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Eintauchen in die Schulzeit um 1900

Alte Schule Ribbeck Eintauchen in die Schulzeit um 1900

Vor zehn Jahren hat der Verein V.I.F. die Alte Schule in Ribbeck übernommen. Seither hat sich das Objekt als Touristenanziehungspunkt erwiesen – neben Kirche, Schloss und Birnbaum. Vor allem das historische Klassenzimmer erfreut sich großer Beliebtheit bei den Besuchern.

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Axel Koziol lädt zu unterhaltsamen Unterrichtsstunden ins historische Klassenzimmer der vor zehn Jahren wiederauferstandenen Alten Schule ein.

Quelle: Andreas Kaatz

Ribbeck. „Wir haben eine Bedeutung erlangt, das hätten wir anfangs nicht gedacht.“ Axel Koziol ist zufrieden. Die Alte Schule in Ribbeck ist heute aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Im April vor zehn Jahren wurde sie als weiterer touristischer Anziehungspunkt eröffnet. Seither halten viele Ausflügler, die Ribbeck auf den Spuren Fontanes einen Besuch abstatten, Einkehr in dem historischen Gebäude. Dort können sie auf etwa 20 Plätzen Kaffee trinken, was bis dahin nur in der Kirche möglich war, die wegen des Andrangs aus allen Nähten platzte. Zudem besteht die Möglichkeit, sich das historische Klassenzimmer mit einer Ausstellung über Ribbeck anzuschauen, Fahrräder auszuleihen, an einer Führung teilnehmen oder eine der vielen Veranstaltungen zu besuchen.

Betrieben wird das Haus seither vom Kinder- und Jugendförderverein V.I.F., dessen Geschäftsführer Axel Koziol ist. „Der Verein hatte ursprünglich auf dem Marienhof angefangen. Mit der Zeit zeigte sich aber, dass es alles etwa größer wird, der Platz fehlte.“ Somit hielt man nach geeigneten Räumen Ausschau, wo auch ein Büro entstehen könnte, und fand sie in der Alten Schule, die gerade von der Stadt Nauen umfangreich saniert wurde. Das Gebäude stand seit rund zehn Jahren leer. Bis 1968 wurde in dem 1841 erbauten Haus unterrichtet. Dann entstanden darin Wohnungen, der Konsum zog ein – und kurz nach der Wende wieder aus.

Der Verein bewarb sich bei der Stadt und erhielt den Zuschlag, ist jetzt Mieter. „Wir wollten dem Ort die alte Schule wiedergeben und Geschichte aufarbeiten“, sagt Axel Koziol. Alte Ribbecker wurden befragt und Schulbänke, Tafeln und Zeugnisse von anno dunnemals sowie andere Utensilien aus Omas Schulzeit zusammengetragen. Vieles musste gekauft werden, anderes wurde gespendet. Alte Fotos geben einen Einblick in die frühere Zeit, als der Lehrer vorn am Pult noch mit dem Rohrstock für Ordnung sorgte. Mittlerweile verfügt der Verein auch über ein gutes Archiv. „Wir haben einen Riesenfundus an Schulbüchern aus allen Zeiten“, sagt Koziol. Die ältesten stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Als Museum will der Geschäftsführer die alte Schule aber trotzdem nicht verstanden wissen, eher als ein Ort der Begegnung, als eine Bildungsstätte. Nicht nur einzelne Besucher sind gern gesehen, auch Gruppen. Die können auf Wunsch und nach Anmeldung an einer unterhaltsamen Deutsch- oder Musikstunde im Jahre 1900 teilnehmen sowie ehemalige Schüler bei einer Feuerzangenbowle Erlebnisse aus der Schulzeit austauschen. Vorschul- und Schülergruppen – mehr als 2000 Kinder jährlich – erfahren etwas über Fontane und natürlich über die Sage vom Birnbaum. Bei Führungen um den Dorfanger gibt Axel Koziol wahre und gehörte Geschichten zum Besten. „Wir haben ein sehr gemischtes Publikum“, meint er. Häufig sei es auch so, dass Schüler nach einer Unterrichtsstunde am Wochenende darauf mit ihren Eltern wiederkehren.

Der Geschäftsführer sieht die Alte Schule, die die ganze Woche über geöffnet ist, in einem guten Miteinander mit der Kirche, den Vereinen und Gewerbetreibenden sowie dem benachbarten Schloss. „Die Schule hat sich etabliert, vor allem das Klassenzimmer ist einer der Renner“, sagt Koziol. Zusammen mit dem Marienhof und dessen Angeboten wie Maislabyrinth und Barfußpfad sorgt auch der V.I.F.-Verein dafür, dass die Menschen heute länger in Ribbeck verweilen. Schon früh war klar, dass eine Fahrradverleihstation mit dazu gehören wird. 30 Fahrräder, darunter zwei Elektrobikes, gehören zum Bestand. Auch viele Berliner machen von dem Angebot Gebrauch.

Und die Ideen gehen Koziol auch nicht aus. So denkt er darüber nach, so genannte Lesebänke am Gutsanger aufzustellen. Da können sich die Besucher in aller Ruhe mit Fontanes Gedicht befassen.

Von Andreas Kaatz

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