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Havelland Einsätze per Mausklick planen
Lokales Havelland Einsätze per Mausklick planen
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00:31 15.11.2015
Ralf Oehme, Ortswehrführer in Milow und Geschäftsführer der Verbände im Einsatz GmbH hatte die Idee für das Programm „Einsatzplaner“. Quelle: Privat
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Milow

Ein Szenario: Großbrand im Premnitzer Industriegebiet. Feuerwehren aus der gesamten Umgebung werden zu Hilfe gerufen. Die Kameraden der Premnitzer Wehr müssen den Einsatz koordinieren. Wer übernimmt welche Aufgabe? Wie sind die einzelnen Fahrzeuge, die zum Einsatzort kommen, ausgestattet? Wann werden sie eintreffen? Diese und viele andere Fragen gilt es via Funk oder durch Erfragen vor Ort abzuklären. Eine Aufgabe, die wertvolle Zeit kostet. „Allein für die Suche, nach der nächsten Wasserentnahmestellen, müssen mehrere Kameraden ausrücken, da es kein regional übergreifendes Verzeichnis dafür gibt“, erklärt Ralf Oehme. Der 35-Jährige ist Ortswehrführer in Milow und engagiert sich seit 1992 in der Freiwilligen Feuerwehr. Um das digitale Zeitalter im Rettungsbereich einzuläuten, gründete Oehme die GmbH Verbände im Einsatz und arbeitet seit eineinhalb Jahren mit den Berliner Programmierspezialisten von H3KO an dem Programm „Einsatzplaner“. 2016 soll es an den Start gehen und die Rettungsarbeit revolutionieren.

Oehmes Vision: Künftig sollte jedes Einsatzfahrzeug mit einem Tablet ausgestattet sein, um ein vernetztes Arbeiten zu ermöglichen. Mit dem Einsatzplaner wird die aktuelle Lage dargestellt und mittels Symbolen für alle Beteiligten sichtbar eine Strategie entworfen. Eingebunden werden können alle Einsatzkräfte – Rettungsdienst, Wasserrettung ebenso wie Polizei oder Technisches Hilfswerk. Sie sollen per Mausklick die für sie wichtigen Informationen abrufen können.

Eine Innovation für den Schulungsbereich

Die Kameraden sehen zum Beispiel auf einen Blick sämtliche Löschwasserbrunnen. Auch die Ankunftszeit einzelner Einsatzfahrzeuge und deren Ausstattung wird übermittelt und ermöglicht eine gezielte Planung. An der Entwicklung des Programms sind mehrere Hochschulen beteiligt. Sie arbeiten unter anderem an technischen Raffinessen wie einer automatischen Schlauchlängenberechnung.

So sieht die Programmoberfläche des Einsatzplaners aus. Quelle: Verbände im Einsatz

Nicht nur im direkten Einsatz wird das Potenzial moderner Technik bisher kaum genutzt. Auch im Schulungsbereich wird noch rückständig gearbeitet – mit Magnettafeln und herkömmlichem Kartenmaterial, statt mit den digitalen Errungenschaften unserer Zeit. Nicht so in Milow, Wusterwitz und Nennhausen. Hier nutzen Feuerwehren ein von Oehme erdachtes Ausbildungstool, das seit einigen Monaten auf dem Markt ist. Auch im Ruhgebiet, auf Usedom und sogar in Österreich wird es schon genutzt. „Die Nachfrage ist immens“, so Oehme.

Bleibt die Frage, warum es ein solches Tool noch nicht gibt? „Zum einen konkurrieren die Bundesländer untereinander“, so Oehme. Zum Beispiel gibt es ein Programm für Entnahmestellen in Sachsen, allerdings halte man es dort unter Verschluss. So werde länderübergreifende Zusammenarbeit behindert. Und in Behörden bleiben Ideen häufig stecken.„Ich möchte ein einheitliches Einsatzmittel für alle Kräfte in ganz Deutschland“, betont Oehme. Er ist auf einem guten Weg, wie ihm Polizei, Innenministerium, Landesfeuerwehrschulen und Berufsfeuerwehren bestätigten. Der Einsatzplaner sei innovativ und zukunftsweisend.

Rettungskräfte vernetzen

Ab 2016 soll der Einsatzplaner verfügbar sein. Versionen für die Betriebssysteme Windows und Mac Os gibt es bereits. Ende 2015 soll Android hinzukommen.

Die Jahreslizenz kostet 36 Euro, davon kommen zwei Euro der Landesjugendfeuerwehr Brandenburg für die Nachwuchsarbeit zugute.

Für jede Feuerwehr in Brandenburg will Ralf Oehme eine Jahreslizenz spendieren, um das System voranzubringen.

Möglich sein soll ein vernetztes Arbeiten aller Behörden mit Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben, also Feuerwehr, THW, Wasserrettung, Polizei, Bundeswehr und Rettungsdienst.

Mehr Infos zum Programm bietet die Internetseite www.einsatzplaner.net.

Von Christin Schmidt

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