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Eine Schule im Wandel der Zeit

100 Jahre Nauener Goethegymnasium Eine Schule im Wandel der Zeit

Rote Lippen und Petticoats trafen auf grelle Hippiekluft, Federboas und stilechte Paillettenkleider der 20er Jahre. Auf dem Schulhof des Nauener Goethegymnasiums feierten 640 Schüler und ihre Lehrer am Freitag ausgelassen das 100. Schuljubiläum.

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Ein Tanz durch alle Jahrzehnte – die Goethe-Gymnasiasten feierten mit viel Humor und Kreativität ihre Schule.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Rote Lippen und Petticoats treffen auf grelle Hippiekluft, Federboas und stilechte Paillettenkleider der 20er Jahre. Schwingt im einen Moment noch die Rockabilly-Fraktion ihre Röcke zu Elvis Presleys „Jailhouse Rock“, tanzen im nächsten schon die 80er-Jahre-Kids Michael Jacksons „Moonwalk“. Dieses bunte Gewusel gab es am Freitag auf dem Schulhof des Nauener Goethegymnasiums zu beobachten. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Schuljubiläum stand am Freitag alles im Zeichen „Schule wie vor 100 Jahren“.

„Der Gruppenzusammenhalt ist hier einfach einmalig und mit keiner anderen Schule zu vergleichen“ Justin Niedzwedzki (18) aus Nauen

„Der Gruppenzusammenhalt ist hier einfach einmalig und mit keiner anderen Schule zu vergleichen.“ Justin Niedzwedzki (18) aus Nauen

Quelle: Tanja M. Marotzke

Mit hölzernen Schulbänken, antiken Füllfederhaltern, bunter Deko und Hinweisschildern waren die Klassenräume gestaltet, musikalische Darbietungen sorgten auf dem Schulhof für Stimmung. Jungs mit großen Afro-Perücken und gebatikten T-Shirts vergnügten sich beim Fußball-Turnier, und auch Nauens Nachtwächter Wolfgang Wiech war zu Gast im Goethe-Gymnasium. Für die Zeitkapsel, die Schulleiter Wieland Breuer und Geschichtslehrer Jörg Stahnisch gestern im Boden versenkten, steuerte Wiech eines seiner Nauener Heimatblätter bei. Außerdem landeten Fotos, T-Shirts, ein Stick mit Musik und Texten, Zeitungsausschnitte sowie ein Handy unter der Erde, um in einigen Jahrzehnten kommende Generationen zu überraschen. Erst kürzlich hatte Jörg Stahnisch mit einigen Schülern eine Zeitkapsel von 1989 geortet und ausgegraben. „Das war eine tolle Leistung. In der Kapsel waren unter anderem auch Pioniertücher - herrlich, die mal wieder zu sehen“, so Wieland, seit 2006 der 17. Schulleiter in der Geschichte des Hauses.

„Wir haben hier ein sehr gutes Schulklima und die Lehrer sind immer für uns da“ Felicia Völpel (17), Justine Degner (17) und Lennart Rommei

„Wir haben hier ein sehr gutes Schulklima und die Lehrer sind immer für uns da.“ Felicia Völpel (17), Justine Degner (17) und Lennart Rommeiß (16) aus Brieselang und Lukas Gerbeth (17) aus Friesack

Quelle: Tanja M. Marotzke

Als einer, der vor über 70 Jahren fast sein Abitur an dem Gymnasium abgelegt hätte, war gestern Heinz Bunese Gast der Feierlichkeiten. „Ich wurde 1943 eingezogen und habe mein Abitur um ein Jahr verpasst. Heute habe ich es mir nicht nehmen lassen, trotzdem den Abiturjahrgang 1944 zu vertreten – es ist schon ein außergewöhnliches Jubiläum“, so der 91-Jährige.

Alle Schüler hatten sich am Freitag in Schale geworfen

Alle Schüler hatten sich am Freitag in Schale geworfen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wochenlange Vorbereitungen waren dem großen Schulfest vorausgegangen. „Wir haben sehr früh angefangen, in den letzten Tagen wurde es dann doch stressig. Dank der guten Zusammenarbeit und Hilfe aller Mitschüler hat aber alles geklappt“, so die 17-jährige Sina Basta, die gemeinsam mit dem gesamten elften Jahrgang für das Sommerfest verantwortlich war. „Wir haben den Schülern höchstens die Zeit für die Organisation freigeschaufelt und saßen den Planungssitzungen bei. Den Rest haben sie selber auf die Beine gestellt“, sagte Lehrerin Dagmar Grünert. „Es ist ein ganz toller Jahrgang. Ich selber bin seit 1991 hier an der Schule und könnte mir keine bessere vorstellen – hier zu lehren, macht einfach Spaß.“

„Wir haben uns bewusst für das Gymnasium entschieden

„Wir haben uns bewusst für das Gymnasium entschieden. Hier ist es viel familiärer als in größeren Schulen.“ Jonathan Gorka (15) aus Tremmen und Sophie Kleinert (15) aus Falkensee

Quelle: Tanja M. Marotzke

Und dass die Schule nicht nur unter Lehrern beliebt ist, zeigt die Tatsache, dass von den derzeit 640 Schülern rund zwei Drittel nicht aus Nauen stammen, sondern unter anderem aus Falkensee, Brieselang oder Friesack.

Von Namen und Feiern

Ab 1. Oktober 1916 war das vom Architekten Max Taut errichtete Gebäude in der Parkstraße Domizil des Realgymnasiums und in der 1930er-Jahren erhielten dort die Schüler in einer Oberschule Unterricht. 1949 trug die Schule erstmals den Namen Goethes. Der Nauener Geschichtsschreiber Georg Ernst Bardey unterrichtete hier als Oberlehrer, der ehemalige Landesbauernpräsident Udo Folgart machte an der Schule sein Abitur.

Weitere Feierlichkeiten im Rahmen des besonderen Jubiläums sind die große Festveranstaltung für geladene Gäste am 13. Oktober sowie das große Treffen der Ehemaligen im Juni 2017 in Paaren im Glien. Bereits 2007 waren knapp 1500 ehemalige Schüler gekommen.

„Viele Schüler entscheiden sich bewusst für das Goethegymnasium, auch wenn sie lange Wege in Kauf nehmen müssen. Sie kommen aus rund 60 Orten und Ortsteilen in und um Nauen sowie aus dem Havelland“, so Grünert. „Wir versuchen für die Schüler immer authentisch zu sein – selbst wenn das heißt, dass wir uns ebenfalls verkleiden müssen“, lacht Schulleiter Wieland Breuer und rückt seinen Zylinder zurecht.

Von Laura Sander

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