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Engelsgleiche Klänge zum Auftakt

Falkenseer Musiktage Engelsgleiche Klänge zum Auftakt

Mit einem Konzert der Les Séraphines in der Falkenhagener Kirche begannen die diesjährigen Falkenseer Musiktage. Zu hören waren ungewöhnliche Arrangements von Stücken des Frühbarocks, keltischer Musik und eigene Kompositionen. Bis zum 2. April gibt es weitere musikalische Veranstaltungen in der Stadt.

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Les Séraphines aus Berlin eröffneten in diesem Jahr die Falkenseer Musiktage, die bis 2. April dauern.

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Mit geradezu engelsgleichen Klängen begannen die diesjährigen Falkenseer Musiktage am Freitag in der Falkenhagener Kirche. Les Séraphines aus Berlin faszinierten das Publikum. Zu hören waren ungewöhnliche Arrangements von Stücken des Frühbarocks, keltischer Musik und eigene Kompositionen.

Die 18. Falkenseer Musiktage stehen unter dem Motto „Frischer Wind – freier Geist“. Pfarrer Olaf Schmidt erinnerte daran, dass vor 500 Jahren die Reformation verkrustete Traditionen im Sturm hinweg fegte und die Menschen in hoffnungsvolle Bewegung versetzte. Angesichts der Besorgnis erregenden Weltlage in diesen Tagen riet er: „Sammeln Sie bei unseren Konzerten Kräfte. Musik macht den Kopf frei.“

In diesem Jahr geht nichts ohne Luther. Auch der Titel des Eingangskonzerts bezog sich auf den Reformator aus Wittenberg. Allerdings wirkten die angekündigten „Leuchtpunkte auf Luthers Wegen - Anfang und Ende“ etwas weit hergeholt. Doch das schränkte den Musikgenuss in der recht gutbesuchten Falkenhagener Kirche keineswegs ein.

Les Séraphines, die sich nach biblischen Engeln, den Seraphim, nennen, schlugen einen großen Bogen von frühbarocker Musik der Komponisten Claudio Monteverdi und Heinrich Ignaz Franz Biber bis zur Gegenwart mit Stücken von Bettina Hartl, die auch das Bandoneon spielte. Gleich das erste Stück stammte aus ihrer Feder, „Ciaconna“ genannt; eine tänzerische Musik mit immer gleichem Basis-Bass. Diese samtweichen Melodien spielte Romy Nagy auf dem Cello.

Ein Unbekannter komponierte die Aria Sopra „La Romanesca“, aufgeführt in der Bearbeitung von Bettina Hartl. Die beiden Frauenstimmen von Romy Nagy und Bettina Hartl verschwanden fast hinter dem melodiösem Vorhang von Cello, Bandoneon, Violine (Marco Reiß) und keltischer Harfe (Andreas Pasemann). „Interrotte Speranze von Monteverdi ist zwar für zwei Männerstimmen geschrieben. Doch unsere Musiker, konnten sich bisher nicht zum Gesang entschließen. So habe ich es für Frauenstimmen umgeschrieben“, scherzte Bettina Hartl. Nach einem getragenen Beginn wurden die Klänge im zweiten Teil des Stücks immer fröhlicher und verließen die etwas monotone frühbarocke Grundstimmung. Schließlich erreichte die Komposition mit einem exotisch wirkenden Schlussakkord seinen Höhepunkt.

Ein gelungener Mix von keltischer und barocker Musik: die Hartl-Komposition „Pupurfarben“. Damit waren Les Séraphines bei ihrem Thema angekommen. Weltmusik als Fusion von klassischen Themen, Klängen aus Irland oder exotischen Intermezzi. Zu schwungvoller Melodie und einem Text, in einer Fantasiesprache gesungen, raunte das Cello dunkel und geheimnisvoll. In hellem Purpur erstrahlten die Glitzerroben der Musikerinnen.

Nach der Pause erklang die „Ciaconna piccola“, ein erfrischend schneller Volkstanz. Die Komposition von Bettina Hartl mit dem von ihr prägnant gespielten Bandoneon lud zum Träumen ein von lauen Frühlingsabenden in Paris am Ufer der Seine. Besonders bei den traditionellen irischen Liedern legte sich Geiger Marco Reiß ins Zeug.

Fast alle Musiker der Séraphines spielen in hochklassigen Orchestern. Andreas Pasemann (Truhenorgel und Harfe) hatte die Braunschweiger Domsingschule geleitet, bevor er Propsteikantor in Seesen im Harz wurde. Der Sound des Ensembles litt ein wenig darunter, dass Harfe, Orgel und die Stimmen nicht elektronisch verstärkt wurden. Trotzdem gab es langen Beifall für einen angenehmen Konzertabend.

Von Judith Meisner

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