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Entführter Lenin, geraubter Traktor

Havelland: Kurioses aus Polizeiberichten 2015 Entführter Lenin, geraubter Traktor

Oft ist es ja nicht zum Lachen, was sich an Kriminalfällen im Havelland ereignet. Manchmal aber muss man doch ein wenig schmunzeln, wenn man das Gebaren einiger Täter und ihre missglückten Taten betrachtet. Zum Jahreswechsel hat die MAZ einige kuriose Fälle zusammengestellt, die sich 2015 im Osthavelland ereignet haben.

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Dümmer als die Polizei erlaubt?

Quelle: dpa

Havelland. Eine actionreiche Verfolgungsjagd von Berlin nach Dallgow-Döberitz lieferten sich zwei Diebe aus Falkensee Mitte Januar mit der Polizei. Nachdem der 33-jährige Fahrer des Fluchtautos und sein 29 Jahre alter Beifahrer in Berlin-Charlottenburg beim Diebstahl eines Rasentraktors erwischt worden waren, ergriffen sie die Flucht. Zunächst ging es mit dem Traktor im Kofferraum und der Polizei auf den Fersen über die Heerstraße in Richtung B5. Nach waghalsigen Manövern des betrunkenen Fahrers (1,22 Promille) gelang es den Beamten schließlich, den Wagen in Dallgow-Döberitz zu stoppen. Sie drängten das Fahrzeug an den Straßenrand. Dabei stießen die Autos zusammen. Ihre Leidenschaft für fremde Rasenmäher dürfte durch diese Action abgeflaut sein.

Ganz ohne Verfolgungsjagd spazierten zwei Kabeldiebe Ende Februar seelenruhig durch Falkensee. Am Lenker ihres Mountainbikes hingen zwei prall gefüllte 120-Liter-Säcke mit Kabeln. Mitten in der Nacht hatten sich die 18 und 21 Jahre alten Männer in einem im Bau befindlichen Einfamilienhaus bedient. Dumm nur, dass sie dabei von einem Nachbarn beobachtet wurden, der auch gleich die Polizei verständigte.

Dass er so schnell wieder auftauchen würde, hätte man bei der Genossenschaft Wachower Landwirte (GWL) wohl nicht gedacht, als Unbekannte Anfang November einen 100 000 Euro teuren Traktor in einer Nacht-und-Nebel-Aktion vom Gelände des landwirtschaftlichen Betriebes im Nauener Ortsteil Wachow klauten. Umso größer war die Freude, als besagter Traktor samt Anhänger eine Woche später auf einem Autobahnparkplatz an der A10 zwischen Spandau und Potsdam wieder auftauchte. In einem Lkw hatten ihn die Diebe hier zurückgelassen und waren geflohen.
Ganz so ungestraft wie die Traktor-Entführer kamen vier Diebe nicht davon, die im November auf dem Nauener Flugplatz Bienenfarm ein Lager plünderten. Beobachtet von einem Mitarbeiter fuhren sie in einem Auto davon. Ihr Diebesgut – alte Kupferrohre und eine Leninstatue aus Gips. Nachdem der Geschäftsführer des Flugplatzes den Dienstahl bemerkt und ihn mit dem Auto in Verbindung gebracht hatte, kam ihm die Idee. Noch bevor er die Polizei verständigte, fuhr er zu einem nahegelegenen Schrotthandel und entdeckte zu seiner Überraschung das Diebesgut und die vier Verdächtigen. Bis zum Eintreffen der Polizei konnte er zwei Täter, vorbestrafte Nauener, an der Flucht hindern, indem er mit seinem Auto die Hofeinfahrt versperrte. Ein waghalsiges Unterfangen, das auch hätte schief gehen können. Und trotzdem – von seinem Fahndungserfolg wird er noch seinen Enkeln erzählen.

Im Dezember wurden einige Weihnachtsbäumverkäufer in Falkensee und Dallgow-Döberitz Opfer eines diebischen Werkzeug-Sammlers. Doch besser neues Werkzeug anschaffen, als morgens feststellen zu müssen, dass über Nacht auf einen Schlag 400 Weihnachtsbäume und eine Verpackungsmaschine verschwunden sind. So geschehen vor drei Jahren in der Segefelder Straße. Wenn sich da mal nicht jemand kurz vor Weihnachten noch etwas als Baumverkäufer dazuverdienen wollte. Schnelles Geld wollte auch der maskierte Räuber machen, der am 21. Dezember versuchte, eine Bank in Friesack auszurauben. Er hatte sich einen Plan zurecht gelegt, extra eine Pistole und eine Gummimaske besorgt. Mit der beherzten Reaktion des Bankangestellten hatte der Täter jedoch nicht gerechnet. Nachdem er mit der Waffe gedroht hatte und schon in den Vorraum der Bank vorgedrungen war, überlegte der Bankangestellte es sich nämlich anders und drängte den Bankräuber zurück auf die Straße. Der stolperte und floh unverrichteter Dinge.

Von Laura Sander

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