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Havelland Mikroskopfirma will mit kleinen Schritten vorankommen
Lokales Havelland Mikroskopfirma will mit kleinen Schritten vorankommen
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09:04 16.03.2018
Tilo Happich im Herzstück des Unternehmens, dem Produktionsbereich. Hier entstehen Mikroskope, die auch ins Ausland verkauft werden. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Es weht ein frischer Wind in den Geschäftsräumen der Askania Mikroskop Rathenow GmbH im Grünauer Fenn. Davon zeugt nicht nur das bunte Graffito im Treppenhaus, das ein etwa zwei Meter hohes Mikroskop zeigt.

In der ersten Etage gibt es jetzt einen neuen Präsentationsraum, auch der Internetauftritt ist moderner, was die Suchmaschine Google mit Spitzenplatzierungen belohnt.

Vor einem Jahr übernahm Happich das Ruder

Zu verdanken ist das Tilo Happich. Der 46-Jährige hat vor einem Jahr als Geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen übernommen.

„Wir sind nach wie vor ein kleines Unternehmen. Mit der Putzfrau sind wir zehn Mitarbeiter. Aber man braucht nicht zwangsläufig viele Mitarbeiter, sondern die richtigen“, sagt Happich. Sein Team besteht aus Fachkräften, die keine Produkte von der Stange fertigen, sondern ausgeklügelte Produkte anfertigen.

Ausgeklügelte Sonderlösungen made in Rathenow

„Wir bieten im Bereich der Lichtmikroskopie Sonderlösungen an und stellen Kleinserien her. Damit bewegen wir uns in einer Nische, für die es spezielles Wissen braucht“, erklärt der Chef.

Der Vorteil: Der asiatische Markt spielt als Konkurrenz kaum eine Rolle, weil dort eher Lösungen vom Band angeboten werden. Und für die Großen der Branche ist der Bereich aufgrund der geringen Stückzahlen uninteressant.

Tilo Happich kennt sich aus. Dabei hatte der studierte Volkswirt bisher mit Mikroskopie nichts zu tun. Der gebürtige Potsdamer sammelte Berufserfahrung in einem Pharmaunternehmen und bei einem Energieversorger bevor er seine Karriere in mittelständischen Familienunternehmen fortsetzte.

Ein Unternehmen mit Tradition

Die Entwicklung und Fertigung von Mikroskopen hat in der havelländischen Kreisstadt eine lange Tradition.

Die Askania Mikroskop Rathenow GmbH setzt fort, was vor 200 Jahren mit Duncker und Emil Busch begann. Fast 30-Jahre gehörte die Askania zum Kombinat VEB Carl Zeiss Jena.

Nach der Wende wurde aus der Mikroskop-Abteilung eine eigenes Unternehmen mit 120 Mitarbeitern gegründet.

1995 folgte die Insolvenz und zugleich ein Neuanfang.

Carla und Ralf-Peter Lautenschläger gründeten 1995 mit sieben Mitarbeitern die Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH, die heute autorisierter Partner der Carl Zeiss AG ist.

„Dort habe ich mein Handwerkszeug gelernt, erst als Assistent der Geschäftsleitung, später als kaufmännischer Leiter und kaufmännischer Geschäftsführer. Das war eine gute Schulung“, sagt Happich rückblickend.

In einen Konzern wollte er nicht zurück

In einen großen Konzern wollte er nie wieder zurück, die Arbeit in mittelständischen Unternehmen bot einfach zu viel Freiheit. „Und das hier ist der Gipfel der Freiheit“, sagt Happich mit Blick auf seine neue berufliche Heimat.

„Jetzt kann und muss ich allein entscheiden.“ Dass er das kann, darauf vertraut sein Vorgänger, Ralf-Peter Lautenschläger, der vor der Übernahme meinte: Ein guter Kaufmann, der sich rudimentär die Technik aneignet, kann das Unternehmen besser führen als andersrum.

Moderne trifft auf Historisches: Fünf Tonnen Schrott haben Happich und seine Mitarbeiter im letzten Jahr entsorgt. Diese Maschine aus den 1930er Jahren durfte bleiben. Quelle: Christin Schmidt

Damit scheint er richtig zu liegen. Der neue Geschäftsführer hat die Strukturen und Abläufe optimiert, flexible Arbeitszeiten eingeführt sowie die Möglichkeit geschaffen, von zu Hause zu arbeiten. Nun will er in moderne Betriebssoftware und Maschinen investieren.

Im April reist Happich mit einer Kollegin, die fließend russisch spricht, nach Moskau. Russland ist zurzeit der wichtigste Auslandsmarkt für die GmbH. Um die Kunden dort noch besser betreuen zu können, nutzt Happich die Sprachkenntnisse seiner Mitarbeiterin.

Kleine Veränderungen sollen das Unternehmen voranbringen

„Wir haben eine russische Tastatur gekauft, jetzt kann sie die Korrespondenz übernehmen. Für unser Unternehmen bedeutet das ein kleines Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen.“

Es sind solche Veränderungen im Kleinen die das Unternehmen voranbringen sollen. Vieles ist aber auch so geblieben. Tilo Happich hat keinen Mitarbeiter entlassen.

Ein Mitarbeiter konnte zusätzlich eingestellt werden

Im Gegenteil, es kam ein weiterer dazu. Außerdem sucht er Verstärkung im Bereich Kundenberatung und Vertrieb. „Und wir werden erstmals in der Firmengeschichte einen Ausbildungsplatz im Bereich Feinmechanik anbieten“, so Happich.

Langfristig will er sein Unternehmen breiter aufstellen, höhere Geräteklassen entwickeln und wachsen. Fünf weitere Mitarbeiter und die Verdoppelung des Umsatzes, der zurzeit bei 1,3 Millionen im Jahr liegt, das ist durchaus machbar, meint Tilo Happich.

Von Christin Schmidt

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