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Havelland Eltern fordern weitere 7. Klasse für Bürgelschule
Lokales Havelland Eltern fordern weitere 7. Klasse für Bürgelschule
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02:15 12.06.2017
Gut lachen haben die Jugendlichen, die an der Bürgelschule angenommen werden. Dieses Jahr hat es aber auch viele traurige Mädchen und Jungen gegeben. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Eine größere Gruppe von Eltern, deren Kinder von der Gesamtschule Bruno H. Bürgel an das Jahngymnasium umgelenkt werden sollen, will sich mit dieser Entscheidung des Staatlichen Schulamtes nicht abfinden. Sie haben in dieser Woche eine Initiative gegründet, um gemeinsam etwas zu unternehmen. „Wir empfinden die Entscheidungen als ungerecht, dass unsere Kinder, die sich ganz bewusst für die Bürgelschule entschieden haben“, sagt Sandra Luftmann, Sprecherin der Initiative, „an das Jahngymnasium umgeleitet werden sollen, obwohl dort der Weg zum Abitur für sie viel schwieriger ist.“

Die Initiative hat sich den Namen „gerechtes Ü7“ gegeben. Mit Ü7 ist das gesetzliche Auswahlverfahren gemeint, nach dem die verantwortlichen Stellen zu entscheiden haben, an welcher weiterführenden Schule die Kinder aus den Grundschulen zur 7. Klasse aufgenommen werden. Die Elterngruppe hat bereits an das Staatliche Schulamt geschrieben, dass ihre Initiative das gesamte Aufnahmeverfahren für die Schulform Gesamtschule in Frage stellt. „Unser primäres Anliegen ist es, eine Kompromisslösung für die betroffenen Schülerinnen und Schüler zu finden“, wird vorgeschlagen: „Hierfür sollte zeitnah entschieden werden, statt der Erweiterung der Zügigkeit am Gymnasium an der Gesamtschule einen fünften Zug einzurichten, um dem jeweiligen Erstwunsch zu entsprechen.“

Staatliches Schulamt: Kein Ermessensspielraum vorhanden

Vom Staatlichen Schulamt war am Freitag keine Stellungnahme zum zitierten Schreiben zu erhalten. Dessen Leiter Dietmar Menzel hat den Eingang des Briefes nicht bestätigt. Grundsätzlich teilte er mit, dass das Ü7-Verfahren genau festgelegt sei und das Staatliche Schulamt keinen Ermessensspielraum hat. Sollte das Schreiben der Eltern eingehen, würden sie selbstverständlich eine Antwort erhalten.

Hintergrund ist das folgende Geschehen: An der stark nachgefragten Bürgelschule hat es für die insgesamt 112 Plätze in den vier neuen 7. Klassen 177 Bewerbungen gegeben. Laut Vorschrift darf bei einer Gesamtschule von allen Mädchen und Jungen, die sie aufnimmt, aber nur ein Drittel den Schulabschluss Abitur als Wunsch haben. Das ergibt hier 36. Ein Abitur an der Bürgelschule haben sich aber viel mehr Kinder gewünscht. So musste es ein Auswahlverfahren geben, bei dem den 36 leistungsstärksten Schülern der Aufnahmewunsch zu bestätigen war. Auf den folgenden, nicht erfolgreichen Plätzen kamen weitere 28 Mädchen und Jungen mit Abiturziel ein, die naturgemäß weniger gute Noten hatten.

Das Gymnasium soll eine 7. Klasse mehr bekommen

Weil sie als Zweitwunschschule das Jahngymnasium eingetragen haben, werden alle 28 dorthin umgeleitet. Wie das Staatliche Schulamt bestätigt hat, soll dort nun eine 7. Klasse mehr eingerichtet werden. So entsteht die Situation, dass weniger leistungsstarke Kinder an das höhere Forderungen stellende Gymnasium umgeleitet werden, obwohl sie dort bis zum Abitur ein Jahr weniger haben als an der Gesamtschule. Die geht bis Klasse 13, das Gymnasium bis Klasse 12.

In den zurückliegenden Jahren kam es immer wieder mal vor, dass einzelne Kinder von der Bürgelschule zum Jahngymnasium umgeleitet wurden. Dass es nun aber eine ganze Klasse betrifft, ist eine völlig neue Größenordnung. „Wir empfinden es als ungerecht, dass unsere Kinder dem Jahngymnasium als zusätzliche Klasse zugewiesen wurden“, teilt Elternsprecherin Sandra Luftmann mit, „obwohl sie sich an der Bürgerschule beworben haben und auch dort Platz für eine zusätzliche Klasse wäre.“ Zunächst strebe man in Anbetracht der Zeitumstände eine „unbürokratische politische Lösung im Interesse unserer Kinder an der Bürgelschule“ an.

Die Elterninitiative, die per Mail über gerechtes.ue7@gmail.com zu erreichen ist, hat in ihrem Schreiben auch klar gemacht, dass sie nicht einfach aufgeben will, falls ihr Kompromissvorschlag keine Berücksichtigung findet. Dann solle das gesamte Verfahren einer umfassenden Prüfung unterzogen werden. Das Bildungssystem im Land Brandenburg lasse derzeit kein faires Verfahren für die übernachgefragten Gesamtschulen zu, schreiben die Eltern. Weitere Schritte würden überregionale Bestrebungen enthalten, um betroffene Eltern in anderen Teilen des Landes zu ermutigen, ihre Erfahrungen öffentlich zu machen. Ziel müsse es sein, die bisherigen Praktiken einer umfassenden Reform zu unterziehen.

Von Bernd Geske

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