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Er bringt arabische Esskultur nach Rathenow

Havelland Er bringt arabische Esskultur nach Rathenow

In Rathenow gibt es ein neues Lebensmittelgeschäft. Der erst 18-jährige Ramez Hassoun hat den Laden Ende Februar dort eröffnet. Zusammen mit seiner Familie ist er 2012 aus Syrien ins Havelland gekommen. In seinem Geschäft bietet er nun vor allem arabische Lebensmittel und Spezialitäten an.

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Der 18-jährige Ramez Hassoun hat in der Schopenhauerstraße 1 ein Lebensmittelgeschäft eröffnet.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Kartoffeln, Birnen, Mandarinen. Teig, Saft und Reis. Fleisch, Wurst und Käse. In der Schopenhauerstraße 1 von Rathenow gibt es wieder ein Lebensmittelgeschäft. Am altbekannten Standort, wo zu DDR-Zeiten lange ein Konsum war, ist nach der Wende immer mal ein Geschäft betrieben worden. Zwischendurch war der Laden wiederholt auch einige Zeit geschlossen. Ende Februar hat dort der 18-jährige Ramez Hassoun ein Lebensmittelgeschäft eröffnet.

Zusammen mit seiner Familie war er 2012 wegen des Bürgerkriegs aus der Stadt Homs in Syrien geflohen. Seit zwei Jahren sind alle in Deutschland. Mutter, Vater und die vier Geschwister des jungen Geschäftsmannes wohnen wie er in Rathenow. Einen Berufsabschluss hat er naturgemäß mit diesem Lebenslauf noch nicht. Acht Monate lang hat er in Rathenow die Gesamtschule Bruno H. Bürgel besucht. Deutsch kann er recht gut, aber noch lange nicht perfekt.

Viele Geflüchtete wollen unabhängig sein

„Viele Flüchtlinge haben den Wunsch, in Deutschland unabhängig von Sozialleistungen zu sein“, sagt Björn Steinberg, Leiter der Migrationsberatung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) des Landkreises. Der junge Ramez Hassoun habe mit seiner beruflichen Selbstständigkeit nicht so lange wollen, bis er die deutsche Sprache sehr gut kann. Er warte jetzt auf seinen Deutsch-Integrationskurs und werde dann parallel zur Arbeit im Laden daran teilnehmen. „Wir finden es gut, der er wirtschaftlich auf eigenen Beinen steht“, sagt Björn Steinberg. Die Migrationsberatung habe ihm geholfen beim Umgang mit den Behörden.

Der Laden „Hassoun Lebensmittel“ hat Montag bis Sonnabend in der Zeit von 8 bis 22 Uhr geöffnet. Das schafft der junge Chef natürlich nicht allein. Ihm stehen drei Angestellte zur Seite. Das sind sein Cousin Mohammad Samer Hassoun, Abdulhamid Badr, der ebenfalls aus Syrien kommt, und Elke Burrasch aus Rathenow. Im Geschäft gibt es vor allem arabische Lebensmittel und Spezialitäten, aber auch Produkte, die man aus anderen Läden kennt.

Montag bis Sonnabend von 8 bis 22 Uhr geöffnet

Das Geschäft „Hassoun Lebensmittel“ befindet sich in der Schopenhauerstraße 1 in Rathenow.

Inhaber des Geschäftes ist der 18-jährige Ramez Hassoun, der im Jahr 2012 zusammen mit seiner Familie aus Syrien geflohen ist.

Der Laden hat von Montag bis Sonnabend täglich in der Zeit von morgens 8 Uhr bis abends 22 Uhr geöffnet.

Es gibt in dem Geschäfts vorrangig arabische Lebensmittel und Spezialitäten.

Obst und Gemüse werden jeden Tag frisch angeliefert.

Brot kommt jeden Morgen aus Berlin.

Telefonisch erreichbar ist Ramez Hassoun unter der Nummer 0176/ 42 21 58 17 und per E-Mail unter der Adresse Hassounlebensmittel@hotmail.com.

„Hassoun Lebensmittel“ ist das zweite Geschäft mit arabischen Angeboten, das in Rathenow eröffnet worden ist.

Im August 2016 war der „Taybe Market“ in der Bahnhofstraße 20 eröffnet worden.

Dieses Geschäft hat aber vor wenigen Tagen geschlossen.

„Es leben viele arabische Menschen hier“, erklärt Ramez Hassoun, warum er sich für dieses Warenangebot entschieden hat, „mein Geschäft soll aber auch genauso für deutsche Leute da sein.“ Ein bisschen geschäftliche Erfahrung habe er schon, teilt er mit. Er habe früher zeitweise bei seinem Vater im Metallwarengeschäft gearbeitet, und sein Vater stehe ihm heute jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Der Laden in Rathenow sei gut besucht. Er hoffe, dass möglichst viele Kunden den Weg dorthin finden.

Dieser Wunsch scheint sich zu erfüllen. „Das Geschäft ist gut angelaufen“, sagt die Angestellte Elke Burrasch. Die Menschen der Umgebung würden sich freuen, weil es hier schon seit längerer Zeit keinen Lebensmittelladen mehr gegeben habe. Sie müssten sich nun nicht mehr auf den Weg ins Stadtzentrum machen. Elke Burrasch war schon in Rente, dann hatte ein Bekannter sie gefragt, ob sie nicht in dem neuen Laden mithelfen wolle. Sie wollte. Der junge Chef sei ein sehr lieber Mensch, stellt sie fest: „Wir verstehen uns hier alle ganz prima.“

Von Bernd Geske

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