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Endlich Beschluss zum Falkenkorso

Falkensee Endlich Beschluss zum Falkenkorso

Bis zum Aufatmen war es ein weiter Weg: die Anwohner des Falkenkorsos von Falkensee haben lange um den möglichst preiswerten Ausbau ihrer Straße gekämpft. Der wird bei der breiten Straße ohnehin sehr teuer. Nun haben die Abgeordneten entschieden.

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Stummer Protest: Die Anwohner des Falkenkorsos fordern den Ausbau ihrer Straße nach dem ausgehandelten Kompromiss.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Linus Strathmann ist der neue Mann in der Falkenseer Stadtverwaltung. Dort soll er sich um den ganzen Komplex „Bürgerbeteiligung“ kümmern. Kann sein, dass er am Mittwochabend einen falschen Eindruck davon gewonnen hat, wie die in Falkensee so läuft. Strathmann war nämlich zur Stadtverordnetenversammlung gekommen und die war von Bürgern geradezu überlaufen - die Stühle reichten nicht, etliche Besucher mussten stehen.

Das Bürgerinteresse an demokratischen Prozessen ist nicht immer so groß. Aber diesmal ging es um die teuerste Straße von Falkensee, offensichtlich waren fast alle Anwohner dieser Straße gekommen. Als nämlich Detlef Labes von der Interessengemeinschaft „Falkenkorso“ zu den Abgeordneten sprach, standen alle Anwohner auf. Das war eine stumme, beeindruckende Demonstration von Bürgerwillen. Die Anwohner wollen, dass der mühsam über Jahre mit Bürgern, Planern und Verwaltung ausgehandelte Kompromiss über den Straßenausbau angenommen wird und nicht gekippt wird. Genau das war nach einer wirren Diskussion im Bauausschuss zu befürchten gewesen (MAZ berichtete). Da war die ausgehandelte einspurige Variante nach 90 Minuten wohlwollender Debatte plötzlich über Bord geworden worden.

Nach dieser Versammlung hatte es viele und hektische Gespräche zwischen allen Beteiligten, zwischen Bürgern, Fraktionen und Verwaltung gegeben. Bürgermeister Heiko Müller (SPD) hatte sich deshalb entschlossen, trotz fehlender Zustimmung des Bauausschusses die Beschlussvorlage mit der einspurigen Fahrbahn einzubringen. „Im Bauausschuss hatte es eine extrem verworrene Debatte gegeben“, gestand auch Ursula Nonnemacher von den Grünen ein, sie mahnte an, das „Große Ganze“ des Projektes nicht aus dem Auge zu verlieren und lobte die Vorteile der Einwohnervariante. Damit traf sie gut den Nerv der anderen Fraktionen, die sich auch bei dem umstrittenen Gehweg am Sackgassenende des Falkenkorsos einigten. Sie verzichteten auf den Gehweg in dem letzten Abschnitt, der zum Wald führt, und sprachen sich schließlich mehrheitlich dafür aus, den mehr als 1000 Meter langen Straßenabschnitt, der teilweise 22 Meter breit ist, mit einer Fahrbahn und einem Gehweg auszustatten. Somit kann die Straße wie geplant in das Ausbauprogramm von 2017 aufgenommen werden und muss nicht kostenträchtig verschoben werden.

Den mühsam errungenen Beschluss haben die Abgeordneten mit sehr großer Mehrheit angenommen. Es gab eine angekündigte Gegenstimme von Thomas Fuhl (CDU), der seine Ablehnung zuvor vom Rednerpult aus begründet hatte. Er wollte damit seine Kritik daran zum Ausdruck bringen, dass in den letzten Jahren nicht über Strukturen im Falkenseer Straßennetz diskutiert wurde. Dazu hätte nach seiner Ansicht die Ausweisung des Falkenkorsos als Haupterschließungsstraße gehört.

Die anderen Volksvertreter teilten diese Auffassung wohl nicht, zumal am gleichen Abend sehr wohl über das Thema Haupterschließungsstraßen diskutiert wurde. Jahrelang war nämlich in verschiedenen Gremien darüber debattiert worden, ob die Leipziger Straße wieder geöffnet wird und zu einer Haupterschließungsstraße umgewidmet wird. Dem stimmten die Abgeordneten am Mittwochabend zu, verwiesen aber auf den Lärmschutz für die Anwohner und die Kindertagesstätte. Die Straße war zu DDR-Zeiten offen gewesen, damals war die Barkhausenstraße als Betriebsgelände gesperrt gewesen. Nach der Wende wurde das Prinzip gedreht: Da wurde die Barkhausenstraße geöffnet und die Leipziger Straße gesperrt. Nun sollen beide Straßen offen sein und eine Neuordnung des Verkehrs ermöglichen. Die wird auch in Blick auf ein mögliches Einkaufszentrum oder ein mögliches Hallenbad in dem Areal nötig werden.

Von Marlies Schnaibel

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