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Havelland Elternsprecherin schreibt an Woidke
Lokales Havelland Elternsprecherin schreibt an Woidke
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00:19 17.06.2017
Wird Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine politische Entscheidung treffen und eine zusätzliche 7. Klasse an der Bürgelschule erlauben?  Quelle: Oliver Fischer
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Rathenow/Potsdam

 Die Elternsprecherin der Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow, Anita Bier, hat einen Brief an den Brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) geschrieben und in einer problematischen Angelegenheit um Unterstützung gebeten. Gemäß geltender Rechtsvorschriften sollen 28 Mädchen und Jungen mit Abiturwunsch an der Gesamtschule zur 7. Klasse ans Jahngymnasium umgeleitet werden, weil sie in einem Auswahlverfahren auf die hinteren Plätze kamen. Allein die 36 Erstplatzierten dieses Verfahrens mit Abiturwunsch dürfen an der Bürgelschule aufgenommen werden.

Eltern von abgelehnten Kindern gehen gegen das Verfahren vor

Eltern von abgelehnten Kindern haben eine Initiative gegründet, um gegen das Ü7 genannte Verfahren vorzugehen. Sie haben an das Staatliche Schulamt geschrieben und um die Einrichtung einer zusätzlichen 7. Klasse an der Bürgelschule gebeten, um die abgelehnten Kinder doch aufnehmen zu können. Nachrichtlich ging das Schreiben an die Stadtverwaltung Rathenow, den Rathenower Bildungsausschuss, Bürgelschule, Jahngymnasium und den Kreiselternrat.

Kurz bevor diese Elterninitiative sich gründete, hatte Anita Bier als Elternsprecherin der gesamten Schule ihren Brief an den Landesvater abgeschickt. „Ich habe ihn gebeten“, hat sie dieser Zeitung erklärt, „es auf kurzem politischen Wege möglich zu machen, dass die abgelehnten Kinder mit Abiturwunsch doch noch an der Bürgelschule angenommen werden.“ Nur die Eltern könnten es schaffen, die bislang für Gesamtschulen geltende Aufnahmegrenze abzuschaffen. Lediglich ein Drittel aller neuen Siebtklässler darf dort den Abiturwunsch haben. Es gehe hier nicht allein um die Bürgelschule, betonte Anita Bier, es gehe um alle Gesamtschulen im Land.

Antwort des Ministerpräsidenten soll noch im Juni heraus gehen

Die stellvertretende Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert hat bestätigt, dass der Brief von Anita Bier in der Staatskanzlei eingegangen ist. Es sei um eine Stellungnahme des Bildungsministeriums gebeten worden, teilt sie mit. Man könne davon ausgehen, dass die Antwort des Ministerpräsidenten im Juni herausgeschickt werde.

Am 19. Juni wird die zuständige Schulrätin im Bildungsausschuss Rathenow ab 16.30 Uhr in der Duncker-Oberschule das Ü7-Verfahren erklären. Die Sitzung ist öffentlich. Vertreter der Elterninitiative wollen in der Bürgerfragestunde ihr Anliegen vortragen.
 

Von Bernd Geske

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