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Einwohner lehnen einen Windpark eindeutig ab

Zollchow Einwohner lehnen einen Windpark eindeutig ab

Der Ortsbeirat von Zollchow hat auf seiner Sitzung am Freitagabend zusammen mit rund 50 Einwohnern die aktuellen Schwerpunkte der Dorfpolitik diskutiert. Als wichtigstes Thema stellte sich dabei schnell das Vorhaben der Enercon GmbH heraus, im nahen Wald einen Windpark mit 13 Anlagen zu errichten. Dieses Projekt wurde von den Zollchowern eindeutig abgelehnt.

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In der Nähe von Zollchow sollen keine Windkraftanlagen errichtet werden, da waren die Einwohner sich einig.

Quelle: dpa

Zollchow. Um 19 Uhr läutete Wolfgang Gräfe das Sitzungsglöckchen. „Einmal Lehrer gewesen, immer Lehrer“, sagte der Ortsvorsteher mit einem Lächeln, als er am Freitagabend im Gemeindehaus die Beratung des Zollchower Ortsbeirats auf die Minute genau eröffnete. Neben ihm saß Michael Böhl, sein Stellvertreter. Damit war der Ortsbeirat auch schon komplett. Ohne den nötigen Ernst vermissen zu lassen und auf kommunalpolitische Notwendigkeiten zu verzichten, führten sie wie bei vielen anderen Veranstaltungen auch diesmal locker durch die Versammlung und ließen Zeit für Diskussionen zu den Tagesordnungspunkten.

Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe (rechts) und sein Stellvertreter Michael Böhl haben die Sitzung geleitet

Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe (rechts) und sein Stellvertreter Michael Böhl haben die Sitzung geleitet.

Quelle: Norbert Stein

Diese Art kommt an bei den Zollchowern. Ein Beweis dafür war der Freitagabend. Von 270 Einwohnern waren 50 ins Gemeindehaus gekommen, um mit dem Ortsbeirat die Dorfpolitik und das gesellschaftliche Leben zu erörtern. Dominierendes Thema war das Vorhaben der Enercon GmbH, einen Windpark in der Gemeinde Milower Land zu errichten. 13 Windräder will das Unternehmen im Wald zwischen Großwudicke, Kleinbuckow und Zollchow aufstellen. Im Regionalplan ist der Wald als ein solches Eignungsgebiet ausgewiesen. Die Gemeinde ist aber gegen das Vorhaben. „Wer nichts macht, hat schon verloren“, sagte Wolfgang Gräfe zu einer von der Gemeinde am 18. Oktober initiierten Demonstration in Rathenow gegen den Windpark.

Auch Einwohner aus Zollchow gehörten zu den über 100 Teilnehmern der Kundgebung auf dem Märkischen Platz, vor einem im Kulturzentrum vom Landesumweltamt anberaumten Erörterungstermin zu dem Vorhaben. „Gegen den geplanten Windpark gibt es insgesamt 252 Einwände“, berichtete der Ortsvorsteher. In einem Abwägungsverfahren werde das Landesumweltamt über die Einwände entscheiden. Sieben Monate habe die Behörde dafür Zeit, erklärte Gräfe. Die Gemeinde bleibe bei ihrer Entscheidung, für Zuwegung, Brandschutz und weitere Aufgaben dem Unternehmen keine Flächen zur Verfügung zu stellen, erklärte Gräfe und bekam die Zustimmung der anwesenden Einwohner. Auch in Rathenow und Premnitz habe man so entschieden, teilte der Ortsvorsteher mit.

Kreisgebietsreform und Umgestaltung des Friedhofs

Der Ortsbeirat Zollchow tagt zwei- bis dreimal im Jahr. Die Sitzungen sind öffentlich und immer gut besucht.

Am Freitagabend informierte der Ortsbeirat in einer offenen Diskussion die Einwohner über die geplante Kreisgebietsreform.

Diskutiert wurde auch über erste Vorstellungen zur Umgestaltung des Friedhofs und die Entsorgung von Gartenabfällen.

Vorgestellt wurde zudem der Entwurf des Veranstaltungsplans 2017.

„Was ist denn mit dem Naturschutz?“, wollte ein Einwohner wissen, ob Schwarzstorch und Seeadler in dem Waldgebiet nun keinen Schutzstatus mehr haben. Schwarzstorch und Seeadler sollen dort keine Horste mehr haben, erläuterte der Ortsbeirat ein im Auftrag des Windparkunternehmens erstelltes Gutachten. Glauben wollte dieser Aussage am Freitagabend aber niemand. „Wie groß sollen die Anlagen eigentlich sein?“, wollte ein Mann wissen. „206 Meter hoch“, antwortete der Ortsvorsteher, „und für jedes Windrad müssen 1,6 Hektar Wald gerodet werden.“ Die Region habe nichts davon, sagte Michael Böhl und bezeichnete den beabsichtigten Windpark als ein Kapitalvorhaben. Durch die Reihen der anwesenden Einwohner ging ein Raunen. Befürworter des Windparks im Wald waren unter den Versammlungsteilnehmern nicht.

Von Norbert Stein

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