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Havelland Eine große Schau für die kleine Biene
Lokales Havelland Eine große Schau für die kleine Biene
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10:40 15.03.2018
Beuten, wie der Imker die Bienenkörbe nennt, haben im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ihre Gestalt geändert. Quelle: Tobias Wagner
Elstal

Karls Erlebnis-Dorf im havelländischen Elstal hat ein wirklich wichtiges Erbe übernommen. Neben allerlei Speisen, Kinderattraktionen wie Streichelzoo und Abenteuerspielplatz findet man auf dem weitläufigen Gelände die Exponate, die noch vor wenigen Jahren im Bienenmuseum in Möthlow zu sehen waren.

Dessen langjähriger Leiter Henri Kraatz konnte aufgrund gesundheitlicher Probleme das einzige Bienenmuseum im Land Brandenburg nicht weiter betreiben. Und so zogen die Ausstellungsstücke vor mehr als drei Jahren nach Elstal und erhielten an dieser Stelle einen würdigen Rahmen.

Eine Vielzahl von Arbeitsgeräten und Tafeln informiert über das Leben und Wirken der Biene. Auch erfährt der Besucher eine Menge über die Arbeit des Imkers.

Die Ausstellung macht nicht nur die Geschichte der Imkerei greifbar, sondern gibt auch Einblicke in das Leben und Schaffen einer Honigbiene. „Ich habe mich vorher überhaupt nicht mit Bienen beschäftigt“, versichert Christian Off (30). Er ist einer von drei Betreuern des Museums, das in den Dorfladen des Erlebnis-Ortes integriert ist.

Erst mit Errichtung des Museums wurde Offs Interesse geweckt. „Das Thema Bienen ist jedoch unglaublich interessant und vor allem wichtig“, unterstreicht Off. Denn mehr als die Hälfte aller Bienen in Deutschland sind vom Aussterben bedroht oder bereits aus dem Ökosystem verschwunden. Mit teils empfindlichen Folgen für den Menschen. Umso dringlicher sei es, auf die Bedeutung der Bienen hinzuweisen.

Das ganze Jahr geöffnet

Karls Erlebnis-Dorf Elstal liegt in der Döbritzer Heide 1 in 14641 Wustermark.

Das Bienenmuseum ist ganzjährig täglich in der Zeit von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung befindet sich in barrierefreien Räumen.

Das Erlebnis-Dorf liegt direkt an der Bundesstraße 5 zwischen der Autobahn 10 (Abfahrt Berlin-Spandau) und der Berliner Stadtgrenze. Von der B 5 nimmt man die Ausfahrt Elstal/Olympisches Dorf, Sielmann-Stiftung.

Weitere Informationen unter im Internet unter www.karls.de/elstal.html

Die Ausstellung ist auf vier Räume aufgeteilt. Wie in einem Schlauch wird der Besucher durch die thematisch abgeschlossenen Bereiche geführt. Der Gast lernt so nicht nur den Vorgang der Blütenbestäubung durch das Insekt kennen, sondern wird durch den gesamten Prozess der Honiggewinnung geführt.

Das Museum gibt zusätzlich Einblicke in die Geschichte der Imkerei. Ausgestellt sind beispielsweise die Nachbauten mittelalterlicher Bienenbeuten. Während eine künstlich bereitgestellte Nisthöhle mitsamt den darin befindlichen Bienenvolk als Bienenstock bekannt ist, werden leere Behausungen Beute genannt. Diese wurden im Mittelalter noch mit Kuhdung bestrichen, um die Behausungen atmungsaktiv und wetterbeständig zu machen.

Werdegang einer Biene

Schautafeln verdeutlichen darüber hinaus den Werdegang einer Biene - vom Schlüpfen bis zum Einsatz als Arbeiterin, Drohne oder gar Königin. Dass diese Königinnen auch von Imkern gezüchtet werden können, zeigt eine liebevoll nachgebaute Imkerwerkstatt. Besonders interessant ist eine sogenannte Bienenbox zum Erhalt der Bienen. Diese könne sich jeder bestellen und auf den Balkon hängen um sein eigenes Bienenvolk zu züchten.

Rein rechtlich ist das überall da möglich, wo auch Hunde und Katzen gehalten werden dürfen. Um Angst auf Bienen in den eigenen vier Wänden müsse man sich aber nicht unbedingt machen. Vor allem Wespen ziehe es in die Wohnung. „Bienen bleiben eher draußen, da sie sich zum Tageslicht hingezogen fühlen“, beruhigt Off. „Außerdem sticht eine Biene nur, wenn sie auch wirklich schwer geärgert wird“.

Nektar und Pollen

Der Arbeitsalltags einer lebenden Biene kann sogar vor Ort betrachtet werden. In einem Schaukasten bauen die Insekten Waben, ziehen die Brut auf und lagern Nektar und Pollen ein. Mit etwas Glück zeigt sich gar ein Imker, der regelmäßig den Honig aus den Waben holt.

Die vier wichtigsten Werkzeuge dazu sind der Smoker, Meißel, Besen und die Gabel. Der Rauch des Smokers lenkt die Bienen ab, während der Imker mit dem Meißel eine Wabe aus dem Stock holt. Mit den Bienen kann er nun die Bienen behutsam herunter fegen. Mit der Gabel wird anschließend die Wabe vom Wachs befreit. Somit liegt der Honig frei. Die Werkzeuge gehören natürlich auch zu den Ausstellungsstücken.

Besondere Aktion für Kinder

Da das Erlebnis-Dorf vor allem Familien mit Kindern anspricht, werden am Eingang des Museums Kärtchen mit Fragen verteilt. Kleine Gäste können beim Durchstreifen der Ausstellungsräume die dazu passenden Antworten finden und so einen kleinen Preis gewinnen. Die virtuelle Führung übernehmen Hörkästen, die mit Sprachbeiträgen durch die Ausstellung leiten.

Von Tobias Wagner

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