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Enttäuschung am Falkenkorso

Falkensee Enttäuschung am Falkenkorso

Seit zwei Jahren ringen die Anwohne des Falkenkorso von Falkensee um einen bezahlbaren Ausbau ihrer Straße. Der schien nach vielen Gesprächen greifbar, aber die Mitglieder des Bauausschusses entschieden sich anders.

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Beschaulicher Abschnitt des Falkenkorsos.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Wenn Anliegerstraßenbau in Falkensee an sich schon ein Aufregerthema ist, dann ist es der Falkenkorso erst recht. Am Montagabend gab es dafür doppelten Grund. Die Beratung des Bauausschusses kippte nach fast zwei Stunden überraschend ins Gegenteil.

Breite Straße wird teuer

Der Falkenkorso ist 22 Meter breit und dürfte damit eine der teuersten Straßen Falkensees werden. Die Straße ist bis jetzt noch eine staubige Sand-Buckel-Piste. Sie soll laut Masterplan im kommenden Jahr auf 1280 Metern ausgebaut werden, der kleinere westliche Teil ist bereits fertiggestellt. Und weil klar ist, wie teuer der Bau dieser Straße wird, haben sich die Anwohner schon früh zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Detlef Labes ist einer der Anwohner, er hatte am Montag Rederecht erhalten und brachte ruhig und sachlich das Anliegen der Anwohner vor. Um die Kosten im Zaume zuhalten, plädierten sie dafür, nur eine Fahrbahn, einen Gehweg und eine Lampenreihe zu bauen. So würden auch deutlich weniger Bäume fallen und ersetzt werden müssen, das schone die Umwelt und dämpfe die Kosten.

Zwei Jahre hatte die Interessengemeinschaft immer wieder mit Stadtverwaltung und Planungsbüro gesprochen. Nun stellte Planer Jens Pietsch vom Büro Iwa Falkensee die optimierte Planung vor, die im Prinzip obigen Vorstellungen entsprach, lediglich am Westende, wo der Falkenkorso eine kleine Sackgasse bildet, gab es eine Abweichung. Auch hier plädierten die Planer für einen Gehweg. Aber im großen Ganzen waren viele Anregungen der Bürger eingeflossen.

Viel Lob für Interessengemeinschaft

Und dann passierte erst mal nichts Aufregendes, vielmehr wurde wortreich den Bürgern für ihr Engagement und ihre sachliche Mitarbeit gedankt. Amid Jabbour (FDP) dankte der Interessengemeinschaft und wertete sie als „Beispiel für erfolgreiche Bürgerbeteiligung in Falkensee“. Baudezernent Thomas Zylla (CDU) lobte die Zusammenarbeit mit der IG, um „zu konstruktiven Lösungen“ zu kommen, er hoffe, dass das Beispiel ausstrahlen möge auf andere Straßen. Auch sein Parteikollege Thomas Fuhl dankte der Bürgerschaft aus der Straße, dass sie sich so beteiligt hat. Peter Kissing lobte, dass über diesen Weg viele Probleme im Vorfeld geklärt werden können. Und Gerd Gunkel (Grüne) wollte dann auch noch sagen, dass er den Einsatz der Interessengemeinschaft prima fände. Der eine oder andere fragte im Detail nach: Wo kann das Wasser versickern? Wer bezahlt die Grünpflege?

Thomas Fuhl bedauerte, dass die Straße nicht zur Haupterschließungsstraße erklärt wurde. Aber nicht er sorgte für den Aufreger der Debatte, sondern Uwe Nedeß. Der Mann ist Vermessungsingenieur und als solcher auch für die Stadt, unter anderem fürs Falkenkorso, tätig, im Ausschuss sitzt er als sachkundiger Bürger. Nun rechnete er vor, dass der Ausbau mit zwei getrennten Fahrbahnen im Prinzip ähnlich teuer wäre wie der von den Bürgern gewollte einspurige.

Verwirrung vor der Abstimmung

Was nun? Dann wurde es bizarr: Renate Kiel von der CDU stellte den Antrag, den Beschluss über den Falkenkorso auszusetzen und erst die Rechnungen zu prüfen, ihre Parteikollegin Barbara Richstein hielt dagegen und stellte den Antrag, doch abzustimmen. Eine Zeitverzögerung würde den Ausbau der Straße 2017 fraglich machen. Am Ende fand der Vertagungsantrag nicht die Mehrheit, die vorgelegte Wunschvariante der Anwohner wurde jedoch auch nicht befürwortet.

Detlef Labes saß wie versteinert da. Es brauchte einige Zeit, bis er sich äußern konnte. „Der Planer hat Zahlen vorgelegt, die sagen klar, dass ein zweispuriger Ausbau teurer ist“, sagte er. In der von Uwe Nedeß vorgelegten Rechnung sind einige Kosten (Beleuchtung, Bau nötiger Parknischen, wohl auch der zweite Gehweg) nicht berücksichtigt. „Wir wollen die Zahlen noch einmal in Ruhe prüfen und gegenrechnen“, sagte er gestern auf Nachfrage. Er hofft, dass die Fraktionen das Thema schnell beraten und die Stadtverordnetenversammlung am 29. September beschließen kann. Denn wenn sich der Bau verzögert, dürfte es für die Anwohner noch teuer werden. Detlef Labes sagt, er hat 20000 Euro für den Bau zurückgelegt. Ob das dann noch reicht, ist fraglich.

Von Marlies Schnaibel

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