Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Handy-Schulden klar auf Platz 1
Lokales Havelland Handy-Schulden klar auf Platz 1
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:56 08.11.2014
Ellen Thomas, Schuldnerberaterin bei der Awo, hat bislang noch immer eine Lösung gefunden. Quelle: B. Geske
Rathenow

Weil die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ihrem Leitbild entsprechend Menschen in Notlagen helfen will, hat sie 1992 im Raum Rathenow erstmals erkundet, wie viele Menschen eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen. Mit damals 22 Klienten ist deren Zahl im Vergleich zu heute gering gewesen. Im vergangenen Jahr sind dort 468 Menschen betreut worden, 2012 hat es mit 502 Fällen den bisherigen Spitzenwert gegeben.

Was die Häufigkeit betrifft, liegen bei den Schuldnern die nicht bezahlten Handyrechnungen auf Platz 1, hat Awo-Schuldnerberaterin Ellen Thomas berichtet. Etwa die Hälfte der Klienten hätten Außenstände aus Mobilfunkverträgen. Auf Platz 2 folgen Schulden bei der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), die das Geld für öffentlichen Rundfunk und Fernsehen einholt. Den dritten Rang, was die Häufigkeit betrifft, nehmen Schulden für Bestellungen per Katalog und Internet ein, Tendenz steigend. Auf Platz 4 rangieren Kredite und überraschend kommen die Mietschulden in dieser Liste heute nur noch auf den fünften und letzten Platz.

Vor zehn Jahren noch lagen die Mietschulden dagegen mit fast 50Prozent auf Platz 1. Wie Ellen Thomas sagt, hat die Schuldnerberatung seitdem viel Überzeugungsarbeit geleistet, um ein aus ihrer Sicht wichtiges Ziel zu erreichen: Ein großer Teil ihrer Klienten willigt heute in eine Abtretung ein, die ermöglicht, dass Leistungsträger wie Jobcenter oder Sozialamt die Kosten für Grundmiete und Strom direkt an Vermieter und Stromanbieter überweisen. „Dadurch geraten viel weniger Leute in die Schuldenfalle“, sagt Ellen Thomas, „sie wissen, dass sie das Geld, das sie haben, für sich ausgeben können.“

Mit rund 50000 Euro in der Kreide

1992 hatte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Rathenow erstmals erkundet, ob es für Schuldnerberatung einen Bedarf gibt. In diesem ersten Jahr sind dort 22Fälle betreut worden.
Zehn Jahre später waren es schon 265 Fälle, den bisherigen Spitzenwert gab es 2012 mit 502 Fällen.
1997 konnte die Schuldnerberatung erstmals mit einer Vollzeitstelle bedacht werden, weil eine Strukturanpassungsmaßnahme dafür aufgelegt wurde.
Vor zehn Jahren hatte der Anteil der Mietschuldner mit fast 50 Prozent einen Höchststand erreicht.
Heute haben Mietschuldner nur noch einen Anteil um die zehn Prozent, weil viele Klienten Miete und Strom vom Leistungsträger direkt an Vermieter und Stromanbieter zahlen lassen.
Relativ hohe Schulden von rund 50.000 Euro verzeichnet gegenwärtig rund ein Viertel der Klienten.

Ein deutlicher Trend der letzten Jahre ist, dass immer mehr Klienten ihren Mitwirkungspflichten bei der Schuldnerberatung nur noch ungenügend nachkommen. Deren Anteil ist auf derzeit die Hälfte gestiegen. Sie zeigen gestörtes Sozialverhalten und übersteigerten Kaufbedarf, leiden an Depressionen. „Diesen Menschen müssen wir mehr erklären, mit ihnen üben“, erklärt Ellen Thomas, „wir müssen Mut zusprechen und ihnen klarmachen, dass sie sich den Dingen stellen müssen.“ Das bedeutet: Belege sind zu sortieren. Mutmaßlich böse Briefe sollten geöffnet und nicht weggeworfen werden. Die aktuellen Arbeitslosengeld-II-Bescheide sind zum Beratungsgespräch stets mitzubringen. Fehlende Selbstständigkeit nimmt zu, auffällig ist der Altersbereich von 18 bis 30 Jahren.

Die Höhe der finanziellen Außenstände kann bei den Klienten sehr unterschiedlich sein, berichtet Ellen Thomas. Relativ hohe Schulden im Bereich von 50000 Euro seien bei etwa einem Viertel der Klienten zu verzeichnen. Solche Beträge entstehen meist durch nicht mehr bezahlbare Hauskredite oder versäumte Unterhaltszahlungen. „Wir helfen allen, die ihre Ausgaben nicht mehr decken können“, verspricht Ellen Thomas, „bislang haben wir noch immer eine Lösung gefunden.“

Info: Schuldner- und Insolvenzberatung der Awo, Berliner Straße 22 in Rathenow, Tel.  03385/51 99 19.

Von Bernd Geske

Havelland Größtes Bauvorhaben seit 20 Jahren offiziell abgeschlossen - Alles neu in Buchow-Karpzow

Mit der Freigabe der Parkstraße fand das größte Bauvorhaben der letzten 20 Jahre in Buchow-Karpzow ein Ende. Aus einem unbefestigten Sandweg mit Kuhlen und Löchern ist jetzt eine Straße geworden, die sich dem dörflichen Charakter anpasst. Insgesamt kostete der Straßenbau rund 645.000 Euro.

08.11.2014
Havelland Kinder und Freunde auf dem Brieselanger Waldfriedhof versammelt - Ehrengrab für Hans Klakow

Die Ruhestätte des Bildhauers Hans Klakow auf dem Brieselanger Waldfriedhof ist am Freitag zum Ehrengrab ernannt worden. Es ist das erste seiner Art in der Gemeinde. Zur Enthüllung des Schildes am Nachmittag hatten sich Familienmitglieder, ortsansässige Politiker und Freunde des 1993 in seinem Wohnzimmer entschlafenen Künstlers an der Grabstelle eingefunden.

08.11.2014
Havelland Wolfgang Harmel arbeitet im Winter im größten Skigebiet von Österreich - Winterdienst am Wilden Kaiser

Der Premnitzer Wolfgang Harmel (56 Jahre) hat einen besonderen Job, er fährt schon seit zehn Jahren im Winter nach Österreich, um dort als Servicekraft bei einem Liftbetrieb zu arbeiten. „Das passt einfach“, sagt er, „ich arbeite gerne dort.“

08.11.2014