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Engagierte Falkenseerin geehrt

Kathleen Kunath beim Ehrenamtler-Empfang des Ministerpräsidenten Engagierte Falkenseerin geehrt

Einige Falkenseer freuen sich auf die Ankunft der ersten Flüchtlinge in der Nachbarschaft und schmieden schon jetzt Pläne für ihren Empfang. Darunter ist Kathleen Kunath, Mitbegründerin der Initiative „Willkommen in Falkensee“. Am Sonnabend würdigte Dietmar Woidke ihr Engagement.

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Kathleen Kunath mit Minister Helmuth Markov.

Quelle: Julian Stähle

Falkensee. Zum Welttag des Ehrenamts am 5. Dezember lud der Ministerpräsident engagierte Brandenburger zum zehnten Ehrenamtler-Empfang in die Staatskanzlei. Kathleen Kunath hätte nicht mit einer Einladung gerechnet. „Das, was ich mache, ist doch selbstverständlich – es gibt bestimmt Menschen, die noch mehr machen“, sagt sie.

Dabei weiß die Sozialpädagogin, dass Toleranz gegenüber Fremden nicht selbstverständlich ist. Als zu Jahresbeginn feststand, dass an der Kremmener/Ecke Bergstraße ein Asylbewerberheim errichtet wird, wurden im sozialen Netzwerk Facebook gegnerische Stimmen laut. Die Bürgerinitiative „BI Pro Asyl Falkensee“ formierte sich und protestierte gegen den zentralen Standort.

Initiative "Willkommen in Falkensee“

„Dabei ist der Ort mitten in der Stadt genau richtig, um die Neuankömmlinge gut zu integrieren“, sagt Kathleen Kunath, die es toll findet, dass das Falkenseer Heim nicht wie in anderen Städte am Rand errichtet wird. Auf Facebook argumentierte sie für den Standort. Daraus entwickelte sich die Initiative „Willkommen in Falkensee“. Am 17. Februar trafen sich 20 Unterstützer der Willkommens-Initiative zum ersten Mal.

Ziel des Netzwerks „Willkommen in Falkensee“ ist, den Flüchtlingen Hilfe bei ihrer Ankunft zu bieten und skeptischen Falkenseern Ängste zu nehmen. „Wir wollen keine Grabenkämpfe, sondern eine gute Atmosphäre zwischen allen Bürgern in der Stadt“, sagt Kunath. So werden zum Beispiel Patenschaften für Flüchtlinge organisiert, um sie bei Alltagsangelegenheiten wie Arztbesuchen oder Behördengängen zu unterstützen. 28Falkenseer haben sich bislang dafür gemeldet. Wichtig sei, dass nicht über die Flüchtlinge, sondern gemeinsam mit ihnen entschieden werde, sagt Kunath. Zudem hält das Netzwerk Ansprechpartner für die Anwohner bereit.

Keine "bedrohlichen Flüchtlingsströme", sondern Einzelschicksale

Kathleen Kunath engagiert sich schon länger für Flüchtlinge. Sie ärgert sich, wenn von Flüchtlingsströmen gesprochen wird. „Das klingt so bedrohlich, dabei geht es um Einzelschicksale – um Menschen, denen nichts anderes übrig bleibt, als aus ihrer Heimat zu fliehen.“ Mit ihrem Mann Matthias Hofmann und den drei Kindern nahm sie einen jungen Flüchtling aus dem Tschad für einige Monate bei sich auf. Kathleen Kunath selbst hat einen sächsischen Migrationshintergrund, wie sie scherzhaft erzählt. „Vielleicht kommt meine Faszination für das Fremde daher, dass ich eine Frau aus dem Osten bin“, sagt sie.

10. Ehrenamtsempfang

Bereits zum zehnten Mal luden Landtag und Landesregierung rund 100 Ehrenamtler aus dem Bundesland zum Empfang in die Staatskanzlei.

Die Ehrenamtler engagieren sich unter anderem in den Sparten Freiwillige Feuerwehr, Tierheim, Kunstmeilen, Familien in Not oder für die Gesundheit von Kindern.
Jeder Dritte in Brandenburg engagiert sich ehrenamtlich.

Dass die Initiative „Willkommen in Falkensee“ mittlerweile so viele Befürworter hat, freut Kunath. Gleichzeitig hofft sie, dass bei Ankunft der 63 Flüchtlinge dann auch alle Unterstützer dabei sind. „Nicht so wie bei den Demos, bei denen sich 400 Leute anmelden und nur 20 kommen“, sagt sie. Kunath wünscht sich, dass mehr Menschen auf der Internetseite von „Willkommen in Falkensee“ Gesicht zeigen und ein Statement abgeben, auch aus der Stadtverwaltung und den Fraktionen.

Von Anja Meyer

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