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Havelland Emilia macht gute Fortschritte
Lokales Havelland Emilia macht gute Fortschritte
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00:16 18.04.2017
Freuen sich mit Emilia (v.l.): Schwester Marion Matthes, Chefarzt Norbert Dahlinger und Schwester Martina Kepp. Quelle: Andreas Kaatz
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Nauen

„Ich spiele und singe gern“, sagt Emilia mit einem schüchternen Lächeln, bei dem ihre große Zahnlücke zum Vorschein kommt. Am liebsten aber spielt das sechsjährige Mädchen aus Angola auf der Kinderstation der Nauener Klinik mit dem Playmobil-Krankenhaus. Begeistert lässt es den Hubschrauber kreisen. Nur manchmal, wenn sie eine falsche Bewegung macht, zuckt Emilia kurz zusammen. Denn der linke Arm bereitet ihr noch Schmerzen. Er steckt in einem Verband, muss ausheilen. Der Arm ist auch der Grund, weshalb sie derzeit in Nauen ist, tausende Kilometer von der Heimat entfernt.

„Sie ist ein liebes und unkompliziertes Mädchen“, sagt Norbert Dahlinger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Nauen. Ihre Aufgeschlossenheit sei nicht selbstverständlich, müsse man doch berücksichtigen, dass sie momentan fernab von ihren Eltern lebt. Seit mittlerweile einem Jahr hält sich das Mädchen in Deutschland auf und hat dadurch auch schon die deutsche Sprache recht gut gelernt. Im Februar kam sie nach Nauen.

Emilia ist schon das 18. Kind aus Angola oder Afghanistan, das das Nauener Krankenhaus aufgenommen hat, um es kostenlos zu behandeln. Vermittelt wurde auch sie vom Friedensdorf International in Oberhausen, mit dem seit 15 Jahren eine Kooperation besteht. „Wir nehmen pro Jahr ein bis zwei Kinder auf, die wir therapieren. Es ist aber das erste Mal, das wir ein Kind mit schweren Verbrennungen hier haben“, sagt Dahlinger. Monatelang suchte das Friedensdorf vergeblich nach einer Klinik, die die komplizierte Operation übernimmt. Dann wurden die Nauener angesprochen, die nicht lange überlegt haben.

Keiner der Helfer weiß, was dem Mädchen einst Schlimmes passiert ist, die Verbrennungen liegen Jahre zurück. „Es ist ein Wunder, dass sie das überhaupt überlebt hat“, sagt Chirurg Frank Lehmann. Als das Mädchen in Nauen ankam, klebte der Oberarm förmlich seitlich am Brustkorb, der Unterarm war dauerhaft angewinkelt. Das über Jahre gebildete Narbengewebe hatte die Haut mit der Zeit derart zusammengezogen, dass sich der Arm nicht mehr bewegen ließ.

Lehmann, der sich im Klinikalltag in Nauen ansonsten den Bauchorganen widmet, führte die Operation durch. Erfahrungen bei der Behandlung von Verbrennungsopfern konnte er in den vergangenen Jahren bei unentgeltlichen Hilfsmissionen in Bolivien sammeln. Erst vor ein paar Tagen kehrte er von einem vierwöchigen Aufenthalt aus Südamerika zurück. Er durchtrennte bei Emilia das Narbengewerbe und entfernte es. Teilweise wurde die Haut verschoben sowie von anderen Körperteilen gesunde Haut in den Bereich transplantiert. Der Erfolg ist bereits jetzt zu erkennen, Emilia kann den Arm schon recht gut strecken. „Das Ziel ist, dass die Beweglichkeit wieder hergestellt wird“, sagt Frank Lehmann. Bis zu zweimal am Tag muss das Mädchen zur Physiotherapie und dort immer fleißig den Arm und den Ellbogen trainieren. Hin und wieder kommt ein „Aua“ über ihre Lippen. Und sie hat es noch nicht ganz hinter sich. „Wir werden noch einen Eingriff an der Schulter machen müssen“, sagt Lehmann.

Auch er freut sich mit Emilia, dass der Genesungsprozess voranschreitet, denn in ihrer afrikanischen Heimat wird solchen Kindern häufig der Arm amputiert. Die Behinderung würde sie sonst im Alltag zu sehr beeinträchtigen, für Operationen wie in Nauen fehlt das Geld. Die meisten der bisher in Nauen behandelten Kinder aus Krisengebieten wiesen hingegen Knochenvereiterungen auf, die häufig von nicht ausgeheilten Verletzungen stammten. Verläuft bei Emilia alles planmäßig, wird sie wohl im Herbst wieder im Flieger nach Angola sitzen.

Von Andreas Kaatz

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