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Havelland Endspurt fürs Volksbegehren
Lokales Havelland Endspurt fürs Volksbegehren
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07:00 09.01.2016
Julia und Knut Horst vor dem Falkenseer Bürgeramt. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Havelland

Knut Horst kämpft bis zum letzten Tag für sein Anliegen. Der Falkenseer Allgemeinmediziner, der in Dallgow praktiziert, gehört zu den zehn Brandenburgern, die im Juni 2015 ein Volksbegehren gegen Massentierhaltung auf den Weg gebracht haben. 80 000 Unterschriften sind nötig, dann muss sich der Landtag mit dem Thema befassen. Lehnt er es ab, folgt ein Volksentscheid.

Und es könnte knapp werden mit den 80000 Stimmen. Dabei zählt Falkensee zu den Hochburgen, wenn es um die Befürworter des Volksbegehrens geht. Nur Potsdam hat mit 9500 Unterschriften mehr. In Falkensee hatten Mitte dieser Woche 1982 Personen unterschrieben oder die beantragten Briefwahlunterlagen zurückgeschickt. „Allerdings sind hier mehr als 1000 beantragte Briefwahlunterlagen noch nicht zurückgeschickt worden“, sagt der Martin Kündiger, Sprecher der Initiative für das Volksbegehren. Bis Mittwoch, den 14. Januar, 16 Uhr müssen die Unterlagen in den Rathäusern und Bürgerämtern sein, damit sie noch gezählt werden.

Bisher zeigte sich folgendes Bild im Osthavelland: In Dallgow-Döberitz wurden 250 Unterschriften gezählt, in Schönwalde-Glien 241, in Wustermark 213, in Ketzin 194, in Brieselang 265, in Nauen 210 und in Friesack 82. Überall ist die Spanne zwischen beantragten und dann tatsächlich abgesandten Briefwahlunterlagen groß.

„Die letzten Tage hat es noch mal einen Schub gegeben“, sagt Knut Horst. Der Falkenseer hat im letzten halben Jahr viel über Massentierhaltung geredet, ist mit Leuten ins Gespräch gekommen – in der Praxis oder an Infoständen. Viele haben ihn unterstützt - Berufskollegen, Vereine, Kirchen. „Wir haben viel positive Resonanz erfahren, sind aber auch auf Ablehnung gestoßen“, erzählt er, „da sind Leute, die sagen klipp und klar: Ne, ich will billiges Fleisch.“

Zu den klaren Nein-Sagern in dieser Sache gehört auch Dirk Peters, er ist Vorsitzender des Kreisbauerverbandes Havelland: „Der Imageschaden für unsere Tierhalter ist sehr groß, unabhängig davon,ob das Volksbegehren die erforderlichen Unterschriften zusammenbekommt oder nicht. Die ablehnende Haltung gegenüber Stallbauvorhaben in den Dörfern könnte größer nicht sein.“ Die Verbandsmitglieder stünden auch in Zukunft für eine Tierhaltung, die einen verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren in den Mittelpunkt stellt. „Die Zahl der Tiere muss natürlich immer im Einklang mit den Umweltanforderungen stehen,“ erklärt Peters. Damit liegt er vielleicht gar nicht so weit weg von den Leuten des Volksbegehrens. Denn die wollen mehr Tierschutz in Brandenburg und ein Zeichen gegen die Auswüchse der industriellen Megamastanlagen setzen, wie sie in den Niederlanden oder auch in Niedersachsen schon zu finden sind. „Deshalb rufen wir die Brandenburger auf, dem Volksbegehren ihre Unterschrift zu geben, damit es bundesweit das erste erfolgreiche Volksbegehren gegen Massentierhaltung werden kann“, sagt Michael Wimmer, Sprecher des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg. Teilnehmen kann jeder Brandenburger mit deutscher Staatsangehörigkeit, der mindestens 16 Jahre alt ist. Die Unterschrift für das Volksbegehren darf in Brandenburg nicht auf der Straße gesammelt werden, sie muss direkt im Rathaus oder Bürgeramt geleistet werden oder per Briefwahl eingereicht werden.

„Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir es schaffen“, gibt sich Knut Horst optimistisch. Und wenn nicht: „Die wichtige Diskussion über artgerechte Haltung und über gesunde Lebensmittel haben wir angestoßen.“

Von Marlies Schnaibel

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