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Havelland Einrad-Butler für den guten Zweck
Lokales Havelland Einrad-Butler für den guten Zweck
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11:05 23.06.2015
Jörn Dreuw in Strodehne. Quelle: M. Kniebeler
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Strodehne

Die Dorfstraße in Strodehne am Freitagmittag. Trecker, Linienbus, Frau auf Fahrrad. Und viel Leere. Was man hier sicher nicht erwartet, ist ein Butler. Und ein elektronisches Einrad dürfte diesen Ort auch noch nicht passiert haben.

Wie man sich täuschen kann. Denn justament biegt was um die Ecke, das wie ein Butler auf einem elektronischen Einrad aussieht. Die Erscheinung kommt näher und siehe da: Es ist ein Butler auf einem elektronischen Einrad. Noch bevor man diese Begegnung der unheimlichen Art verdaut hat, streckt der Mann die Hand aus: „Hi. Ich bin Jörn Dreuw.“ Als rollenden Spenden-Butler stellt sich der 45-jährige Münchner vor. Auf dem Rücken seines Fracks steht in großen Buchstaben „Nepal nicht vergessen!“ Das entspricht vielleicht nicht der strengen Butler-Etikette, aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel.

Und der Zweck ist ein guter. Dreuw ist aufgebrochen, um den Menschen die Erdbebenkatastrophe in Nepal in Erinnerung zurückzurufen. Zwar liegt das Unglück, dem 8000 Menschen zum Opfer fielen und das Zehntausende obdachlos machte, noch nicht einmal zwei Monate zurück. „Aber man hat den Eindruck, dass viele das Leid schon vergessen haben“, sagt er.

Info

Der Spenden-Butler hat kein eigenes Spendenkonto, sondern verweist auf seiner Internetseite (www.spenden-butler.de) auf vier Nepal-Hilfsorganisationen, die sich im Land bestens auskennen

Dreuw, der 25 Jahre lang als Journalist gearbeitet hat und außerdem ausgebildeter Butler ist, stemmt sich gegen dieses Vergessen. Mit seiner Aktion will er die Menschen zum Helfen animieren. Dazu muss er aber erst mal deren Aufmerksamkeit wecken. Was ihm mit dem ungewöhnlichen Fortbewegungsmittel und der seltenen Uniform gelingt.

Gestartet ist Dreuw vor zehn Tagen in Hamburg. An der Elbe ist er vorbeigefahren bis Wittenberge, und von dort geht es über Havelberg, Rathenow, Brandenburg und Potsdam bis Berlin. 50 Kilometer schafft er am Tag. Aber er muss die Etappen so planen, dass mittags eine längere Rast möglich ist – mit Stromanschluss, Denn nach 25 Kilometern muss der Akku aufgeladen werden, zweieinhalb Stunden Zwangspause.

Ein ganz neues Freiheitsgefühl erlebe er gerade, erzählt Dreuw, der sich beruflich umorientiert. „Es ist Wahnsinn, wie wenig man braucht“, sagt er. Und zeigt sein Reisegepäck. Nichts als eine Bauchtasche, darin: Eine Garnitur Unterwäsche, die er jeden Abend per Hand wäscht, Socken, Handy, Akku, Mini-Kamera, Zahnbürste. „Das Leben kann so einfach sein“, sagt er. Steigt aufs Rad und fährt die Dorfstraße lang in Richtung Rhinow. Bis da reicht der Akku noch.

Von Markus Kniebeler

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