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Enten-Achtlinge wurden in die Havel gesetzt

Rathenow Enten-Achtlinge wurden in die Havel gesetzt

Achtlinge hatte man bis dahin im Rathenower Krankenhaus noch nicht gesehen. Doch jetzt hat eine Entenfamilie im Innenhof der Rathenower Klinik acht Nachwuchs-Küken bekommen. Nun wurden sie auf sicheres Terrain gebracht.

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Die Enten auf dem Innenhof des Krankenhauses.

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. Innerhalb der vergangenen dreieinhalb Wochen haben sich die am 15. Juli im Innenhof der Rathenower Klinik acht geschlüpften Stockentenküken gut entwickelt. Deren Mutter, die für ihr Nest gerade den geschützten Innenhof mit seinen Beeten und dem kleinen Teich aussuchte (MAZ berichtete), hat kein Problem, den Innenhof fliegend zu verlassen. Das sieht bei den flügge gewordenen Dunenküken schon anders aus. Deshalb wurde die Entenfamilie jetzt durch zwei Ornithologen des Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf die Havel umgesiedelt.

Gefahr an der Glaswand

„Wenn die Jungvögel im Innenhof der Klinik fliegen gelernt hätten, bestünde die Gefahr, dass sie sich an den hohen Glaswänden verletzen würden“, sagt Jürgen Seeger, Mitarbeiter der Naturparkverwaltung. Gemeinsam mit seinem Nabu-Vereinsfreund und Ornithologen André Kabus wollte Seeger die Entenfamilie deshalb in der Klinik einfangen und in „Freiheit“ bringen. Am Mittwochnachmittag rückten beide mit einer Vogelfalle an. Susanne Seeger, Mitarbeiterin der Klinik und Ehefrau von Jürgen Seeger, lockte die Entenfamilie mit etwas Futter an. Nach Sondierung der Lage war die Vogelfalle innerhalb weniger Minuten aufgebaut.

André Kabus mit einem Tier an der Rathenower Stadthavel

André Kabus mit einem Tier an der Rathenower Stadthavel.

Quelle: Uwe Hoffmann

Und dann ging alles ganz schnell. Ohne große Aufregung und viel Stress für die Enten gelang es die Vögel, die an Menschen gewöhnt und so nicht scheu waren, innerhalb weniger Minuten einzufangen. Mit geübten Griffen wurden die Vögel vor dem Abtransport noch beringt. André Kabus, der schon bei verschiedenen Beringungsaktionen, wie auch an einer großen Aktion mit Kanadagänsen in Berlin beteiligt war, hat damit Erfahrungen. „Wir hatten befürchtet die ganze Aktion wäre aufwändiger und würde länger dauern. Mit der Rettungsaktion hatten wir viel Glück. Gleich der erste Versuch war erfolgreich“, so Jürgen Seeger erleichtert. „Die Abstimmung mit der Havelland Klinik dazu lief reibungslos.“

Patienten sind traurig

„Die Entenfamilie wird den Patienten fehlen. Für viele war es ein kleines Ritual, jeden Tag zu den Enten zu gehen und sie zu füttern. Auch viele Schwestern haben Anteil am Leben der kleinen Familie genommen“, erzählt einer der Patienten, der die Einfang-Aktion beobachtete. „Die Entenmutter war wachsam und hat ihre Jungen immer geschützt. Die Entenfamilie war eine kleine Attraktion, die uns fehlen wird.“

Das neue Zuhause der Entenfamilie

Das neue Zuhause der Entenfamilie.

Quelle: Uwe Hoffmann

Nur eine halbe Stunde nachdem die Entenfamilie im Innenhof der Klinik eingefangen war, wurde sie bereits wieder in die Freiheit entlassen. „Wichtig für die Vögel ist eine große Wasserfläche – als Schutz. Denn die Jungen müssen noch fliegen lernen“, meint Jürgen Seeger. „Wir werden sie auf der Havel, im Stadtgebiet freilassen.“ Beherzt hüpften die Küken aus der Transportbox in den Stadtkanal auf Höhe des Edwin-Rolf-Platzes. So gab es für die „Rathenower Achtlinge“ ein Happy End. „Es muss nicht sein, dass die nahe Menschen aufgewachsenen Enten für immer hier als ‚Stadtvogel’ auf der Rathenower Havel leben“, sagt André Kabus noch zum Ende der Aktion.

Von Uwe Hoffmann

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