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Havelland Eltern wollen Nauener Kita erhalten
Lokales Havelland Eltern wollen Nauener Kita erhalten
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21:45 11.03.2016
Die Villa der Kita „8. März“ steht unter Denkmalschutz, ihre Zukunft ist derzeit noch offen. Quelle: Foto: Norbert Faltin
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Nauen

Die Kita „8.März“ in Nauen feierte in dieser Woche ihr 65-jähriges Bestehen. Doch die Stimmung unter den Eltern war gedrückt, nach dem Bekanntwerden von den möglichen Plänen der Stadt, die Kinderbetreuung neu zu organisieren. Dabei wäre der Erhalt der Kita gefährdet. Um den Standort aber zu sichern, haben sich einige Eltern entschieden, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen.

Noch ist nichts beschlossen, aber die Sorgen vieler Eltern sind da. Stephanie Giese, Mutter und Initiatorin der Unterschriftensammlung, sagt: „Die Eltern sind enttäuscht. Mit uns hat sich niemand vorab an den Tisch gesetzt. Wahrscheinlich wäre ohne unsere Initiative das ganze Vorhaben still und heimlich an uns vorbeigegangen. Man hätte uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, mutmaßt sie. Auch Mutter Birgit Schulz ist über die möglichen Änderungen wenig begeistert: „Bewusst haben wir uns für diese Kindertagesstätte entschieden, denn wir empfinden das überschaubare alte Gebäude, die Lage, die Möglichkeit der Kita- und Hortbetreuung sowie das pädagogische als sehr angenehm.“

Mehr Platz für Hortkinder

Durch neue Prognosen für die kommenden Jahre sieht sich die Stadt gezwungen, ein Konzept zu entwickeln, da die Zahl der Kinder im Kita-Alter sinken, jedoch die der Hortkinder ansteigen werde. „Bis zum Jahr 2020 müssen rund 130 Hortplätze geschaffen werden“, sagt die Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung Nora Schiller. Eine Möglichkeit wäre, die Kita bis September 2017 zu einem reinen Hort mit 97 Plätzen umzugestalten. Das Bauordnungsamt fordert zudem Brandschutzauflagen für die Kita, die möglichst sofort umgesetzt werden müssen. Deshalb überlegen sich die Planer nun, ob sie in eine Grundsanierung des Gebäudes investieren, die momentan auf rund 900 000 Euro geschätzt wird, oder ob man alternativ den Verkauf des Gebäudes in Erwägung zieht. „Eine Entscheidung zur Schaffung alternativer etwa 130 Hortplätze soll noch in der ersten Jahreshälfte getroffen werden, um gegebenenfalls zeitnah einen anderen Standort errichten zu können“, sagt Schiller. Allerdings sei die Frage der Finanzierbarkeit noch nicht geklärt. Bei einer Sanierung der alten Villa müssten für dieses Jahr bereits 135 000 Euro eingeplant werden.

Empört und verwundert zeigte sich der Fraktionsvorsitzende der Ländlichen Wählergemeinschaft (LWN) plus Bauern, Manuel Meger, im jüngsten Nauener Bildungsausschuss. Er habe von den Brandschutzauflagen für die Kita erst im Januar erfahren, obwohl die Auflagen der Stadt seit Mitte März 2015 bereits bekannt gewesen seien. „Das ist nicht hinnehmbar. Spätestens zum Haushaltsbeschluss im Dezember 2015 hätte die Verwaltung oder der Bürgermeister diese Auflagen thematisieren müssen“, kritisiert Meger.

Unterschriften werden gesammelt

Kita-Leiterin Ines Siebert hofft indes, „noch viele Geburtstage der Kita feiern zu können. Vater Sebastian Kwasny, der seine Kinder seit Jahren in die Kita schickt, sagt: „Das familiäre Wesen der Kita und die Tatsache, dass die Kinder verschiedener Altersgruppen miteinander spielen und voneinander lernen können, sind einzigartige Merkmale. Den kurzen Weg vom Frühhort zur Schule möchten wir berufstätigen Eltern ebenfalls nicht missen. Eine Traditions-Kita wie die Kita 8. März gehört zu Nauen wie das Funkamt, der Wasserturm und der Karpfen im Stadtwappen.“

Die Initiatoren müssen nun die Unterschriften von zehn Prozent der wahlberechtigten Bürger aus Nauen und seinen Ortsteilen sammeln, um das Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Die Unterschriftenlisten sollen dann dem Bürgermeister spätestens im nächsten Bildungsausschuss am 19. April überreicht werden.

Von Norbert Faltin

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