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Havelland Eines Geistes sein
Lokales Havelland Eines Geistes sein
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08:15 14.05.2016
Michael Jurk Quelle: Tanja M. Marotzke
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Havelland

Ich erinnere mich noch gut an den Russischunterricht meiner Schulzeit zurück: Dieser war für alle Schüler der damaligen DDR ab der 5. Klasse als erste Fremdsprache verpflichtend. Ab der 7. Klasse konnte dann eine weitere Fremdsprache gewählt werden. Das war meist Englisch, manchmal auch Französisch oder Spanisch. Die zweite Fremdsprache war Pflicht, wenn man auf die EOS (Erweiterte Oberschule) wechseln wollte, um dort das Abitur zu absolvieren.

Wie gern hätte ich damals im Fremdsprachenunterricht das gehabt, wovon der Science-Fiction Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ berichtet: den „Babelfisch“. Das ist etwas Geniales. Ein kleines Tier nämlich, das man sich ins Ohr setzen kann. Und dann versteht man alle Sprachen. Sein Name, „Babelfisch“, ist an die uralte biblische Geschichte des Turmbaus zu Babel angelehnt. In der wollen Menschen einen Turm bauen, der bis in den Himmel reicht. Größenwahn pur. Aber Gott bremst sie aus. Mit einem sehr wirkungsvollen Trick:  Er lässt sie unterschiedliche Sprachen sprechen, so dass sie sich nicht mehr verständigen können.

Sich verstehen können, egal, welche Sprache man spricht. Es gibt eine Fortsetzung der Geschichte vom Turmbau zu Babel. Das ist die Geschichte von Pfingsten, dem kirchlichem Fest, das wir an diesem Wochenende feiern.

Aber was genau ist Pfingsten? Ein Fest, gewiss. Doch wer oder was wird da gefeiert? Es ist wohl das seltsamste unter den Festen des Kirchenjahres. Die Geschichte von Pfingsten erzählt, dass göttlicher Geist wie Feuerflammen vom Himmel fällt und bewirkt, dass die Menschen sich auf einmal verstehen können. Egal, welche Sprache sie sprechen.  Sie verstehen sich, weil sie eines Geistes sind.

Die Überwindung sämtlicher Sprachbarrieren - das war damals ein Ereignis. So etwas könnte man heute brauchen. Und zwar mehr denn je! Das merken wir, wenn wir die Wahlergebnisse in Europa anschauen: Die Nationalisten gewinnen wieder an Bedeutung – also jene, die die eigene Nation in den Vordergrund stellen und nicht die gemeinsame europäische Idee. Es herrscht ein großes, gegenseitiges Nichtverstehen. Um das zu überwinden, reicht es eben nicht aus, Worte nur zu übersetzen. Wir bräuchten alle einen gemeinsamen Geist – einen europäischen Geist.

Ich wünsche mir zum kirchlichen Pfingstfest, dass wir uns auch politisch wieder darauf besinnen, wofür Europa eigentlich steht! Denn Europa ist mehr als nur ein technokratisches Gebilde, mehr als nur Markt und Wettbewerb. Die europäische Identität geht auf eine gemeinsame Kultur und gemeinsame Werte zurück: Der Wille zum Frieden,  der Geist von Demokratie und Menschenrechten. Ich wünsche mir ein gestärktes Europa, das eine Kraft ist in der Welt – als heilsames Gegengewicht zum Waffenrasseln und Prahlgebaren der Großmächte. Wir haben genug Geistlosigkeit in dieser Welt, genug an Dummheit und Unverständnis.

Die Botschaft vom Pfingstfest ist: Es gibt einen Geist, der uns beflügelt und verbindet. Solch einen Geist wünsche ich mir für uns alle. Einen Geist des gegenseitigen Verstehens und der Toleranz. Ja, auf den hoffe ich!

 

Von Michael Jurk, Pfarrer des Pfarrsprengels Pessin/Paulinenaue und Haage

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