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Havelland Eine haarige Angelegenheit
Lokales Havelland Eine haarige Angelegenheit
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09:35 15.06.2016
Paul Pogba hatte sich einen besonderen Haarschnitt für das Eröffnungsspiel zugelegt. Quelle: Matthias Koch
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Falkensee

Mein Vater hat sich eigentlich in der Vergangenheit drei Mal über Frisuren aufgeregt. Das war einmal, als mein Bruder sich die Haare wachsen lassen wollte und mein Vater wütete: „Die Haare kommen ab, sonst siehst du aus wie ein Gammler.“ Das war, als ich mit pinkfarbenem Kopfputz nach Hause kam und er drohte: „Solange du deine Haare mit meinem Föhn trocknest, will ich hier keine Zirkusfarbe sehen.“ Und das war, als Dixie Dörner sich eine Dauerwelle verpassen ließ. Dass der Dresdner Dynamostar mit künstlichen Locken auf den Fußballrasen auflief, schüttelte es ihn: „Das sieht weibisch aus. Das ist kein Vorbild für die Jugend.“ Woran man sieht, dass mein Vater von Modewellen und Nachahmungsdrang keine Ahnung hatte.

Fußballspieler können Götter sein, und wer seinem Gott nah sein will, der kann natürlich ein Trikot mit der hochheiligen Spielernummer anziehen, der kann aber auch die Frisur des Idols nachempfinden. Friseure können ein Lied davon singen, wie Jungs in den Laden kommen, ein Bild von – sagen wir mal – Marco Reus auf den Tisch legen und sagen: So will ich das auch haben..

Die Vorbilder haben ja da allerhand zu bieten. Fußballspieler und ihre Frisuren sind eineigenes Kapitel. Dixie Dörner hatte sich das mit der Kaltwelle ja nicht ausgedacht. Paul Breitner hatte mit seinem Spiel und seinen Locken einfach Maßstäbe in den 70er-Jahren gesetzt. Klar gab es auch Naturlockentalente. Als Rudi Völler noch volleres, oder hier kann man auch sagen: völleres Haar hatte, da lockte es gewaltig. Legendär wurde er dann durch seine Haare, weil nämlich ein niederländischer Spieler reinspuckte. Die Lama-Aktion wird Frank Rijkaard (auch Naturlocken) sein Leben lang nicht los. Als Haarfestiger hat sich die Hollandspucke dann doch nicht durchgesetzt. Da mussten andere Mittel her. Welche, das wusste wenig Jahre später Oliver Bierhoff am besten. Dem konnten wir im Fernsehen beim Fußballspielen und beim Haarewaschen zuschauen. Keine Ahnung, womit er mehr Geld verdiente. Werbung für Haarpflegemittel kam jedenfalls an. Eine neue pluralistische Haargeneration wuchs heran. Manche Haargrausamkeit war da zu sehen. Ungeschlagen auf Platz 1 der missglückten Frisurexperimente steht immer noch Steffen Effenberg mit seinem Tigerhinterkopf. Haarfetisch geht eben auch geschmeidiger, wenn man an Ronaldo denkt, über dessen Liebe zur Haarpflege so manches hämische Wort in den Medien zu finden ist.

Manchmal hat man schon den Eindruck, „das aufm Kopf ist wichtiger als das aufm Platz“. Pierre-Emerick Aubameyang aus Dortmund hat nicht nur einen extravaganten Namen, sondern auch einen Starfriseur, den er sich aus Paris einfliegen lässt. Muster, Raster, Farbflächen, Sterne – alles ist auf diesem Kopf möglich. Andere betreiben einen ähnlichen Aufwand mit nicht so spektakulärer Optik. Mesut Özil soll zwar in London arbeiten, aber in Stuttgart zum Friseur gehen. Wobei gehen natürlich an der Stelle nicht wörtlich zu nehmen ist.

Vielleicht werden bei großen Fußballspielen bald nicht mehr die Spielerfrauen, sondern die Spielerfriseure auf der Bank sitzen. Sport und Werbung lässt sich halt schön verflechten.

Als am Wochenende zu Spielbeginn der Begegnung England gegen Russland die Kamera an den jungen Spielern vorbeifuhr, kommentierte das mein Vater mit: „Immerhin, einen ordentlichen Haarschnitt haben die Jungs ja.“ Ein paar Paradiesvögel kommen aber noch. Da muss er stark sein.

Von Marlies Schnaibel

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