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Havelland Eiskünstler schaut Skulpturen auf die Finger
Lokales Havelland Eiskünstler schaut Skulpturen auf die Finger
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11:09 07.03.2018
Das soll später eine Fischskulptur werden: Andrius Petkus bearbeitet ein Stück Eis mit dem Speitel. Quelle: Carsten Scheibe
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Elstal

Kurz vor Weihnachten hat Karls sein rotes Maskottchen auf Weltreise geschickt und in Elstal die dritte Eiswelt eröffnet. Der freundliche Erdbär bereist in der Ausstellung die Metropolen dieser Welt, die von 23 Künstlern aus zehn Ländern aus dem Eis geschnitzt wurden.

Reparaturen an allen Figuren

Auch wenn in der Eiswelt-Halle kontinuierlich eine Temperatur von minus sieben Grad herrscht, so kommt es bei den Eisfiguren trotzdem mit der Zeit zu Abnutzungen, die es zu reparieren gilt. Von Samstag bis Montag weilt deswegen der litauische Eis- und Sandskulpturenkünstler Andrius Petkus (42) in Elstal. Der studierte Bildhauer nimmt Reparaturen an allen Figuren vor. Das sei für die anderen Künstler kein Problem: „Wir sind Performance-Künstler, unsere Werke sind nur temporärer Natur. Dass sie überhaupt so lange Bestand haben wie hier in Elstal, das ist selten.“

Das Eis schmilzt trotzdem

Was ist da eigentlich zu reparieren? Andrius Petkus, der den Rekord für die größte, je errichtete Eisskulptur hält: „Man kann es sich schwer vorstellen, aber selbst bei minus sieben Grad schmilzt das Eis. Man kann es sogar sehen, die Finger an einigen Figuren werden mit der Zeit immer dünner. Die Finger schlage ich einfach ab – und modelliere neue.“

Othmar Schiffer-Belz, der alle Eiswelten-Ausstellungen für Karls konzipiert, plant, durchführt und im Nachgang begleitet, nennt ein weiteres Beispiel: „Wir haben hier in der Eiswelt ein Auto, in das man sich hineinsetzen kann. Wenn die Besucher das Lenkrad ohne Handschuhe anfassen, schmilzt es. Dieses Lenkrad haben wir nun ersetzt. Es gibt aber überall in der Ausstellung kleine Schäden, die wir beheben, so dass alles wieder schön aussieht.“

Erst mit der Kettensäge, dann mit dem Speitel

Am Sonnabend und am Sonntag konnten die Besucher Andrius Petkus dabei zuschauen, wie er aus einem Klotz Eis einen durchsichtigen Fisch formt, der nun bald in der Eiswelt einen Platz finden wird. Erst mit der Kettensäge und dann mit der Säge und dem Speitel ging es dem Eis an seine Struktur.

Othmar Schiffer-Belz erklärte den Besuchern: „Im Gegensatz zu Holz hat Eis keine Maserung. Man kann es also von allen Seiten gleich behandeln. Manchmal merken die Eiskünstler aber schon am Klang des Eises, dass es gefährlich wird, die gleiche Stelle weiter zu bearbeiten. Dann machen sie erst einmal an einer anderen Seite weiter.“

Besucher konnten selbst Hand anlegen

Am Wochenende konnten die Besucher zwischen 14 und 15 Uhr auch selbst Hand anlegen. Um eigene Eisskulpturen zu entwerfen, dafür fehlte bei eisigen Temperaturen dann aber doch die Geduld. Kinder und Erwachsene nutzten aber die Gelegenheit, um einmal die verschiedenen Werkzeuge des Eiskünstlers an einem Block Eis auszuprobieren. Sie zeigten sich überrascht, wie einfach sich Strukturen in das Eis fräsen ließen.

Am Montag besteht noch einmal zur gleichen Zeit die Möglichkeit, dem Eis eine eigene Form zu geben. Andrius Petkus ist dann in der Eiswelt zu finden, so dass angehende Eiskünstler eine entsprechende Eintrittskarte lösen müssen.

Andrius Petkus ist sehr viel unterwegs

Andrius Petkus reist sehr viel. Er kündigt an, dass er vielleicht in zwei Monaten schon wieder in Elstal ist: „Wir haben in diesem Jahr eine Eiswelt mit überraschend vielen kleinen Details. Je mehr Details vorhanden sind, umso mehr kann auch kaputt gehen. Da ist also immer etwas zu tun.“ Othmar Schiffer-Belz fügte hinzu: „Wir sind jetzt – knapp drei Monate nach dem Start der dritten Eiswelt – sehr zufrieden darüber, wie gut die Eiskunstwerke noch erhalten sind. Das freut uns natürlich.“

Von Carsten Scheibe

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