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Endlich die Heimat auf die Bühne bringen

Theaterautorin aus Premnitz Endlich die Heimat auf die Bühne bringen

Ihre Stücke waren bereits in Korea, Ohio und Graz zu sehen. Das Nationaltheater Weimar, das Deutsche Theater Berlin und das Volkstheater Rostock haben Steffi Hensels Werke aufgeführt. Nur in ihrer Heimat gab es noch keine einzige Aufführung. Dabei hat die gebürtige Premnitzerin ihre Kindheit und Jugend schon mehrfach in Texten verarbeitet.

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Steffi Hensel an der Havel: „Hier kann ich gut schreiben.“

Quelle: C. Schmidt

Premnitz. Ihre Stücke waren bereits in Korea, Ohio und Graz zu sehen. Das Nationaltheater Weimar, das Deutsche Theater Berlin und das Volkstheater Rostock haben Steffi Hensels Werke aufgeführt. Nur in ihrer Heimat, in Brandenburg, gab es noch keine einzige Aufführung. Dabei hat die gebürtige Premnitzerin ihre Kindheit und Jugend in der einstigen Chemiearbeiterstadt schon mehrfach in ihren Texten verarbeitet und das mit Erfolg.

Steffi Hensel, 37 Jahre alt, geboren in Ostberlin, aufgewachsen in Premnitz, sitzt in einem Café unweit der Havel und erzählt von ihrem Leben als freie Theaterautorin. 2005 schloss sie ihr Studium an der Humboldt Universität Berlin mit einem Magister in Theaterwissenschaften, Kulturelle Kommunikation und Gender Studies ab.

Ihre Vita ist gespickt mit Auslandsaufenthalten: Ein Gastspiel auf dem Hi-Seoul Festival, ein Künstleraustausch über die Amsterdam School of Arts in Tokio, Dozententätigkeit und Uraufführung ihres Werks „Little Red“ in Ohio in den USA. Mit einem Stipendium der Europäischen Union reist sie nach Kaliningrad, Russland. Das Tagebuch „Bombenwetter“ entsteht und wird als Installation im Rahmen der Gruppenausstellung „Residenzen und Konsequenzen“ im National Center for Contemporary Art in Kaliningrad ausgestellt.

Weltenbummlerin, die schon fast überall war

Das alles klingt so gar nicht nach havelländischer Provinz. Und obwohl Steffi Hensel, die heute in Berlin lebt, sich etwas großspurig geben könnte – hier in dem kleinen Café in Premnitz – ist sie doch wie eine von hier: zurückhaltend, freundlich, unaufgeregt und ein wenig zu bescheiden. Schon als Kind habe sie sehr viel gelesen und den Theaterzirkel in ihrer Schule besucht.

„Die Vision, Theaterautorin zu werden, hatte ich aber selbst am Anfang meines Studiums noch nicht“, erinnert sich Hensel. Heute entwickelt sie als freie Autorin selbst Projekte, dabei schreibt und denkt sie parallel an mehreren Stücken gleichzeitig. Hin und wieder arbeitet sie auch in Premnitz an ihren Werken. Dabei verbindet sie Berufliches und Privates, denn ihre Eltern leben noch immer in der Stadt an der Havel. „Ich mag die Ruhe, hier kann ich sehr gut schreiben.“

Hin und wieder in der Heimat

Im Augenblick beschäftigt sie sich für ein neues Projekt mit der kommunistischen Vergangenheit Liverpools. In der Stadt im Nordosten Englands studierte Hensel 2001 Schauspiel, Literatur und Medienwissenschaften. Im Sommer will sie zurückkehren, um zu recherchieren. „Was viele nicht wissen, die Stadt hatte in den 1980er Jahren eine starke linke Szene und war von einer positiven Stimmung gegenüber dem Ostblock geprägt. Straßennamen wie Moscow Drive erinnern bis heute daran“, so Hensel.

Diese Vergangenheit aufzugreifen, dabei Klischees zu verdrehen und sich mit der eigene ostdeutsche Identität auseinanderzusetzen ist Ziel ihres neuen Werks, dass sie in Zusammenarbeit mit dem Unity Theater in Liverpool umsetzen will. Unterstützung bekommt sie dieses Mal auch aus der Heimat. Steffi Hensel wird vom brandenburgischem Kulturministerium mit einem Auslandsstipendium ausgezeichnet.

Von Christin Schmidt

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