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Havelland Elke Lemke: Stadtbrandmeister sollte hauptamtlich arbeiten
Lokales Havelland Elke Lemke: Stadtbrandmeister sollte hauptamtlich arbeiten
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17:32 10.04.2018
Großeinsatz für die Ketziner Wehr im Sommer 2016 beim Brand einer Strohmiete in der Heerstraße in Tremmen. Quelle: Julian Stähle
Ketzin/Havel

Mehr als 200 mal rückten Feuerwehrleute aus Ketzin/Havel und den Ortsteilen im Vorjahr aus. Sturmschäden, Brände, Verkehrsunfälle – jeder dieser Einsätze muss im Nachgang dokumentiert werden. Allein der Zeitaufwand dafür, unabhängig von den Einsätzen selbst, ist enorm. Eine genaue Stundenzahl kann Ketzins Stadtbrandmeisterin Elke Lemke nicht sagen. Zumal sie in ihrem Stellvertreter Steffen Vogeler von der Ketziner Wehr jemanden an ihrer Seite hat, der „mir diverse Schreibarbeiten abnimmt“, sagt die 59-Jährige.

Grund genug für Elke Lemke, jetzt an die Ketziner Stadtverordneten und die Verwaltung zu appellieren, eine hauptamtliche Stelle für den Stadtbrandmeister zu schaffen.

Stadtbrandmeisterin Elke Lemke Quelle: privat

„Ehrenamtlich ist es nicht mehr machbar. In den letzten Jahren sind so viele Dinge hinzugekommen, so dass auch aus Sicherheitsaspekten ein Stadtbrandmeister in Ketzin am Tage immer vor Ort sein sollte.“

Dabei fordert sie diese Stelle nicht für sich, denn Elke Lemke wird im nächsten Jahr 60 und beendet nach 24 Jahren dann ihre Arbeit als Stadtbrandmeisterin. „Ich möchte aber, dass mein Nachfolger vernünftige Arbeitsbedingungen hat und im Sinne der Sicherheit eine Entscheidung getroffen wird.“

Nur drei Kommunen setzten auf ehrenamtliche Brandmeister

Dass so etwas möglich ist, haben im Landkreis Havelland bereits viele andere Kommunen bewiesen. In Nauen, Brieselang und Wustermark, um nur einige zu nennen, ist der Brandmeister in der Kommune angestellt. Lediglich in Nennhausen, Premnitz und Ketzin ist es nicht der Fall. (Bisher ist es auch noch in Friesack so, wo der Amtsbrandmeister jetzt zurückgetreten ist, ein neuer gesucht wird, der dann wohl hauptamtlich arbeiten wird).

Kreisbrandmeister befürwortet hauptamtliche Stellen

Aus Sicht von Kreisbrandmeister Lothar Schneider ist die Sache klar: „Es ist wünschenswert und nötig, dass es in jeder örtlichen der Verwaltung einen Angestellten gebe, der in Sachen Feuerwehr den Hut aufhat. Ich hätte einen Ansprechpartner, mit dem Dinge zügig und direkt geregelt werden können. Wenn ich nur an die regelmäßigen Überprüfungen der Technik und der Ausrüstung denke, wo immer jemand von der örtlichen Feuerwehr vor Ort sein muss.“

Auch dieser Teil der Arbeit eines Stadtbrandmeisters verschlingt viel Zeit, wie Steffen Vogeler weiß: „Wenn Geräteüberprüfungen anstehen, nehme ich in der Regel einen Tag Urlaub. Nächste Woche zum Beispiel bekommen alle unsere 70 Funkgeräte ein Update, das dauert zwei Tage.“

Finanzierbarkeit ist nur ein Problem

Auch Ketzins Bürgermeister Bernd Lück (FDP) weiß um die vielen Stunden, die die Feuerwehrleute ehrenamtlich für die Kommune investieren. Er sieht aber neben der Finanzierbarkeit einer hauptamtlichen Stelle ein anderes Problem: „Wenn wir in der Verwaltung einen Stadtbrandmeister beschäftigen, dann muss der sowohl die entsprechende Feuerwehrausbildung haben als auch Verwaltungsarbeit erledigen können, zum Beispiel im Ordnungsamt.“

Eine solche Personen gebe es derzeit in Ketzin/Havel nicht. Die nötige Qualifikation im Bereich Feuerwehr hat nur Steffen Vogeler. Er müsste den Verwaltungsabschluss nachholen, was zwei bis drei Jahre dauere, so Lück. Das bestätigt Lothar Schneider: „Auch ich habe nach meiner Berufung zum Kreisbrandmeister die Verwaltungsausbildung nachgeholt. Es ist gut, wenn man sich in den Verwaltungsdingen auskennt, aber es ist nicht zwingend nötig.“

So sieht es auch Elke Lemke, denn sie sagt: „Warum sollte ein Stadtbrandmeister nicht im Bauhof angestellt sein?“ Sie hofft auf Einsicht bei den Stadtverordneten, damit bis zum ihrem Ausscheiden im Sommer 2019 eine Lösung für Ketzin gefunden ist.

Bürgermeister Bernd Lück will abwarten, inwieweit das Land Brandenburg die angekündigte Hilfe für die ehrenamtlichen Feuerwehren in der ländlichen Region umsetzt. „Natürlich würden wir uns über einen finanziellen Zuschuss freuen. Aber Ketzin/Havel ist sehr oft bei solchen Förderungen außen vor geblieben, weil wir, ähnlich wie Schönwalde-Glien, aus Sicht des Landes nicht ländliche Region sind.“ Ansonsten obliege letztlich den Stadtverordneten die Entscheidung, eine neue hauptamtliche Stelle zu schaffen.

Von Jens Wegener

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