus dem ersten Quartal vorliegen. „Wir wissen noch nicht genau, wohin die Reise geht“, so Kias. Auch weil die Besucher immer kurzfristiger buchen würden, „von jetzt auf sofort“.

Die meisten Besucher kämen wegen der Natur und der Weite der Landschaft, viele aber auch wegen der Kulturangebote. „Wir haben über 50 Museen, da ist für jeden etwas dabei. Unser Kalender listet übers Jahr 1200 Veranstaltungen auf, und da sind Dorf- und Feuerwehrfeste noch gar nicht enthalten“, sagte Ines Kias. Auch die Nähe zu Berlin und Potsdam sei ein großer Vorteil, bemerkte Sebastian Steineke: „Mit der Bahn sind sie aus Paulinenaue in 30 Minuten in Spandau.“

Besonders beliebt ist die Reiseregion weiterhin bei Fahrradtouristen. Mit dem Havelradweg und dem Havellandradweg führen zwei populäre Strecken durch die Region, die sich auch gut kombinieren lassen. Die Nachfrage bei Wanderern nehme ebenfalls zu, so Kias, „auch wenn wir diesbezüglich nicht mit dem Fläming mithalten können. Aber es gibt mittlerweile viele kleine Wandernester: in Stölln, in Milow, in der Döberitzer Heide.“

Am stärksten entwickelt sich jedoch der Wassertourismus. „es werden immer mehr Bungalowboote“, berichtete Ines Kias. An einigen Anlegestellen fehle es allerdings noch an der nötigen Infrastruktur, an Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten oder Tankstellen. Auch entlang der Radwege sei diesbezüglich noch Luft nach oben, so die Touristikerin. „Wenn ich am Radweg wohnen würde, hätte ich schon längst meine Garage gestrichen und ein paar Stühle aufgestellt und würde Kuchen verkaufen.“

Weniger stark aufgestellt ist die Tourismusregion, zu der neben dem Havelland auch noch die Stadt Brandenburg an der Havel sowie die Gegend um Werder/Havel in Potsdam-Mittelmark zählen, im Wellnessbereich. „Wir haben keine Therme, das fehlt so ein bisschen“, sagte Ines Kias. Nur vereinzelt gebe es Anbieter im Gesundheitsbereich, etwa die Stutenmilchfarm in Bredow. Über Angebote wie dieses informieren sich die Besucher zunehmend im Internet. Kataloge aus Papier gibt es immer weniger, stattdessen kümmern sich die Mitarbeiter des Tourismusverbands um Suchmaschinenoptimierung und die sozialen Medien. „Der Touristiker von heute wird immer mehr zum Informatiker“, meinte Kias.

Doch es gibt sie noch, die gedruckten Broschüren. Im Herbst beispielsweise erscheint eine aktualisierte Fassung des Infoflyers zum Reformationsjahr 2017, das über den Tourismusverband vermarktet wird. „Wir sind eine der wenigen Regionen in Brandenburg, die etwas zum Thema 500 Jahre Reformation machen“, sagte Kias. 2019 wird dann das große Fontanejahr, zum 200. Geburtstag des berühmten Schriftstellers. „Da wollen wir natürlich auch mitmachen“, sagte Frank Wasser, der Geschäftsführer von Schloss Ribbeck. Schließlich sei Ribbeck „mit das erste, an das man bei Fontane denkt“.

Von Philip Häfner

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